weather-image
21°
Nach VHS-Vortrag über AfD

AfD-Politikerin beantragt Streichung von Fördergeldern für die Volkshochschule

COPPENBRÜGGE. Welche gesellschaftlichen Aufgaben eine Volkshochschule (VHS) zu erfüllen hat und welche nicht, darum ging es im Wesentlichen in der öffentlichen Sitzung des Kulturausschusses der Gemeinde Coppenbrügge. Grund für die Sitzung war der Antrag der AfD-Politikerin Elke Biester. Sie will die Fördergelder der Gemeinde an die KVHS streichen lassen. Stein des Anstosses war eine im März gehaltene Lesung, die im Rahmen des KVHS-Programmes die AfD zum Thema hatte.

veröffentlicht am 19.06.2017 um 13:39 Uhr
aktualisiert am 19.06.2017 um 15:41 Uhr

Auf der Homepage der Volkshochschule Hameln-Pyrmont findet sich ein umfangreiches Kursangebot. Screenshot: Dana

Autor:

CONRAD DAUER
Weiterlesen mit Ihrem Digital-Abonnement
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der formelle Grund der Sitzung war ein Antrag von Elke Biester (AfD), die Fördergelder Coppenbrügges an die Kreisvolkshochschule (KVHS), deren jährlicher Betrag zur Zeit 5300 Euro beträgt, zu streichen. Stein des Anstosses war eine im März gehaltene Lesung, die im Rahmen des KVHS-Programmes die AfD zum Thema hatte. Nach Ansicht Biesters gehören solche Veranstaltungen nicht in das Programm einer Volkshochschule; sie seien subjektiv und nicht bildend, sondern meinungsbildend.

Dass der Bildungsauftrag für eine Volkshochschule im Vordergrund zu stehen hat, war der gemeinsame Konsens unter den Teilnehmenden der Sitzung. Rainer Olze (Fraktion SPD, UWG, Grüne) wies allerdings darauf hin, dass die kritisierte Veranstaltung vom Hamelner Forum initiiert worden sei, dessen Programme aus vertraglichen Gründen auch über die KVHS angeboten würden. Die anschließende Diskussion sei durchaus sachlich moderiert worden. Gleichwohl habe die politische Erwachsenenbildung durch die KVHS auch in seiner Fraktion in der Vergangenheit Anlass zu Kritik gegeben.

Dieser Kritik und anderen Fragen stellte sich Hagen Zywicki, neuer Leiter der KVHS Hameln-Pyrmont. Ein ausgewogenes Programm zu offerieren, sei immer eine gewisse Gratwanderung. Die traditionellen Angebote wie Fremdsprachen, Kunstkurse und Ähnliches reichten heute nicht mehr aus, um ein grosses Publikum anzulocken. Hinzu kämen der demografische Wandel und steigende Personalkosten. Auch hätten sich die Informations- und Bildungsmöglichkeiten durch neue Konkurrenz – wie es nicht zuletzt auch das Internet darstellt – erhöht.

Diesen Entwicklungen müsse sich das Angebot der KVHS anpassen. In Bezug auf die AfD meinte Zywicki, dass diese Partei, auch unter dem Aspekt ihres schnellen Aufstieges, für Auseinandersetzungen mit ihr geradezu prädestiniert sei. Schlussendlich wurde der Antrag auf Streichung des Zuschusses von der Antragstellerin zurückgezogen. „Es ging uns“, so formuliert es Holger Biester, ebenfalls AfD-Mitglied und Zuhörer der Sitzung, „in erster Hinsicht nicht um die Streichung als solche, sondern darum, die Aufmerksamkeit für ein unvoreingenommeneres Bildungsprogramm zu wecken.“

Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare