weather-image
10°

Rund fünf Prozent des benötigten Stroms wird mit Wasserkraft aus dem Stadtfluss gedeckt

Adventskalender Tür 16: Unter der Weser

HAMELN: Bis Weihnachten wollen wir für Sie, liebe Leserinnen und Leser, Türen öffnen. Die Redaktion besucht Orte, die nicht für jedermann zugänglich sind und verrät das eine oder andere Geheimnis, das hinter dem Türchen steckt. Heute: ein Blick hinter die Tür der Wasserkraftanlage, die sich gewissermaßen unter, zumindest aber in der Weser befindet.

veröffentlicht am 16.12.2017 um 06:02 Uhr

Wolfgang Rautmann von den Stadtwerken führt die Redaktion durch die Anlage hinter der Pfortmühle. Foto: pk
Philipp Killmann

Autor

Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Wer, wie wohl die meisten Hamelner, schon mal an der Weserpromenade spazieren gegangen ist, der ist auch schon an der unscheinbaren Stahltür in dem roten Backsteinbau hinter der Pfortmühle vorbeigekommen. Meistens ist die Tür verschlossen. Nur einmal am Tag kommt ein Mitarbeiter der Stadtwerke vorbei und schaut nach dem Rechten. Einer von ihnen ist Wolfgang Rautmann, der Leiter der Abteilung Stromversorgung. Hinter der Tür verbirgt sich eine Turbine, die Wasserkraftanlage „Pfortmühle“.

Hinter der Tür sieht es zunächst aus wie in einem kleinen Abstellraum: Arbeitsgerät, Hinweisschilder, eine Leiter, eine gelbe Regenjacke prägen das Bild. Eine Treppe führt nach unten. Im ersten Untergeschoss gibt es einen Arbeitsraum, an den Flurwänden hängen Bilder und eine Zeichnung der 1986 erbauten Wasserkraftanlage, die sich noch tiefer befindet, im zweiten, unterhalb der Wasseroberfläche der Weser gelegenen Untergeschoss. Man betritt es gewissermaßen von oben herab, über eine steile Treppe. Hier, in diesem großen, sehr hohen Raum befindet sich die riesige Anlage: eine imposante Turbine, befestigt mit mächtigen Schrauben. Durch sie wird Wasser der Weser geleitet, bis zu 35 Kubikmeter pro Sekunde. „Sie funktioniert wie eine Schiffsschraube, nur dass sie auf der Stelle läuft“, erklärt Rautmann. Die Turbine ist über die Welle mit dem Generator, dem Dynamo sozusagen, verbunden. Dazwischen befinden sich Leitungsdichtung, Getriebe und Schwungmasse. Das große, metallene Gehäuse der Schwungmasse ist warm. Kein Wunder, die Turbine läuft in der Regel 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, wie Rautmann sagt.

An diesem Tag werden augenblicklich 200 Kilowatt Strom produziert. „Dies entspricht etwas weniger als einem Drittel der möglichen Leistung von 724 Kilowatt“, führt Rautmann aus. Mit einem Wasserhahn lässt sich die Wassermenge regulieren. Anders ausgedrückt: Wird der Wasserhahn zugedreht, stehen die Maschinen still, und es wird kein Strom mehr produziert. Die Anlagen haben einen Selbstüberwachungsmechanismus. „Wenn die Temperatur außerhalb der Norm liegt, schaltet sich die Maschine selbstständig ab und sendet automatisch eine Meldung an die Netzwerkstelle der Stadtwerke“, schildert Rautmann. Dann rückt der Bereitschaftsdienst aus, um den Störfall vor Ort in Augenschein zu nehmen und zu beheben. Im Schnitt produziert die Turbine an der Pfortmühle vier Millionen Kilowattstunden pro Jahr.

3 Bilder
Die riesige Turbine (li.) und der orangefarbene Generator. Foto: pk

Eine weitere Wasserkraftanlage der Stadtwerke befindet sich auf dem Werder. Sie wurde bereits 1988 erbaut und beinhaltet zwei baugleiche Turbinen und Generatoren. Dort beträgt der Volumenstrom des Wassers, das durch die Turbine fließt, bis zu 65 Kubikmeter pro Sekunde. Dort werden jährlich im Schnitt acht Millionen Kilowattstunden produziert.

Die Anlagen wurden 1998 von den Stadftwerken von den Kampffmeyer-Mühlen übernommen. Sie produzieren um die zwölf Millionen Kilowattstunden im Jahr und damit etwa fünf Prozent des in Hameln benötigten Stroms. Rund 3430 Haushalte können damit ihren Jahresstrombedarf in Höhe von 3500 Kilowattstunden decken.

Die Stadtwerke bieten öffentliche Besichtigungen an.

Am Montag öffnen wir für Sie die Tür zum Backstage-Raum der Sumpfblume in Hameln.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt