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Mitarbeiter wollen Kündigungsschutz

Allgemeine Verunsicherung bei BHW und Postbank

HAMELN/BONN/FRANKFURT.Die Mitarbeiter von BHW und Postbank in Hameln und bundesweit fürchten angesichts der Zusammenführung des Geschäftes mit der Deutschen Bank um ihre Arbeitsplätze. In der kommenden Woche wird wieder verhandelt.

veröffentlicht am 22.09.2017 um 16:37 Uhr

Mit einem Warnstreik in der Mittagspause haben mehr als 700 Mitarbeiter von BHW und Postbank in Hameln ihre Forderung nach einem Kündigungsschutz bis 2022 unterstrichen. Foto:: Verdi/pr
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Wer beim „Beamtenheimstättenwerk“ in Hameln arbeitete, galt lange Jahre als gut bezahlt und für die Zukunft abgesichert. Inzwischen ist selbst beim BHW nicht mehr alles Gold, was glänzt, bei den Mitarbeitern machen sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz oder Arbeitsort breit. Denn die Finanzbranche im Allgemeinen und das Bausparen im Besonderen haben ihre Probleme. Auch deshalb wollen oder sollen die Deutsche Bank, die von ihr übernommene Postbank und deren Tochter BHW ihre Konzernzusammenarbeit vertiefen. Die Beschäftigten möchten bei dem Prozess jedoch „mitgenommen werden“. Sie pochen darauf, zumindest in den nächsten fünf Jahre vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt zu sein. Dafür wären sie auch bereit, deutliche Abstriche bei ihrer aktuellen Tarifforderung von 5,0 Prozent zu machen, betont der Betriebsratsvorsitzende Timo Heider gegenüber der Dewezet. „Wir möchten ein Gesamtpaket aus Kündigungsschutz und Tariferhöhung hinbekommen.“

Die Gewerkschaft Verdi verhandelt für rund 18 000 Beschäftigte der Postbank, der BHW-Gruppe und weiterer Töchter. Für kommenden Montag und Dienstag ist auf Postbank-Ebene die dritte Verhandlungsrunde angesetzt. In Hameln haben in der laufenden Woche viele Mitarbeiter der betroffenen Konzernteile mit einem Warnstreik und mit einer Postkartenaktion ihre Forderungen unterstrichen – und auch ihre Kampfbereitschaft. Bundesweit waren bei der Postbank rund 800 der gut 1000 Filialen wegen Betriebsversammlungen ganz oder teilweise geschlossen.

Am Rande einer Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bank übergaben Heider und der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske nun 1200 Karten zum „Kündigungsschutz bis 2022“ an Postbankchef Frank Strauß, der seit kurzem auch Vorstand der Deutschen Bank ist, und Karl von Rohr, dem Arbeitsdirektor der Deutschen Bank. Heider empfiehlt, die Zusammenführung der Institute sozialverträglich zu gestalten, schließlich gingen die Mitarbeiter, „das Humankapital“, dann auch viel motivierter zu Werke. Zwar laufen die Tarifgespräche bereits seit April, doch die Arbeitgeberseite hat noch kein Angebot vorgelegt. Falls es auch in der nächsten Woche nicht weitergeht, „werden weitere Aktionen entwickelt“, kündigt Heider an. Ein Postbank-Sprecher hatte nach der zweiten Runde gesagt, das Unternehmen sei „zu allen Themen gesprächsbereit“.

Vor vier Jahren hatte die Postbank den 2600 Beschäftigten der BHW-Gruppe in Hameln einen Kündigungsschutz bis Ende Juni 2017 gegeben.

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