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25. Jahrestag der Patenschaft mit dem Marineschiff „Hameln“ offenbar vergessen

Alles Gute nachträglich

Hameln/Kiel. Die Bundeswehr ist im Gerede: mangelhafte Verträge mit der Rüstungsindustrie, veraltete Ausrüstung, eingeschränkte Einsatzfähigkeit. Und das gilt für alle Teilstreitkräfte, eben auch für die Marine. In Hameln wird über diese indessen praktisch gar nicht mehr geredet. Denn das Jubiläum „25 Jahre Patenboot ,Hameln‘“, das den Namen der Rattenfängerstadt in die Welt trägt, wurde offenbar schlicht und einfach verschlafen.

veröffentlicht am 09.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 08:41 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Das auf der Bremer Lürssen-Werft ab 1986 gebaute Minensuchboot, das später im Rahmen von Umstrukturierungsmaßnahmen zu einem Hohlstablenkboot wurde, wurde 1989 im damaligen Marinestützpunkt Olpenitz in Dienst gestellt. Es trägt die schlichte Bezeichnung „M 1092“ und ist heute beim Marinesuchgeschwader Kiel stationiert. Und Hameln bewarb sich früh um eine Patenschaft.

Schon 1959 hatte sie die zwar auch für einen Küstenminensucher übernommen, der auf einer Werft in Cherbourg auf den Namen „Hameln“ getauft wurde. Die Patenschaft dauerte allerdings nicht lange genug, um tiefe Wurzeln schlagen zu können: Das Schiff wurde nach einigen Jahren außer Dienst gestellt und an die Türkei abgegeben.

Anders bei der zweiten Patenschaft, die die Stadt Hameln im Jahr 1974 mit dem Schnellen Minensuchboot „Pluto“ des 5. Minensuchgeschwaders eingegangen war: Hier konnte sich eine über offizielle Gesten hinausgehende feste Verbindung zwischen der Besatzung des Schiffes und den Bürgern der Stadt entwickeln. Die „Pluto“ wurde 1987 außer Dienst gestellt, konnte allerdings als Symbol der Patenschaft erhalten werden. Die Marinekameradschaft Hameln (MK) hat das Boot nach Hameln überführt und anschließend mit erheblichem Arbeitsaufwand renoviert; es dient heute als schwimmendes Vereinsheim.

Nach der Außerdienststellung der „Pluto“ hatte sich die Stadt darum bemüht, einen nahtlosen Übergang zu erreichen. Und hatte Erfolg: Der damalige Oberbürgermeister Dr. Walter Dieter Kock und der seinerzeit amtierende Oberstadtdirektor Dr. Eduard von Reden-Lütcken unterzeichneten im Jahre 1989 feierlich eine entsprechende Urkunde mit dem dann „Hameln“ genannten Schiff.

In den darauf folgenden Jahren wurde das schwimmende „Patenkind“ noch entsprechend gehätschelt: Jährliche Besuche von Kommandant und Besatzung in der Patenstadt gehörten zum Wesen dieser Beziehung, die zwar offiziell von der Stadt getragen, aber regelmäßig von der Marinekameradschaft mit Leben erfüllt wurde. Im Juni 1999 reiste eine Hamelner Delegation nach Olpenitz, um dort die zehnjährige Indienststellung der „Hameln“ zu feiern. Und im September 2009 wurde der 20-jährige Geburtstag der Patenschaft mit einem offiziellen Festakt an Bord der „Pluto“ ebenfalls noch gebührend begangen.

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2014, doch um die „Hameln“ ist es verdächtig still geworden in der Patenstadt – zum „echten“ Doppeljubiläum (25 Jahre Indienststellung, 25 Jahren Patenschaft) ist anscheinend nichts geplant. Gerhard Unrath, Vorsitzender der MK Hameln und erst seit Februar im Amt, ist von dem Termin jedenfalls völlig überrascht. Und auch die Stadtverwaltung wurde von dem Doppeljubiläum ihres Patenbootes offenbar kalt erwischt. Alexander Schlögel von der städtischen Pressestelle versuchte, sich auf Anfrage schlauzumachen. Er bestätigte schließlich die Daten, wusste aber sonst irgendwie nicht weiter, zumal die zuständige Kollegin im Urlaub ist und offenbar niemand im Rathaus die Termine im Blick gehabt hat. „Da müssen wir mal sehen, wie wir damit umgehen“, so seine etwas hilflose Reaktion. Die MK traf sich gestern zu einer außerplanmäßigen Vorstandssitzung.

Bei der Feier zum 20. Jahrestag gratulierte vor fünf Jahren noch Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann. Das 25-Jährige wurde bisher nicht gewürdigt.

Archiv/gro



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