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Alle 16 Bäume werden gefällt

Alle Kastanien am Kastanienwall sind fällig

HAMELN. Was Mitte Januar noch befürchtet wurde, ist jetzt traurige Gewissheit: Am Kastanienwall müssen alle Kastanienbäume weichen. Bislang waren die Baumexperten der Stadt Hameln von acht geschädigten Kastanien ausgegangen. Tatsächlich sind aber nahezu alle 38 Kastanien von einem schädlichen Bakterium befallen, sodass nun sämtliche Bäume gefällt werden müssen.

veröffentlicht am 31.01.2019 um 14:57 Uhr
aktualisiert am 31.01.2019 um 19:50 Uhr

Fällig: Eine von 16 Kastanien, die bis Ende Februar gefällt werden müssen, weil sie von einem schädlichen bakterium befallen sind. Die übrigen 22 sind voraussichtlich im Herbst fällig. Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Bis Ende Februar sollen zunächst 16 Kastanien weichen. Allerdings sind 90 bis 95 Prozent der übrigen 22 Kastanien ebenfalls von dem Bakterium namens „Pseudomonas syringae“ betroffen, wie Bernd Mros, der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hameln, am Mittwoch im Umweltausschuss bekanntgab. „Wir gehen davon aus, dass auch diese Bäume dann spätestens im Herbst fällig sein werden“, so Mros. Fällig im Wortsinn. Die Bäume sollen gefällt werden.

Wenn Ende Februar die ersten 16 Kastanien der Motorsäge zum Opfer fallen, werde nicht sofort nachgepflanzt, die Standorte aber freigehalten, führte Mros aus. Der Grund: Bis Herbst will die Stadt ein Konzept für die – baumbezogene – Neugestaltung des Kastanienwalls vorlegen und die dafür nötigen Mittel in den Haushalt 2020 stellen. Da die Bäume bislang nur schmale Baumscheiben hätten, während es um sie herum viele Parkplätze gebe, sei vor diesem Hintergrund auch ein Umbau der Parkmöglichkeiten denkbar, deutete Mros an.

Wenn dann irgendwann nachgepflanzt wird, dann werden es wahrscheinlich keine Kastanien sein. Zumindest rieten Fachleute davon ab, sagte Mros – nicht ohne anzumerken, dass es sich dann aber um einen „Kastanienwall ohne Kastanien“ handeln würde.

Auch an der südlichen Werderspitze heißt es Abschied nehmen: vom Götterbaum, den Obstbäumen und Robinien an der Kaimauer. Foto: Dana

Christian Weidner vom Hamelner Natur- und Umweltschutz-Zentrum, der als beratendes Mitglied dem Umweltausschuss angehört, schloss sich dieser Einschätzung an. Die Verbreitung des Bakteriums und der daraus entstehende Pilz – der Austern-Seitling – sei nicht zuletzt dem „sehr heißen Sommer“ geschuldet. Da von diesen weitere zu erwarten seien, empfehle er daher die Robinie als Neuanpflanzung – was aus dem Kastanienwall einen Robinienwall machen würde.

Manfred Voges von der CDU/DU-Fraktion brachte die Esskastanie ins Gespräch. Die könnte dem Pilz – wie etwa die bleibenden Platanen – widerstehen und sogleich den herkömmlichen Straßennamen weiter rechtfertigen.

Nicht nur am Kastanienwall steht ein Kahlschlag an. Auch auf dem Werder. Der Götterbaum auf der südlichen Werderspitze, die Äpfel-, Pflaumen- und Birnenbäume sowie die Robinien an der Kaimauer in Richtung alter Schleuse werden gefällt. Der Grund: Wurzelsprösslinge haben die Kaimauer beschädigt, sodass das Mauerwerk saniert werden müsse. Dafür, so Mros, müssen die zehn Bäume weichen. Neupflanzungen seien geplant.

Mein Standpunkt
Philipp Killmann
Von Philipp Killmann

Natürlich ist es schade um die kranken Bäume, die gefällt werden müssen. Aber es ist nicht das erste Mal, dass der Kastanienwall seine Kastanien verliert. 1952 fielen die damaligen Kastanien dem Ausbau des Kastanienwalls zum Opfer. Neue Kastanien wuchsen nach. 2020 werden es vielleicht Esskastanien sein. Klingt appetitlich.



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