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Zwei junge Auswanderer üben sich in der Eisherstellung in der Bäckerstraße / ZDF -Team hat gedreht

Adiós Alemania – aber gelernt wird in Hameln

Hameln. Er heißt zwar Giovanni Lasagna, aber er verkauft keine Pasta. Er verkauft vielmehr sein Wissen. Denn Giovanni L. ist Franchisegeber. Der Weltmeister in der Eisproduktion – diesen Titel hat er vor rund drei Jahren errungen – lebt meistens auf Mallorca. Und ist jetzt mal wieder in Hameln, um zwei junge Leute, die ausgewandert sind, in die Kunst der Eisherstellung einzuweihen.

veröffentlicht am 23.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 05:41 Uhr

Giovanni L. persönlich (li.) weiht die beiden jungen Auswanderer

Autor:

Christa Koch
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Julia Rupönns (23) aus Hannover und Maiko Bailly (29) aus Osnabrück haben zuvor in der Tourismusbranche gearbeitet, sie als Reisekauffrau, er als Touristikassistent. Irgendwann hat das Pärchen den Entschluss gefasst, „Adiós Alemania“, auf Wiedersehen Deutschland, zu sagen. Und zwar Richtung Mallorca, das beide bereits durch ihre Berufe kennen. Ende letzten Jahres haben sie ihre Jobs gekündigt, haben Abschied genommen von ihren Freunden, haben ihre Sachen gepackt und den Flieger auf die Balearen-Insel bestiegen. Dort eröffnen sie am 1. April ihr „Giovanni L.“, ihr Eiscafé, das es so oder so ähnlich an diversen Standorten gibt, und keinesfalls allein in Deutschland.

Einer dieser Standorte ist die Bäckerstraße in Hameln, Chef dort ist der gebürtige Gehrdener Maurizio Scannapieco (36). Insgesamt drei Wochen lang bringt er gemeinsam mit Giovanni L. den jungen Leuten das Eismachen bei – „das beste Eis, das es gibt“, sagt er selbstbewusst. Eis, das ist für Julia und Maiko die Leib- und Magenspeise, „der Hammer“, wie sie sagen. „Wir müssen in unserem eigenen Laden später aufpassen, dass die Truhen überhaupt voll sind“, neckt Julia ihren Lebenspartner ob seiner Naschhaftigkeit.

Keine Angst vor der Zukunft

Erstmal aber heißt es lernen, lernen, lernen, Giovanni oder Maurizius über die Schulter zu schauen und ihnen Geheimnisse abzuluchsen. Dass es mit dem Eiscafé auf Mallorca möglicherweise gar nicht klappen, dass sich das Zukunftsprojekt als Flop erweisen könnte, davor haben die zwei keine Angst. „Wir machen uns erst dann Sorgen, wenn es einen Grund dafür gibt. Bislang haben wir noch immer alle Probleme gelöst“, sagen sie zuversichtlich.

Umrahmten den stimmungsvollen Vormittag im Dorfgemeinschaftshaus mit frischer Blasmusik: Das Blasorchester der Feuerwehr Heyen unter der Leitung von Karl-Heinz Idenberg. Fotos: saw

So viel Optimismus interessiert auch die Leute vom Fernsehen. Ein ZDF-Team, bestehend aus Redakteurin Stefanie Schoeneborn, Toningenieur Antonius Anneken und Kameramann Alexander Alfes hat die beiden bereits seit ihrem Abschied von Deutschland begleitet und dreht jetzt auch in Hameln. „Wir möchten das Ganze zeigen unser dem Aspekt, dass es Menschen gibt, die der Wirtschaftskrise zum Trotz Neues wagen“, sagt die Redakteurin. Gesendet werden sollen die Folgen vermutlich im April, aufgezeichnet wird für „Hallo Deutschland“, „Drehscheibe“ und den Infokanal. Die Mallorca-Neulinge sind davon wenig beeindruckt, versuchen vielmehr, sich trotz des Gewusels und der Kamera um sich herum in den neuen Beruf einzudenken. Da kommt es ihnen zugute, dass sie ihren Franchise-Geber Giovanni bereits von Mallorca kennen, und zwar gut. „Unser Verhältnis geht weit über das Normale hinaus. Wir telefonieren mehrmals täglich“, freuen sich die zwei Auswanderer, deren künftiges Eiscafé derzeit noch einen Schuhladen beherbergt. Wenn sie demnächst endgültig im Nordwesten von Mallorca angekommen sind, wo überwiegend Spanier leben, wollen Julia und Maiko auch ihre Sprachkenntnisse vervollständigen. Beide sprechen zwar schon Spanisch, möchten sich aber komplett ins Inselleben integrieren. „Sprache ist da das elementar Wichtigste“, wissen die zwei. Lernen und arbeiten – das werde künftig weitgehend ihren Alltag bestimmen, sagen die jungen Leute. Aber: Sie möchten auch das milde Klima genießen, das ein Hauptgrund dafür war, warum sie ausgewandert sind. Und: Im kommenden Jahr werden Julias Eltern folgen.



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