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Auf dem Tönebönplatz / Start am Donnerstag

Alle Infos zum Hamelner Autokino

HAMELN. Besonders beliebt waren früher bei jungen Pärchen in den USA, die ein Date im Autokino hatten: Horrorfilme. Aus einem recht naheliegenden Grund: Im Auto ist’s schön eng, flüchten ist schwierig, also kann die sich gruselnde Freundin gar nicht anders, als Schutz bei ihrem Sitznachbarn zu suchen. Auch beim ersten Hamelner Autokino der Dewezet ist ein Film im Programm, der dazu Gelegenheit bietet: Stephen King’s Horrorklassiker „Es“, nichts für Zartbesaitete, doch auch für die gibt es natürlich passende Filme.

veröffentlicht am 25.09.2018 um 16:32 Uhr
aktualisiert am 25.09.2018 um 18:06 Uhr

Vom eigenen Auto aus Filme gucken, ohne dass Nachbarn stören, weil sie rascheln, knistern, schmatzen, reden – beim Autokino wie hier in Köln geht das. Und in Hameln wird es ab Donnerstag erstmals möglich sein. Foto: DPA
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite

Am Donnerstag geht es um 20 Uhr los, bis dahin ist noch einiges zu organisieren, damit der Tönebönplatz sich in ein Autokino verwandelt. Heute, am Mittwoch, beginnt der Aufbau, die Leinwand will aufgestellt und die Technik getestet werden.

Autokinos waren in den 1950er total angesagt, vor allem in den USA, wo das bereits im Juni 1933 eröffnet hatte, in Camden im Bundesstaat New Jersey. Eine der größten Herausforderungen für den Erfinder Richard Holingshead: Wie können auch die Zuschauer in den Autos der hinteren Reihen noch etwas sehen? „Er testete die richtigen Abstände der Fahrzeuge voneinander, entwickelte kleine Rampen für die Vorderräder, um eine leichte Neigung jedes Fahrzeugs zu erzielen“, wissen die Autoren von „movie-college.de“ zu berichten.

Schicke Cadillacs, Chevrolets, am liebsten als „convertibles“ – Cabrios – nahmen in den 60ern in den Autokinos ihre Plätze ein. Vor allem der Prüderie der US-Amerikaner ist es laut movie-college.de zu verdanken, dass die Autokinos so erfolgreich waren. Wo in der Öffentlichkeit bereits an einem Küsschen Anstoß genommen wird, vom Knutschen ganz zu schweigen, hüllt das Auto die Insassen in gefühlte Privatsphäre. Fast 30 Jahre vergingen seit der Gründung des ersten, bis auch in Deutschland ein Autokino eröffnete: 1960 in Grafenbruch bei Frankfurt.

Inzwischen wächst das Interesse am Filmgucken durch Windschutzscheibe: Unter allen Kino-Sonderformen (Filmfeste, kommunale oder Uni-Kinos) verbuchten die Autokinos bei Besucherzahlen und Umsatz im Jahr 2017 das deutlichste Plus, wie aus Zahlen der Filmförderungsanstalt FFA hervorgeht. Bei den Tickets gab es mit 313 445 einen Zuwachs von 15,2 Prozent. Der Bruttoumsatz kletterte sogar um 20,5 Prozent auf gut 2,6 Millionen Euro. Bundesweit gibt es laut FFA 20 Autokinos – etwa in Frankfurt, München, Stuttgart, Berlin, Leipzig oder auf Rügen. Nordrhein-Westfalen kommt mit Essen und Köln auf zwei. Daneben setzen Veranstalter in vielen Städten auf das mobile Autokino. In Minden wurde Mitte September bereits zum achten „Erlebnis Autokino“ geladen. Jetzt ist Hameln dran.

Die Filme auf Festplatten sind bereits geliefert, erzählt Stefan Barkow, der für die technische Umsetzung engagiert wurde. Auch „der KDM“ sei bereits da, also der digitale Schlüssel zum Freischalten der Filme für den vorgesehenen Zeitraum. Für den eventerprobten Barkow, der auch das Open-Air-Kino im Bürgergarten organisiert, ist die Technik für dieses Event deshalb besonders, weil der Ton des Films übers Autoradio kommt. Dafür musste er bereits vor Wochen einen umfassenden Antrag bei der Bundesnetzagentur stellen, inklusive exakter geografischer Daten für den Ort des Geschehens. In Retour gab es ein amtliches Bundesdokument „mit Bundesadler“ und der Frequenz, über die der Ton an den Autokino-Tagen gesendet wird.

Eine 8 mal 16 Meter große Leinwand wird ab Mittwoch aufgezogen – macht 128 Quadratmeter Kinogenuss. Platzanweiser verteilen die Autos sinnvoll auf dem Platz – die großen nach hinten, die kleinen nach vorne. Wer im Bulli oder SUV kommt, wartet, bis die Kleinen geparkt sind. Von maximal 250 Autos aus können die Filme geguckt werden. Die Autos dürfen erst dann wieder starten, wenn „die Security das Zeichen gibt“. Den Motor laufen lassen, damit es im Innenraum schön warm ist – „nein“, sagt Barkow. Gegen herbstliche Kälte sollten die Besucher mollige Decken mitnehmen, den Vergesslichen nimmt Barkow den Druck: „Wir verkaufen hier aber auch welche.“

Hier das Programm im Schnelldurchlauf:

  • „Mamma Mia! Here we go again“: Der zweite Teil de Abba-Musicals macht am Donnerstag 27. September , 20 Uhr, den Auftakt.
  • „Jurassic World – Das gefallene Königreich“: Dino-Alarm am Freitag, 28. September, 20 Uhr.
  • „Es“: Stephen Kings Horrorklassiker in neuem Gewand läuft am Freitag 28 September, ab 23 Uhr.
  • „Meine teuflisch gute Freundin“: Der Familienfilm ist am Samstag, 29. September ab 20 Uhr zu sehen.
  • „Mission: Impossible VI –Fallout“: „Und: Action!“, heißt es für Tom Cruise am Samstag 29. September, 22.30 Uhr.
  • „Three billboards outside Ebbing, Missouri“: Ein düsterkomisches Drama zum Abschluss am Sonntag, 30 September, 20 Uhr.

Eintrittskarten sind erhältlich im Dewezet-Ticketshop (Osterstraße 16) Sie kosten 14,50 Euro pro Person. Beim Familienfilm am Samstag werden 29 Euro pro Pkw berechnet – für maximal vier Zuschauer. Ab 18.30 Uhr ist Einlass für die ersten Filme, für die Spätfilme 30 Minuten vor Filmstart. Tickets gibt es auch am Kassenhäuschen an der Einfahrt oder bei einem der mobilen Verkäufer direkt vom Auto aus. Toiletten stehen bereit, und für Getränke und typische Kinosnacks ist natürlich ebenfalls gesorgt: Burger, Pommes, Nachos mit warmem Käse, Limo, Bier – und natürlich alkoholfreies Bier.

mit dpa



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