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Deutsche Jazz-Elite zu Gast bei der 12. Auflage des Hamelner „Jazztivals“ im Lalu

Alles erlaubt – außer Free Jazz

Hameln. Schließlich konnte Lalu- und Hefehof-Chef Dr. Jobst-Walter Dietz dann doch noch lachen. Mit gut 70 Besuchern war das Lalu zwar nicht gerade brechend voll, aber, so Dietz, die Hamelner Jazz-Szene sei eben „ziemlich übersichtlich“.

veröffentlicht am 27.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 05:21 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Zum zwölften Mal hat Dietz das „Jazztival“ auf die Beine gestellt, und darf auf eine Reihe zurückblicken, die die Großmeister des deutschen Jazz wie etwa Klaus Doldinger an die Weser gelockt hat. „Na ja, der Jazzclub Hannover ist natürlich eine Nummer für sich“, so Dietz, „aber was die in Hannover, das sind wir im Weserbergland.“ Programm ist, was gefällt. Einziges Tabu: Free Jazz. „Wir hören genau auf die Wünsche des Publikums, durchforsten die Jazz-Fachmagazine, und haben ein Auge auf die nationale und internationale Festival-Szene“, erläutert Dietz das Konzept.

Ohne die finanzielle Unterstützung durch Sponsoren wie die Kulturstiftung Hameln und den Landschaftsverband allerdings wäre das hochkarätige Programm kaum möglich, muss Dietz eingestehen.

Nach zögerlichem Beginn dann doch noch die erwartete Publikumsresonanz. Mit dem Nils Wogram-Trio und dem Heinz Sauer und Daniel Erdmann Quartett Posaunen- und Tenorsax-Legenden gab es auch bei der Jubiläumsausgabe des „Jazztival“ absoluten Spitzenjazz.

Das Nils Wogram Trio mit (v.li.) Arno Krijger, Dejan Terzic und Nils Wogram.

Was zu hören war, das erlebt man sonst ausnahmslos in den Metropolen. Zwischen Frankfurt und Belgrad ein Abstecher zu seiner Mutter nach Braunschweig und eben mal nach Hameln, so Wogram, einer der profiliertesten deutschen Bandleader und Posaunisten. Zusammen mit einem überragenden Arno Krijger an der Hammondorgel und einem zwischen Zartheit und Expressivität hin und her tobenden Dejan Terzic am Schlagzeug präsentierte das Trio traumhaften Jazz.

„Ich mag vor allem diese leisen Passagen, die die mit so großer Sensibilität vortragen“, schwärmte auch Saxophonist und Superintendent Philipp Meyer, der Krijgers Hammond C3-Orgel aus den Sechzigern gleich näher in Augenschein nahm,. „Eine Rarität, mit Röhren und Transistoren“ erklärte Wogram, „der rechte Fuß regelt über Pedal die Lautstärke, der linke spielt den Bass.“

Im zweiten Teil dann mit Daniel Erdmann und Heinz Sauer zwei Ausnahme-Tenorsax-Spieler, die zusammen mit Schlagzeuger Christopoh Marguet und dem Bassisten Johannes Fink dem Abend weiteren Glanz verliehen. Bleibt zu hoffen, dass Jobst-Walter Dietz trotz der „13“ auch im kommenden Jahr wieder zum „Jazztival“ bitten wird.

Tenorsax-Legenden - Heinz Sauer (vorne) und Daniel Erdmann bei der Arbeit.eaw(2)



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