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„Spiegel“-Redakteurin kritisiert Partei

AfD will Vortrag verhindern

HAMELN. Die Alternative für Deutschland (AfD) Weserbergland hat bei der Volkshochschule (VHS) Hameln-Pyrmont darum gebeten, eine Veranstaltung abzusetzen. Dabei geht es um einen Vortrag der Spiegel-Redakteurin Melanie Amann im Hamelner Forum, der sich kritisch mit der AfD auseinandersetzt.

veröffentlicht am 28.02.2017 um 18:49 Uhr
aktualisiert am 02.03.2017 um 17:52 Uhr

Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Was gehört in das „Hamelner Forum“, eine Veranstaltungsreihe der Volkshochschule (VHS) Hameln-Pyrmont, und was nicht? Diese Frage steht anlässlich eines Vortrags der Journalistin Melanie Amann im Raum. Die Spiegel-Redakteurin hat sich kritisch mit der AfD auseinandergesetzt und ein Buch darüber geschrieben. Die Journalistin sieht die Partei historisch ein in einer Liste deutscher Rechtsparteien und der europäischen Parteien am rechten Rand. Dass sie darüber nun im Hamelner Forum sprechen soll, damit hat die Alternative für Deutschland (AfD) Weserbergland ein Problem.

Die VHS, die das Hamelner Forum veranstaltet, müsse „sich parteipolitisch neutral verhalten“, teilt Rupprecht Holtz, stellvertretender Kreisvorsitzender der AfD Weserbergland, auf Anfrage mit. Das Buch von Melanie Amann sowie den Ankündigungstext der VHS für ihren Vortrag verstehe die AfD Weserbergland „als Hetze gegen die AfD“. Das sei auch nicht verboten, so Rupprecht, habe aber bei der VHS nichts zu suchen. Deshalb hat die AfD am Montag den Verbandsdirektor der VHS Hameln-Pyrmont, Hagen Zywicki, gebeten, die Veranstaltung abzusetzen. Es gehe nicht darum, der Journalistin Amann „einen Maulkorb zu verpassen“, so Holtz, sondern um das Forum, in dem der Vortrag stattfinden soll.

Hagen Zywicki bestätigt, dass am Montag auf Wunsch von Holtz und Dr. Jürgen Schönbrodt, ebenfalls stellvertretender Kreisvorsitzender der AfD Weserbergland, ein Gespräch über die Veranstaltung mit Melanie Amann stattgefunden hat. „Es war ein gutes Gespräch“, sagt der Verbandsdirektor. Allerdings habe man „fundamental andere Ansichten über die Aufgabe der VHS“.

„Wir haben einen Auftrag der politischen Bildung“, führte er der Dewezet gegenüber aus. „Solche Veranstaltungen mit teilweise auch kontroversen Themen gehören für uns dazu“, auch als „Beitrag zur Debattenkultur“, so Zywicki. Damit verletze die VHS aber nicht ihr Leitbild. Demzufolge ist die Volkshochschule „überparteilich und nicht an eine bestimmte Konfession, Weltanschauung oder soziale Gruppe gebunden“, wie auf ihrer Internetseite zu lesen ist.

Mit dem Vortrag von Amann betreibe die VHS „keine Parteipolitik“. Es gehe zwar um die AfD. Diese unterscheide sich etwa „von den Altparteien durch ihre rasante Entwicklung“, und deshalb sei sie ein Thema. Unter anderem auch davon handele Amanns Buch „Angst für Deutschland“, sagt Zywicki, der das Buch selbst gelesen habe.

Das Hamelner Forum bestehe aus zwei gleichwertigen Teilen: einem Vortrag und einer anschließenden Diskussion. Er habe Holtz und Schönbrodt dazu eingeladen, daran teilzunehmen, um dort ihre Meinung zu äußern. Sie hätten aber abgelehnt.

Holtz, der Amanns Buch nach eigenem Bekunden nicht gelesen, sondern sich mit der „Kurzangabe begnügt“ habe, sagt dazu: Man wolle die Veranstaltung durch das Zahlen des Eintrittsgeldes „nicht auch noch finanzieren“. „Auf Einladung“ Amanns würden sich Schönbrodt und er aber „einer Diskussion mit ihr stellen.

Derweil überlege sich der AfD-Kreisverband „weitere Maßnahmen“, zu denen sich Holtz zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht äußern wolle.

Termin: Melanie Amann spricht am Montag, 6. März, um 19 Uhr im Lalu (Hefehof).



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