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Händler und Gastronomen leiden unter wachsendem Leerstand / Gemeinsames Marketing fehlt

Alleingelassen – Kaufleute in der Ritterpassage

Hameln (kar). Die Ritterpassage – so mancher Hamelner hat fast vergessen, dass es sie noch gibt. Seit 25 Jahren bildet sie die Verbindung zwischen Ritterstraße und Stubenstraße. Und sie war mal mit sehr viel mehr Leben gefüllt als heute. Die meisten Geschäfte von einst sind verschwunden, ein paar neue eingezogen, aber: Der Leerstand ist augenfällig. Touristen verirren sich nur noch selten hierher.

veröffentlicht am 28.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 19:41 Uhr

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Nur Stammkunden suchen gezielt die Läden auf, die sich spezialisiert und überlebt haben wie das italienische Feinkostgeschäft und Bistro von Santo Mancarella. Der Italiener ist ein Mann der ersten Stunde. Genauso wie Edgar Bolsen mit seiner „Rasiererzentrale“. Und auch den kleinen griechischen Imbiss gibt es schon sehr lange. Während im Erdgeschoss etliche kleine Läden auf neue Mieter warten, herrscht im Basement gähnende Leere auf rund 600 Quadratmetern: Spielothek und Fitness-Club haben dort längst dicht gemacht. Und auch im Bürotrakt der Passage sind Flächen frei geworden. Zu finden sind vor allem Dienstleister wie Friseur oder Krankenkasse, es gibt ein Reisebüro, einen Tattoo & Piercing-Shop, den Yachtclub und ein paar kleinere Firmen.

„Die Passanten sind weniger geworden“, klagen die Geschäftsleute. Neugierige ziehe es gerade noch bis zur Mitte der Passage. „Wenn dann ihr Blick auf die Mauer der Stadt-Galerie am Ende des Durchgangs fällt, machen viele wieder kehrt“, hat Mancarella beobachtet. Früher sei die Passage gern benutzt worden, um von der Ritterstraße auf kurzem Weg zum real-Kaufhaus an der Stubenstraße zu gelangen. Dort war seinerzeit auch die Post einquartiert.

Ein einheitliches Marketing fehlt

Das Fehlen der Passanten führt Mancarella nur zum Teil auf die Stadt-Galerie zurück: Die habe zwar die Laufachse zum Nachteil der Ritterpassage verändert, aber „Hameln ist als Einkaufsstadt einfach nicht mehr so attraktiv“, meint der Italiener. Leerstände gebe es überall in der Innenstadt. Mancarella, der seine Einbußen mit rund 40 Prozent beziffert, macht zum einen die Wirtschaftskrise dafür verantwortlich: „Das Geld sitzt nicht mehr so locker“, zum anderen habe sich das Rauchverbot auf sein Bistro-Geschäft nachteilig ausgewirkt. Edgar Bolsen sieht den Mangel an Werbemöglichkeiten als Grundübel: „Die ganze Passage ist verbaut, die Leute laufen in der Ritterstraße daran vorbei“, meint der Geschäftsmann: „Der Eingangsbereich müsste verändert werden. Aber wir dürfen ja nicht einmal Werbereiter draußen aufstellen.“ Zur Weihnachtsmarktzeit würde die Passage zusammen mit der Ritterstraße ohnehin abgehängt.

Beide – Bolsen wie Mancarella – sind Eigentümer ihrer Geschäfte, zwei von vielen. Eine einheitliche Marketing-Planung für die Passage gibt es nicht. „Es war auch schon früher nicht möglich, die Eigentümer unter einen Hut zu bringen und auf einen gemeinsamen Kurs einzustimmen“, erinnert sich Udo Adomat, der viele Jahre die Boutique „Marco Polo“ in der Ritterpassage führte. Dabei wäre das für ihn die Lösung: „Von einer Markthalle würden alle profitieren, aber so etwas scheitert an den vielen unterschiedlichen Eigentümern.“ Mancarella und Bolsen hoffen dagegen auf Geschäfte, die einen hohen Kundenzulauf haben. Und auf Parkplätze, die bislang fehlen.

„Die Ritterpassage hatte schon vor dem Bau der Stadt-Galerie zu kämpfen“, sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes, der das Hauptproblem darin sieht, dass es dort kein gemeinsames Marketing gibt und auch keinen großen Magneten, der für hohe Kundenfrequenz sorgt. „Dabei gibt es dort gute Geschäfte und viel Engagement der Geschäftsinhaber“, stellt Wahmers fest. Ein Besuch in der Ritterpassage lohne sich: „Man wird dort gut bedient.“

Geschäfte stehen leer, Passanten fehlen: Santo Mancarella ist mit seinem italienischen Feinkostgeschäft und Bistro seit 25 Jahren in der Ritterpassage. Obwohl er treue Stammkunden hat, leidet er unter der Leere um ihn herum. Foto: Wal



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