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Plattdeutscher Hochgenuss in der gut besuchten Tünderaner Theaterscheune mit kulinarischem Vorspiel

Alles andere als platt – eine Schiffsreise „for kattesniuf “!

Tündern (fi). Mit dem Motto „Nichts ist gesünder in der Welt, als sich ab und zu krank zu lachen!“ spielten die plattdeutschen „Theaterluie“ aus Tündern am letzten Sonnabend und am Sonntagnachmittag in der jedes Mal gut besuchten Theaterscheune wieder einmal vor einem begeisterten Publikum. 21 gespendete Torten und dazu noch Platenkuchen standen zum kulinarischen Vorspiel bereit, als Herbert Habenicht, Präsident des Heimatvereins „Tundirum“, die Zuschauer begrüßte, besonders auch Ehrenpräsident Fritz Bormann und Theo Wehrbein vom Hamelner Grenzbeziehungsverein sowie Ortsbürgermeister Thilo Meyer. Wie immer vorweg und auch zwischendurch, stimmten die „Tiunegels“ mit alten, bekannten Melodien, die auch gleich mitgesungen wurden, das vorwiegend ältere Publikum auf den folgenden plattdeutschen Hochgenuss ein. „For Kattesniuf“ bedeutet „düt was woll nix“ oder auf Hochdeutsch: „Hier wurden die hochgestochenen Erwartungen absolut nicht erfüllt!“ Die Darsteller Opa Willem (Heinrich Albrecht-Lübbe), Oma Auguste (Anneliese Eckert), Gustav Groppenschneider (Karl Lampe), Käthe Groppenschneider (Marlies Albrecht-Lübbe) und Emma Schnatterbeck, auch Schnatterbecksche genannt (Helga Hoppe) strapazierten die Lachmuskeln der Zuschauer. Alle zusammen sind Typen, die schon durch ihre Erscheinung und ihre vielen plattdeutschen „Feinheiten“ eine Augen- und Ohrenweide für alle Zuschauer waren.

veröffentlicht am 26.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 03:21 Uhr

Die Ausstaffierung für die Seereise lieferte Oma Auguste.  Fotos
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Zum Stück selbst: Opa Willem, Oma Auguste, Gustav und Käthe leben zusammen in einem Haushalt, nebenan die neugierige und auch sonst gierige Schnatterbecksche, vor allem, wenn es etwas for ümmesüss = für umsonst gibt. Eine Nachbarschaft, die besonders in den Dörfern – auch heute noch – ausgeprägt ist. Da bekommt Gustav „teo’n Jobilobium“, zum Jubiläum, eine Schiffsreise geschenkt. Von allen anderen beneidet (de Duiwel schitt jümmer upp’n gröttsten Hucken!), fahren Gustav und Ehegesponst Käthe nach vorheriger Ausstaffierung mit Oma Augustes antiquierter Garderobe und „Untergarderobe“ los. Gustav mit dem Ziel, sich an Bord mal so richtig durchzufuttern und möglichst viel mit nach Hause zu nehmen! Mussten sich aber doch „allerleihand“ vorher anhören: „Inner Weltgeschichte rümmejökeln – Ferien vom Ich – Roseinen im Koppe – schöllen mee’n Maase in’n Hause bleiwen!“ un noch veelet annere dateo. Na ja, se foihert aberst leos un... komet „geschafft“ weer naa Hius. Käthe word seekrank, de Ätebuil, den se vull mee naa Hiuse bringen wollen, güng koppheister ober dei Reeling. Käthe mosste naa’n Dokter Schläger hen un dei Naabersche Emmi kreige ook kein ein Mitbringsel! Alles in allem ein Volksstück, das es verdient hätte, noch mehrmals in den plattdeutschen Hochburgen „rings ümme Hameln rum“ aufgeführt zu werden. Bravo der Autorin Marlies Albrecht-Lübbe und den Schauspielern, denen „use Platt seo glatt ober dei Lippen güng!“

„Willem, nu nagel doch schon!“
  • „Willem, nu nagel doch schon!“


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