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Neuer Betreiber will Traditionslokal als „Sabawa“ wieder eröffnen

Alles neu am Bismarckturm

Hameln. Seit Oktober 2014 steht das Lokal am Bismarckturm leer. Aleksej Wipirizki möchte dem Traditionslokal nun wieder Leben einhauchen. „Man wird es nicht wiedererkennen“, sagt der 41-Jährige, der ursprünglich aus Kirgistan kommt. Diese Einflüsse sollen sich auch in der Küche des neuen Restaurants widerspiegeln.

veröffentlicht am 13.09.2016 um 18:30 Uhr
aktualisiert am 14.02.2017 um 11:21 Uhr

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Autor:

Diana Koschorreck
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HAMELN. Nach dem Spaziergang einen heißen Kaffee und ein schönes Mittagessen genießen. Lange konnten Wanderer im Wald an der Knabenburg diesem Wunsch nicht nachkommen. Denn seit Oktober 2014 steht das Lokal am Bismarckturm leer. Das damalige Betreiberehepaar Lidel, das auf bayrische und klassisch-deutsche Küche gesetzt hatte, musste wegen gesundheitlicher Probleme Insolvenz anmelden. Aleksej Wipirizki möchte dem Traditionslokal nun wieder Leben einhauchen. „Wenn ich hier fertig bin, wird man es nicht wiedererkennen“, sagt der 41-Jährige, der ursprünglich aus Kirgistan kommt. Diese Einflüsse sollen sich auch in der Küche des neuen Restaurants widerspiegeln. Die Eröffnung ist für Mitte November geplant. Bis dahin ist noch viel zu tun, denn im Restaurant am Bismarckturm bleibt offenbar kaum ein Stein auf dem anderen: Keine Wand bleibt, wie sie war und auch die Decken werden abgehängt. Sogar die Fenster hat Aleksej Wipirizki austauschen lassen. „Am Ende soll alles modern aussehen. Aber trotzdem will ich viel mit Holz und Stein arbeiten. Wir sind hier eben im Wald und das muss auch passen“, sagt er. Die größte geplante Veränderung des Lokals am Bismarckturm ist wohl der Wanddurchbruch. Der neue Betreiber möchte die Wand zum Biergarten hin herausreißen und ein paar Meter weiter nach außen versetzen, sodass eine Art Wintergarten entsteht, durch den die Gäste auch nach draußen gelangen können. Die meisten Umbauten stemmt der Wahl-Hamelner in Eigenregie. „Ich gebe auch nicht gerne Aufgaben ab und bin handwerklich geschickt“, sagt der Mann, der einst eine Fleischerlehre in Stuttgart absolvierte und in den letzten Jahren in der Chemieindustrie gearbeitet hat. Bei größeren Dingen, wie zum Beispiel dem Einsetzen der Fenster, hole Wipirizki sich aber dennoch Profis. Insgesamt investiert er in seine neue berufliche Zukunft 60 000 bis 70 000 Euro.

Wipirizki und seine Lebensgefährtin werden das Lokal leiten – er als Geschäftsführer und sie als Zuständige für Werbung und Veranstaltungen. Ein neuer Name ist auch schon gefunden: „Sabawa“, was so viel wie „feiern“ bedeutet. „Man kann es nicht genau übersetzen, aber damit hat es etwas zu tun“, sagt Wipirizki, „man unterhält sich, man hat Spaß, man feiert. Das heißt es in etwa.“ Im Februar dieses Jahres hatte er das Lokal zum ersten Mal gesehen und sofort Ideen für die Neugestaltung gehabt. Aber zuerst einmal habe er es für ein Jahr gepachtet – mit der Option auf einen Kauf, wenn „der Laden läuft“. Auf das Objekt am Bismarckturm aufmerksam geworden war Wipirizki, der zuvor im Landkreis Holzminden lebte, durch seine Hamelner Lebensgefährtin. Sie hatte gehört, dass es zum Verkauf stand und sofort an ihren Freund gedacht. „Denn ich wollte schon immer ein eigenes Restaurant haben“, erklärt er. Jetzt ist er schon seit Juni mit Feuereifer dabei, sein Konzept in die Tat umzusetzen. Jeder der vier Räume hat ein eigenes Thema. So will Wipirizki zum Beispiel eine „Whisky-Lounge“ anbieten. Eine Möglichkeit zum Karaoke-Singen soll es hier auch geben. Die beiden größten Räume sollen vorrangig dem Speisen vorbehalten sein. Der Neu-Hamelner möchte Buffet, statt à la carte anbieten. „Wir wollen russische, ukrainische und kaukasische Küche machen. So etwas gibt es hier noch nicht, das ist etwas Besonderes“, sagt Wipirizki, „und, weil die Leute die Gerichte natürlich noch nicht kennen, sollen sie probieren können und nicht vor der Speisekarte sitzen, ohne zu wissen, was sie bestellen sollen – deshalb das Buffet.“

Einer der großen Räume kann auch als Veranstaltungsraum genutzt werden – zum Beispiel für Geburtstage. Für solche Anlässe bietet Aleksej Wipirizki auch deutsches Gerichte an. „Meine Küchencrew kann beides kochen. Das war mir sehr wichtig“, sagt er. Im vierten und letzten Gastroraum ist ein großes, gemaltes Wandbild aus dem Jahr 1969 der Mittelpunkt. Es zeigt unter anderem den Bismarckturm. „Das Bild arbeiten wir noch etwas heraus und drumherum kommt eine Steinwand“, sagt Wipirizki. Er plant, in dem Raum eine Bühne aufzubauen und dort Live-Musik spielen zu lassen. Für die Wohnräume im Obergeschoss hat der eifrige Gastronom auch schon Pläne: „Da muss ein bisschen was gemacht werden und dann könnten das zum Beispiel Ferienwohnungen werden. Aber das liegt noch in der Zukunft.“

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Aktuell ist die Gaststätte am Turm Baustelle.

Ebenso die Wiederöffnung des Bismarckturms. Sobald Aleksej Wipirizki das „Sabawa“ eröffnet habe, werde der Schlüssel – wie bisher bei jedem Pächter – bei ihm hinterlegt, damit er Wanderer und sonstige Interessierte hineinlassen könne, so ein Sprecher der Stadt. „Wir freuen uns, dass sich ein neuer Pächter dort engagiert“, sagt er weiter, Man müsse sich bei Gelegenheit nur noch zur Schlüsselübergabe treffen. Dann stünde der Turm wieder für alle offen.



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