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Wie Matthias Brodowy mit gehobenem Blödsinn das Hamelner Publikum erobert

„Alpträume“ eines Nordlichts

Hameln. Ja, irgendwie ist er doch ein Nordlicht und sei es auch nur aus dem tiefsten Süden. In seiner Hymne „Nordlicht“ singt Kabarettist Matthias Brodowy über Watt und Wasser, Fischkutter und Leuchttürme und Barfußlaufen am Strand. Dem Publikum im fast ausverkauften „Lalu“ gefällt es. Wie scheinbar alles, was der selbst ernannte Vertreter für gehobenen Blödsinn an diesem Abend in der Dewezet-„Nachtausgabe“ bringt. Kein Wunder, entscheiden die Zuschauer doch selbst, was es unter dem Titel „Bis es Euch gefällt“ als Best of aus sieben Programmen und 16 Jahren Solokarriere als Musikkabarettist zu hören gibt. „Toll, gefällt mir ausgesprochen gut“, ist denn auch bereits in der Pause das Urteil von Udo Melloh-Sowa. Der Musiklehrer der Vikilu und Pädagogian Harmonist ergänzt: „Ich kenne ihn bisher nur aus dem Fernsehen, aber live ist er noch besser. In manchen Momenten erinnert er mich ein wenig an Hape Kerkeling.“

veröffentlicht am 10.04.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 07:21 Uhr

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Autor:

Andrea gerstenberger
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Julius Faehndrich begeistert die Spontaneität des Kabarettisten, auf die Wünsche aus dem Publikum einzugehen. Der fast 12-Jährige, der mit Mutter Melanie im Publikum sitzt, freut sich, dass Matthias Brodowy mit „Aufregen“ und „Tourneeleben“ gleich zwei seiner Wünsche auf Zuruf erfüllt. „Das muss er ja alles auswendig spielen und singen können.“ Und dass alles richtig ist, wenn auch an einigen Stellen tagesaktuell und mit Lokalkolorit überarbeitet, kann er bestens beurteilen, denn er kennt den Künstler und dessen CDs.

Den Auftakt bestreitet Brodowy mit einem Song, der mehr wie ein Schlusslied klingt, „Asche zu Asche, Staub zu Staub“, sponsert by Vorwerk, wie er mit einem Augenzwinkern anmerkt. Danach geht es dann an die Wunschliste. Die Titel fliegen ihm schnell zu und er schreibt mit. „Sieben“, „Hannover“, das „Nordlicht“, „Alpträume“… „O.k, das sind jetzt so in etwa 35 Minuten, also wenn Sie mich fragen, es ist ja Ihr Geld, was Sie hier absitzen.“ Schnell wird der Ruf laut, auch etwas Neues zu hören. Dem kommt der Wahlhannoveraner, der gerade sein neuestes Programm „Kopfsalat“ fertiggestellt hat, gern nach. „Prima, habe ich hier doch etwas ganz Neues, was ich wahrscheinlich nicht lange singen kann. Ein Lied für Peer Steinbrück.“ Es folgt „Er wäre so gerne Bankdirektor“ – und noch so einiges mehr.

Mit sauber pointierten Texten und Tönen des „Königs der Schnorrer von Bothfeld“, der über die Gratisscheibe Mortadella, die es beim Einkaufen ungerechterweise nur für seinen Sohn gibt, genauso unterhaltsam parliert wie über Tilly, Clementine und Herrn Kaiser, die Werbe-Ikonen der 70er, und die Hölle („23 qm, eiskalt, mit Dieter Bohlen in der einen Ecke und einem Rammstein singenden Heino in der anderen“), vergehen zweieinhalb Stunden allerfeinstes Kabarett eines exzellenten Musikers mit katholischem Theologiestudium, der seine neuen roten Schuhe jüngst in einem römischen Secondhand-Laden erstanden hat, wie im Fluge.

Feinstes Kabarett eines exzellenten Musikers: Matthias Brodowy bei der „Nachtausgabe“. ag



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