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Eigentümer wollen Waldgaststätte verkaufen / Gastronomie steht seit fünf Jahren leer

Alles auf Neustart am Bismarckturm?

HAMELN. Das war‘s. Nach 17 Jahren mit wenig Glück werfen die Gligorics das Handtuch. Nachdem das Ehepaar auch mit dem letzten Pächter kein Glück gehabt habe, wolle es die Waldgaststätte am Bismarckturm nun wieder verkaufen, sagt Drasko Gligoric auf Anfrage der Dewezet.

veröffentlicht am 16.05.2019 um 17:24 Uhr
aktualisiert am 16.05.2019 um 20:10 Uhr

Auch mit dem letzten Pächter hatten die Eigentümer der Waldgaststätte am Bismarckturm kein Glück. Das Pachtverhältnis endete, bevor das Lokal jemals eröffnete. Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Ein paar Fensterscheiben des Lokals sind bereits eingeworfen und erst mal notdürftig abgedichtet worden. Symbol des glücklosen Versuchs, an dem historischen Ausflugsziel auf der Knabenburg am Basberg wieder Leben einkehren zu lassen. 2002 hatten die Gligorics die Immobilie erworben, als Anlageobjekt, wie Drasko Gligoric sagt. Er und seine Frau seien keine Gastronomen, hätten auch sonst nichts weiter mit Gastronomie zu tun. Als Verpächter hatten sie mit dem Waldlokal kein Glück.

Drei Pächter kamen und gingen in den vergangenen 17 Jahren. 2011 wagte ein Gastronomen-Ehepaar nach bereits mehrjährigem Leerstand des Lokals dort einen Neustart. Es tauchte mit der Hamelner Waldgaststätte sogar in der Fernsehsendung „Die Küchenchefs“ auf, in der Fernsehkochs den teilnehmenden Gastronomen neue Perspektiven für ihr Lokal aufzeigten. Es half nichts. Ein gutes Dreivierteljahr nach Ausstrahlung der Show meldeten die Betreiber 2014 Insolvenz an. Seitdem – also seit nunmehr fünf Jahren – steht das Lokal wieder leer. Anfang 2016 sollte es zwar eine Neueröffnung durch einen neuen Pächter geben. Allerdings verzögerte sich diese immer wieder. Irgendwann zeichnete sich ab, dass zwischen Pächter und Verpächtern Uneinigkeit herrschte, im Herbst 2017 erklärten schließlich beide Parteien der Dewezet gegenüber, dass es die angekündigte Neueröffnung nicht mehr geben werde. Seitdem herrschte Funkstille.

Drasko Gligoric zufolge hätten er und seine Frau schließlich eine Räumungsklage erhoben, mit der sie sich im Februar dieses Jahres dann auch hätten durchsetzen können. Jetzt wolle das Ehepaar die Immobilie nur noch loswerden. Allerdings müsste das Gebäude erst noch wieder „ein bisschen auf Vordermann“ gebracht werden, bevor es offiziell zum Verkauf angeboten werden könne, sagt Gligoric. Daher könne er auch noch keine Angaben zur Verkaufssumme machen. Zuletzt, im Januar 2016, lag diese bei 199 000 Euro für die 957 Quadratmeter große Fläche. Der Bismarckturm gehört nicht dazu, der ist Eigentum der Stadt.

Vandalen haben inzwischen Fensterscheiben des Hauses eingeschlagen. Foto: Dana

Bedauerlich für Wanderer und Spaziergänger: Solange das Lokal nicht verpachtet ist, bleibt Besuchern auch der Bismarckturm verschlossen. Der Grund: In der Praxis lag die Schlüsselgewalt für den Aussichtsturm bislang bei dem jeweiligen Pächter. Da es den aber nicht gibt, ist auch kein Aufstieg möglich.

Der Hamelner Bismarckturm, von dem Architekten Wilhelm Kreis entworfen, wurde 1910 zu Ehren des ehemaligen Reichskanzlers Otto von Bismarck gebaut: aus Sandstein, 13,5 Meter hoch und mit 61 hölzernen Stufen. Kosten: 16 000 Mark. Auf der Spitze des Turmes wurde eine Feuervorrichtung installiert, die am 1. April, dem Geburtstag Otto von Bismarck, des Jahres 1910 erstmals leuchtete.

Das Lokal ist jüngeren Datums. Das wurde erst 1951 errichtet. Anna Steding eröffnete damals die „Gaststätte am Bismarckturm“. 1969 erfolgte ein Neubau, der wiederum 2012 zuletzt modernisiert worden war. Jetzt wird sich ein neuer Eigentümer finden müssen. Dann könnten die Zeichen auf der Knabenburg wieder auf Neuanfang stehen.



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