weather-image
23°

Hamelner Tierheim stößt an seine Grenzen – Unterhaltung kostet Monat für Monat Tausende Euros

Allein 23 Hunde suchen ein neues Zuhause

Hameln (rf). In der Klüt-straße 127 werden wir schon von Ferne mit freudigem Miauen begrüßt. Wer das Hamelner Tierheim betritt, sieht einen großzügigen Eingangsbereich mit einem gemütlichen Sofa. Von dort gelangt der Tierliebhaber ins Katzen- beziehungsweise Hundehaus. Es geht laut zu, im Tierheim an der Klütstraße, und die Freude der Vierbeiner ist unter anderem an wedelnden Schwänzen oder einem Schnurren zu erkennen.

veröffentlicht am 21.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 15:21 Uhr

270_008_4408349_hm301_2211.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Den Tierschutzverein Hameln-Pyrmont und Umgebung e. V., der diese Einrichtung ins Leben gerufen hat, gibt es seit etwa 45 Jahren, doch das Tierheim an seinem jetzigen Standort existiert erst seit rund. 30 Jahren. Seitdem sind viele Tiere ein- und ausgegangen. Doch gerade in letzter Zeit kommen immer mehr Tiere an. Alle dieser Katzen und Hunde haben eins gemein: sie hoffen auf ein neues Zuhause. Und fast jeden Tag kommen neue Tiere dazu. Sie sind entlaufen oder werden aus Altersgründen der Besitzer abgeben, berichtet Claudia Gebhardt. Vor allem Katzen gibt es viele, momentan 66 Stück. „Dies liegt vor allem daran, dass es immer noch viele verantwortungslose Tierbesitzer gibt“, sagt die Tierheimleiterin und merkt an: „Wer seine Katze nicht kastriert, muss sich nicht wundern, wenn sie Junge bekommt.“

Oft denken Tierfreunde gar nicht darüber nach, welche Verantwortung es mit sich bringt, ein Tier nach Hause zu holen. Daher der eindringliche Appell des Tierschutzvereins, Katzen sterilisieren oder Kater kastrieren zu lassen. Dadurch könnten sich die Tiere nicht unkontrolliert vermehren und müssten nicht ausgesetzt werden. „Wenn Tierhalter Fragen dazu haben, können sie sich gern an uns wenden. Wir wollen helfen und Tierhalter darüber aufklären, was passiert, wenn man die unkontrollierte Vermehrung nicht stoppt“, begründet Gebhardt und rechnet vor: „Mal angenommen, ein Katzenpaar bekommt im Jahr zweimal Nachwuchs mit drei Kätzchen pro Wurf und die Nachkommen suchen sich neue Partner – dann ergebe das nach zehn Jahren 240 Millionen Kätzchen.“

Und wo sollten all diese Katzen dann hin? Denn auch die Tierheime stoßen an ihre Grenzen. Die Hamelner Einrichtung leidet derzeit an den steigenden Energie- und Tierhaltungskosten. „Wir wollen auch nicht irgendein Futter füttern, denn in vielen gibt es nicht genügend Vitamine, und nicht alle Tiere vertragen Billigfutter“, sagt die Leiterin.

Somit sei das Hamelner Tierheim auf Geldspenden angewiesen, denn es wird nicht von der Stadt finanziert. Claudia Gebhardt: „Oft kommen Interessenten, die zwar gern ein Tier haben möchten, aber dafür kein Geld ausgeben wollen. Wir müssen aber eine Schutzgebühr erheben, denn die Tiere werden versorgt, geimpft, mit einem Chip versehen und auch kastriert. Aber die Schutzgebühr deckt kaum die tatsächlichen Kosten“.

Allein Katzenstreu schlägt im Monat mit rund 1000 Euro zu Buche und die Tierarztkosten belaufen sich um die 4000 bis 5000 Euro im Monat. „Das sind enorme Summen, die ohne finanzielle Zuwendungen kaum aufbringen sind“, klagt die Heimleiterin.

Tiere werden auch oft abgegeben, weil ihr einstiges Herrchen oder Frauchen verstorben ist. Nur wenige Menschen denken daran, was nach ihrem Tod mit dem Tier passieren soll. „Im Testament werden immer Familie und Freunde bedacht, aber fast nie sein Tier“, weiß Gebhardt.

Einen weitläufigen Außenbereich stellt das Tierheim den zurzeit dort lebenden 23 Hunden zur Verfügung. „Wir sind grade dabei, auch für die Katzen ein Außengehege zu bauen“, berichtet die Heimleiterin und zeigt auf das Katzenhaus, an dem das Gehege entsteht.

Alle neuen Bewohner des Hameler Tierheims kommen zunächst auf die Quarantänestation, um sicherzustellen, dass sie gesund sind. Auch darum kümmern sich vier feste Mitarbeiter und acht bis zehn Freiwillige. Claudia Gebhardt: „Freiwillige Helfer zum Ausführen der Hunde sowie Schmusen und Spielen mit den Katzen sind uns aber jederzeit willkommen“.

Kleine Dackel-Malinois-Mischlingswelpen im Hunde-Außengehege des Tierheims.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?