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Rekord! 2110 Menschen lassen sich typisieren / Vater der an Blutkrebs erkrankten Frau bedankt sich

Alle wollen Annika helfen

Hameln. Was für ein Erfolg: 2110 Menschen haben sich am Sonnabend für Annika und andere an Blutkrebs erkrankte Patienten in der Hamelner Sporthalle der Wilhelm-Raabe-Oberschule typisieren und in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registrieren lassen. Schon vor Beginn der groß angelegten Aktion standen Frauen, Männer und Jugendliche von nah und fern Schlange. Freiwillige aus allen Bevölkerungsschichten ließen sich ein paar Milliliter Blut abnehmen, um weltweit Leben retten zu können. Mit dabei waren auch Prominente wie Radio-Aktiv-Chefin Ute Fehn, Rattenfänger Michael Boyer, Grünen-Politiker Jürgen Mackenthun und Rats-Leiterin Anke Rettkowski. Aufgrund des Ansturms dauerte die Aktion länger als geplant und war nicht nach sechs Stunden zu Ende. Mit dieser großen Resonanz hatte niemand gerechnet. Es war die bislang größte Typisierungsaktion in der Geschichte der Stadt. Familie, Freunde und Fremde hoffen, dass sich unter den Typisierten Annikas genetischer Zwilling befindet.

veröffentlicht am 15.04.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 06:21 Uhr

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Stefanie Wieneke, Lehrerin und Kollegin von Annikas Mutter, freut sich sehr über den Erfolg der von ihr initiierten und organisierten Aktion, vor allem aber über die Hilfsbereitschaft ihrer Kollegen, der Schüler und der vielen Menschen, die einfach nur helfen wollten. Schüler hatten Spielzeug und anderen Sachen gespendet und zum Verkauf angeboten. Der Erlös des Flohmarkts, die Einnahmen aus dem Kuchenverkauf und dem Kinderschminken sollen die Typisierungsaktion mitfinanzieren.

Die gemeinnützige Hamelner Hilfsorganisation „Interhelp“ unterstützte die Gemeinschaftsaktion mit Geld und freiwilligen Helfern: Ärzte, Rettungsassistenten, Sanitäter, Krankenschwestern und viele Arzthelferinnen hatten sich dem gemeinnützigen Verein angeschlossen und ehrenamtlich in den Dienst der guten Sache gestellt. Für Interhelp war es der bislang größte Inlandseinsatz. Annikas Vater hat sich für die „großartige und vielfältige Unterstützung der Menschen in und um Hameln“ bedankt. Er habe Fotos von der Typisierungsaktion gemacht, wolle sie gleich seiner Tochter im Krankenhaus zeigen, sagte er. Sie sei sehr schwach. Die Aktion mache ihr sicher Mut, meinte er.

Krebsspezialist Professor Dr. Helmuth Schmidt, einer von drei Ärzten, die bei dieser Aktion die medizinische Beratung und Überwachung der Entnahme zur Aufgabe hatten, erläutert: „Die Behandlung einer Leukämie ist immer mit Klinikaufenthalten verbunden und für den Körper sehr belastend.“ Er wünscht sich, wie alle die zur Typisierung gekommen sind, dass rasch ein geeigneter Spender für Annika gefunden wird. Die große Anteilnahme am Schicksal der jungen Frau hatte eine für Hameln einmalige Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst; wurden in vorangegangenen Typisierungsaktionen rund 700 Menschen erfasst, kam nun die dreifache Zahl an potenziellen Stammzellspendern zusammen. An langen Tischreihen wurden zunächst die Daten erhoben und im nächsten Schritt entnahmen Freiwillige die Blutproben. „So viele Entnahmen an einem Tag hatte ich noch nie“, sagt die medizinische Fachangestellte Nicole Solibieda. Bereits in der ersten Stunde waren es 480 und in der zweiten schon 680 Typisierungen. Die 1000. Blutentnahme wurde um 13 Uhr durchgeführt. Und als am Ende die letzten Typisierungen vorbei waren, war das Fazit von Stefanie Wienecke: „Die Unterstützung der Bevölkerung ist unglaublich, ich freue mich für Annika und hoffe, dass ein passender Spender dabei ist.“

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Nicht alle Typisierungswilligen konnten am Samstag wegen der unerwartet hohen Zahl an hilfsbereiten Menschen berücksichtigt werden. Wer sich noch typisieren lassen möchte, kann sich in den kommenden Tagen nach telefonischer Voranmeldung in der Gemeinschafts-Arztpraxis der Doktoren Halle, Hill, Rubanov und Schmidt an der Lohstraße 4 Blut abnehmen lassen. hx

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