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Ausstellung in Hameln zu Redewendungen

Aha-Effekte im Museum: Frosch im Hals, Katze im Schlund

HAMELN. Jeder von uns verwendet täglich etwa 100 Redewendungen. Da staunen Sie Bauklötze, oder? Aber fallen wir nicht gleich mit der Tür ins Haus: Die Hamelner Museumsleitern Claudia Höflich führt durch ihre erste Sonderausstellung. Thema: Sprichwörter, Redensarten, geflügelte Worte. Die Feuertaufe der neuen Chefin sozusagen – aber sie ist ja kein Grünschnabel.

veröffentlicht am 03.11.2021 um 10:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2021 um 19:32 Uhr

Frank Henke

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Reporter zur Autorenseite

Redewendungen gibt’s reichlich – und ständig kommen neue hinzu: „Yes, we can“, ist so eine recht junge, sogar international beliebte Floskel. Deren Urheber ist aber wohl nicht der spätere US-Präsident Barack Obama, sondern ein Held des Kinderfernsehens: Bob, der Baumeister. Dies und noch viel mehr ist nun im Museum Hameln zu erfahren. Unter dem Titel „Mein Name ist Hase – Redewendungen auf der Spur“ wird dort noch bis zum 26. August 2022 eine Ausstellung des Museums für Kommunikation in Nürnberg gezeigt.

Für die vom Germanisten Dr. Rolf-Bernhard Essig konzipierte Schau ist es somit nicht die erste Station. Geschadet hat ihr die Deutschlandreise nicht. „Die Redensarten zum Wasser sind erst in Bremen dazugekommen“, erklärt Museumsleiterin Claudia Höflich. Jemanden „ausbooten“ oder der „Schuss vor den Bug“ werden nun erklärt. Natürlich auch in Hameln, schließlich fließt die Weser auch hier. Manches wird in der Sonderschau nun in Schaukästen erklärt, manches auf Texttafeln, aber auch mal als Video, interaktiv auf Bildschirmen oder als „Fadenspiel“, wie es die Besucher wohl noch vom Jahrmarkt kennen. Jeder Faden dreht eine Texttafel und enthüllt den Zitatgeber – zum Beispiel: Barack Obama und Bob, den Baumeister.

Besonders lustig ist der Blick auf die bildhaften Umschreibungen in anderen Sprachen. Statt „einen Frosch im Hals“ haben die Franzosen „eine Katze im Schlund“. Wer „große Töne spuckt“ ist in Ägypten „ein Popcornmacher“. Und wer „nicht alle Tassen im Schrank hat“, hat in Finnland wohl „nicht alle Mumins im Tal“.

Foto: fh

Anderes ist hingegen weniger lustig, als es manchmal verwendet wird. Das flapsige „Nullachtfuffzehn“ geht eigentlich zurück auf das in den Weltkriegen benutzte Maschinengewehr 08/15 und Hans Hellmut Kirsts so betitelte Trilogie von Romanen über den Zweiten Weltkrieg aus den 50er Jahren. Viele andere Redewendungen sind Jahrhunderte älter, oft haben sie Bezug zum Handwerk. Die Verbindung vom verrückten „Spinnen“ zum Garnspinnen etwa ist längst verblasst. Spinnerinnen erzählten sich bei der Arbeit eben einst gerne verrückte Märchen.

Ohne etwas zu lernen, kommt wohl niemand durch diese Schau. Diese sei „für Schulklassen sehr geeignet“, betont die Museumsleiterin. In den vergangenen Monaten war die Zusammenarbeit mit Schulen durch Corona eingeschränkt. Im September hat Claudia Höflich die Nachfolge von Stefan Daberkow angetreten. Im Museum Hameln tätig ist sie jedoch bereits seit 2012.

In der nächsten Sonderausstellung, das lässt Höflich durchblicken, soll im kommenden Jahr wieder ein stadtgeschichtliches Thema im Fokus stehen. Daran aber werde derzeit noch gearbeitet. Und wer redet schon gern über ungelegte Eier? Und das ist dann schon wieder so eine Redewendung …


Info: „Mein Name ist Hase – Redewendungen auf der Spur“, Museum Hameln, Osterstraße 8-9, dienstags bis sonntags 11 bis 18 Uhr, www.museumhameln.de



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