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Landwirtschaftsminister Christian Meyer zu Besuch in Hameln

Agrarpolitik ohne Bauernopfer

Hameln. Dass Begriffe wie Vermaisung, Greening, und Blühstreifen keine Fremdwörter für ihn sind, machte der Landwirtschaftsminister Christian Meyer gleich zu Beginn seines Vortrags deutlich. Damit signalisierte der Grünen-Politiker, der im Februar 2013 neuer Landwirtschaftsminister wurde, der mehrheitlich aus Landwirten bestehenden Zuhörerschaft, dass er über die aktuellen Konfliktfelder landwirtschaftlicher Bodennutzung sensibilisiert ist.

veröffentlicht am 24.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 00:21 Uhr

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Autor:

Andreas Winterholler
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Im Zentrum des Vortrags, den Meyer auf Einladung des Altschülervereins der Elisabeth-Selbert-Schule am vergangenen Donnerstag in Hameln hielt, stand die Frage: „Moderne Landwirtschaft und Umweltschutz – ein Widerspruch in sich?“ Die hierin zum Ausdruck kommende Kontroverse wurde im Verlauf der Veranstaltung, bei der auch Vertreter der ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe sowie Schüler der Berufsfachschule Agrarwirtschaft zu Wort kamen, immer wieder aufgegriffen. Frank Kohlenberg, Landwirt aus Bremke, übernahm die Moderation der Podiumsdiskussion im Anschluss an den Vortrag. Im Verlauf der Diskussion erhielten die anwesenden Landwirte die Möglichkeit, ihre Sorgen im Hinblick auf die von Meyer angestrebte Agrarwende zu artikulieren.

Den Hintergrund der angestrebten Debatte bildeten die in den zurückliegenden Monaten auf den Weg gebrachten Strukturreformen des Landwirtschaftsministeriums. Erklärtes Ziel des Ministers ist es in diesem Zusammenhang, durch eine Umverteilung der EU Gelder Grundlagen für eine stärkere Förderung ökologisch bewirtschafteter Agrarflächen zu schaffen. Die damit verbundenen Pläne der Landesregierung stießen in der Vergangenheit vor allem aufseiten der Agrarökonomen, die weiterhin auf konventionelle Bewirtschaftung ihrer Weide- und Anbauflächen setzen, auf geteilte Zustimmung. Der Missbrauch von Fördergeldern durch Großkonzerne sowie die zusätzliche Erfassung von Daten durch eine neu eingerichtete Katasterbehörde wurde offen kritisiert. Der Minister gab in diesem Zusammenhang an, dass man derzeit an Maßnahmen zur Eingrenzung des Missbrauchs von EU-Subventionen arbeite und dass der angekündigte Bürokratieabbau trotz der neu gegründeten Katasterbehörde weiter vorangetrieben werde solle. Den immer wieder laut werdenden Vorwürfen einer einseitigen Stigmatisierung konventionell wirtschaftender Betriebe hielt der Minister ethische Bedenken im Zusammenhang mit prekären Verhältnissen im Zuge der sogenannten Massentierhaltung entgegen. Er verwies hierbei auch auf geltende Richtlinien für einen ökologisch verantwortbaren Düngemitteleinsatz. Im Verlauf der Podiumsdiskussion zeigten sich beide Seiten bemüht, nach Lösungen für die bestehenden Probleme zu suchen und den konstruktiven Dialog zwischen den Leitern der niedersächsischen Betriebe und den Verantwortlichen in der Politik weiterhin aufrecht zu erhalten. Der Minister signalisierte zudem, dass er für die Notwendigkeit einer Vermittlung zwischen ökonomischen und ökologischen Belangen in erforderlichem Maße sensibilisiert ist. Obwohl die Gesprächsteilnehmer teils unterschiedliche Standpunkte vertraten, erwies sich das Gesprächsklima als durchgehend angenehm. Es ist daher zu erwarten, dass auch in Zukunft ein sachlicher Austausch zwischen den niedersächsischen Landwirten und den politischen Entscheidungsträgern möglich sein wird, auch ohne Bauernopfer.



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