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Aktion Kinderhilfe e.V. gehen die Fördergelder aus: „Das eine oder andere Angebot müsste sterben“

„Akki“ sorgt sich um Zukunft sozialer Projekte

Hameln (ww). Für die finanzielle Unterstützung von Vereinen und Organisationen, die Kinder und Jugendliche von der Straße holen und Benachteiligten helfen, ist im städtischen Etat nur wenig Luft. In Zeiten, in denen die öffentlichen Kassen leer sind und das Haushaltsdefizit von Jahr zu Jahr steigt, sind es häufig die Gelder für soziale Projekte, die zuerst gestrichen werden – so sinnvoll oder notwendig sie auch sein mögen.

veröffentlicht am 04.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 10:41 Uhr

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Damit wichtige Projekte, die dem Auseinanderdriften der Gesellschaft entgegensteuern, auch in weniger „fetten“ Jahren nicht sterben, gibt es Vereine wie „Akki“: Der Hamelner Förderverein Aktion Kinderhilfe e.V. sammelt Gelder, verteilt sie an bereits bestehende Projekte oder initiiert, wo Bedarf besteht und gute Ideen vorhanden sind, Projekte wie die „Haltestelle“ in Afferde mit.

62 000 Euro konnte „Akki“ im Jahr 2012 für bedürftige Kinder im Landkreis Hameln-Pyrmont zusammentragen. Rund 145 Mitglieder unterstützen den Verein durch Jahresbeiträge, hin und wieder fließt eine Kollekte aus Gottesdiensten, Hochzeiten oder Beerdigungen an die Aktion Kinderhilfe. Zum größten Teil aber finanziert sich „Akki“ durch Bußgelder, die das Amtsgericht Hameln und die Staatsanwaltschaft Hannover an gemeinnützige Vereine verteilen, sowie durch Spenden von Hamelner Bürgern, Firmen und Banken. Und genau hier liegt das Problem.

Als Geldsammler und -geber schafft „Akki“ für viele Projekte die finanzielle Basis ihres Bestehens – im Hintergrund, ohne viel Aufsehen. Diese Bescheidenheit wird Beate Niemeyer, Kerstin Jedicke, Christel Wolten, Katja Dittmann und Johannes Gerhard Emmel – den ehrenamtlichen Köpfen hinter „Akki“ – nun zum Verhängnis: Für Spenden, egal ob private oder von Firmen, braucht es Öffentlichkeit und Werbung – genau an dieser mangelt es.

„Wir sind unseren vielen treuen Mitgliedern sehr dankbar, aber wir machen uns auch Sorgen, einige Projekte in den kommenden Jahren nicht mehr mittragen zu können, wenn sich an unserer finanziellen Situation nichts ändert“, sagt „Akki“-Vorsitzende Beate Niemeyer. Für das kommende Jahr kann der Verein mit 38 000 Euro planen, in den vergangenen vier Jahren ist der Etat immer weiter geschrumpft, um mehr als die Hälfte. Es gab einmal Zeiten, da flossen allein 40 000 Euro aus Bußgeldern an den Hamelner Kinderhilfe-Verein, heute ist es noch knapp die Hälfte – ein Phänomen, dass auch in anderen Kommunen beobachtet wird.

Im nächsten Jahr feiert „Akki“ 13-jähriges Bestehen; als der Verein damals gegründet wurde, stand ein Gedanke im Vordergrund: Vernachlässigte, missbrauchte, Gewalt ausgesetzte Kinder hier in Hameln, direkt vor unserer Haustür, zu betreuen, ihnen Raum zu schenken, Gehör zu verschaffen. Im Mädchencafé „No Limits“ beispielsweise finden viele Mädchen, deren muslimische Eltern ihre Töchter ungern in gemischtgeschlechtlichen Jugendtreffs sähen, eine Plattform, sich auszutauschen, deutsch zu lernen, sich vielleicht sogar einer Sozialpädagogin anzuvertrauen, wenn es Probleme gibt. Die Afferder „Haltestelle“ holt Kinder und Jugendliche von 11 bis 17 Jahren, denen zwischen ehemaligen britischen Garnisonswohnungen Freiräume fehlen, von der Straße, hilft ihnen bei den Hausaufgaben oder geht mit ihnen Kanufahren oder Fußballspielen. Und auch das Prager Eltern-Kind-Programm, kurz Pekip – eine Art Krabbelgruppe, die sich normalerweise eher die besser verdienende Gesellschaftsschicht leistet und die den Prozess des Zueinanderfindens zwischen Mutter und Kind unterstützt – finanziert „Akki“ für Mädchen aus unsicheren sozialen Verhältnissen, die jung schwanger geworden sind.

„Wenn unsere Einnahmen weiter sinken, müsste das eine oder andere Projekt sterben“, befürchtet Niemeyer. Weitere Informationen zu „Akki“, den Projekten sowie rund um die Themen Spenden und Mitgliedschaft finden Sie im Internet unter: www.akki-hameln.de



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