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Rustikaler Bau bot früher Arbeitern Schutz / Heute nutzen Forst und Jäger die Waldunterkunft

Adventstürchen 13: Die „Steinbruchhütte“ im Riepen

HAMELN. Bis Weihnachten wollen wir für Sie, liebe Leserinnen und Leser, Türen öffnen. Die Redaktion besucht Orte, die nicht für jedermann zugänglich sind und verrät das eine oder andere Geheimnis, das hinter dem Türchen steckt. Heute: ein Blick in die sogenannte Steinbruchhütte am Riepen.

veröffentlicht am 13.12.2017 um 07:00 Uhr
aktualisiert am 13.12.2017 um 18:52 Uhr

Die Steinbruchhütte im Riepen ist für Außenstehende normalerweise nicht zugänglich. Foto: pk
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite

Sie liegt verborgen im Riepenwald, diese rustikale Hütte aus rotem Backstein. Ihre Holztür ist fest verschlossen, auch die Fenster gewähren keinerlei Einblick ins Innere der Hütte, sie sind mit Läden fest verrammelt. Über der Tür prangt ein massives Holzschild, in das „Steinbruchhütte“ geschnitzt ist. Was steckt dahinter?

Dieser stattliche Backsteinbau mit Fachwerk stellt eine von vier Hütten dar, die sich im Hamelner Stadtwald befinden. So gibt es im Klüt noch eine Hütte, die auch als „kleine Hütte“ bezeichnet wird, sowie die sogenannte Futterhütte und am Schweineberg die Pflanzgartenhütte. Normalerweise bleiben die Türen dieser Hütten für Außenstehende verschlossen. Doch für den Adventskalender der Dewezet gewährt uns Matthias Harpel an diesem Morgen einen Blick ins Innere der Steinbruchhütte.

Harpel ist sogenannter Jagderlaubnisscheininhaber innerhalb des Jagdreviers „Riepen“. Im Riepenwald befindet sich die Steinbruchhütte. Wer einen Wildgalgen, wie er sich wenige Meter vor der Steinbruchhütte befindet, als solchen erkennt, der ahnt, dass diese Hütte etwas mit der Jagd zu tun haben muss. An einem Wildgalgen wird das geschossene Wild aufgehängt. Wenn Harpel von einer erfolgreichen Jagd im Riepen zurückkehrt, dann weidet er das Wild am Galgen aus. Harpel öffnet die Tür zur Hütte.

Das Innere der Unterkunft ist urig. Auf kleinen Regalen befinden sich ausgestopfte Tiere, ein Fuchs, ein Raubvogel, Geweihe und Gemälde von Gebirgslandschaften zieren die Wände. Es gibt Tische, Bänke und einen großen Kamin. Letzterer ist im Winter auch nötig, denn eine Heizung oder gar Strom gibt es hier nicht.

Steinbruchhütte

14 Bilder
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Quelle: PK

Ein alter, längst vergilbter Bauplan von der ursprünglichen Hütte hängt an der Wand, so auch ein Gedicht von einem gewissen Fred Eichenauer. Es heißt „Die Story von der Steinbruchhütte“. Demnach geht die Hütte auf die Firma Kilian zurück, die im 19. Jahrhundert im Riepen einen Steinbruch betrieb. Im Laufe der Zeit führte sogar eine Seilbahn vom Steinbruch zur Straße herab, an der heute der Multimarkt liegt. Für die Steinbrucharbeiter wurde eine Hütte errichtet, als Unterkunft und für ihr Werkzeug, wie Forstamtsleiter Ottmar Heise mitzuteilen weiß. In dem Gedicht heißt es indes, dass für die Anfertigung der Werkzeuge ein Schmied angestellt worden sei. Für ihn sei dann die Hütte als Werkstatt gebaut worden. „Doch mit dem Weltkrieg kam die Wende / die Steinbruch-Ära ging zuende / und die Natur holt Stück für Stück / ihr Riepeneigentum zurück“, so Eichenauer. „Das Schmiedehäuschen drohte vor allem / in langen Jahren zu verfallen. / Doch von der Forst kam einer drauf: / ,Das Häuschen bau’n wir wieder auf!‘“ Das Ergebnis ist die um 1927 errichtete Hütte, wie sie noch heute im Riepen steht.

Sie ist Eigentum des Forstamts Hameln. Das Forstamt nutzt die Hütte vor allem für „betriebliche Zwecke“, so Heise. Mieter der Hütte ist Jägerschaft Hameln-Pyrmont, die dort ihre Jägerprüfungen abhält. Jäger Matthias Harpel ist ein weiterer Nutzer der Hütte. An Privatleute wird die Hütte nicht vermietet.


Am Donnerstag lesen Sie: Wir öffnen eine Zellentür im Gewahrsamstrakt der Polizei.



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