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Musikwochen Weserbergland ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums

Acht Konzerte, acht Glanzpunkte

WESERBERGLAND. Im Sportoutfit zum Klassikkonzert? Dafür könnte sich der eine oder andere Radfahrer am 11. Juni entscheiden, wenn er direkt vom Felgenfest zum Rittergut Westerbrak fährt. Dort stehen an jenem Sonntag um 17 Uhr „Die Vier Jahreszeiten“ von Vivaldi auf dem Programm – und Orchester-Suiten von Bach und Telemann. Es ist das vorletzte Konzert im Rahmen der Musikwochen Weserbergland, die am 30. April beginnen.

veröffentlicht am 06.04.2017 um 13:57 Uhr

Das Ensemble Antico ist auf dem Rittergut Westerbrak zu hören. Foto: .musikwochen-weserbergland.de:
Birte Hansen

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Birte Hansen Reporterin zur Autorenseite
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Ob es glücklich ist oder nicht, dass sich Felgenfest und das Konzert am wohl populärsten der acht Spielorte, denselben Sonntag teilen? Die Frage stellen sich die Organisatoren der Musikwochen, Stefan Vanselow (Kreiskantor des Kirchenkreises Hameln-Pyrmont) und Christiane Klein (Kreiskantorin im Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder) auch. Die Antwort gibt es dann. Immerhin ist das Felgenfest zum Konzertbeginn schon fast vorbei.

Zum 29. Mal können Klassik-Liebhaber, auch die potenziellen, acht Konzerte in großen und kleinen Kirchen der Region sowie im Rittergut Westerbrak genießen. Das Programm steht „ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums 2017“ heißt es in dem vertrauten Flyer. Besonderes Highlight in diesem Kontext: Die Jazz-Musikerin Sarah Kaiser, die sich den Liedern Martin Luthers widmet. „Jazz und Kirche“, diese Kombination finde man ja nicht so häufig, sagt Stefan Vanselow.

Als fester Format-Baustein auch in diesem Jahr dabei: ein Sinfoniekonzert, in der katholischen Kirche St. Augustinus in Hameln. „Als Zeichen der ökumenischen Verbundenheit erklingen bekannte Orchesterwerke der Romantik mit Bezug zu Martin Luther“, heißt es in der Ankündigung. Darunter die Ouvertüre der Wagner-Oper „Tannhäuser“, die auf der Wartburg spielt. Alle Konzerte beginnen um 17 Uhr. Der Eintritt ist – wie in jedem Jahr – frei, allerdings kann sich die Reihe nur tragen, wenn die Besucher am Ende der Konzerte spenden. Über die Höhe entscheiden sie wiederum selbst, im Schnitt geben sie neun Euro, erzählen Vanselow und Klein. Karten gibt es keine, daher auch keine reservierten Plätze, außer für jene, die den Bustransfer nutzen. Das Programm der Musikwochen Weserbergland im Überblick:

Sarah Kaiser .Foto: Sergej Falk
  • Sarah Kaiser .Foto: Sergej Falk
Gerhard Schöne Foto:musikwochen-weserbergland.de
  • Gerhard Schöne Foto:musikwochen-weserbergland.de
Tobias Berndt. Foto: tobiasberndt.com
  • Tobias Berndt. Foto: tobiasberndt.com


30. April:Barocke Kantaten von Georg Philipp Telemann und Johann Balthasar König. Johanniskirche Groß Berkel. Telemann, der vor 250 Jahren starb, hat eine Fülle an Werken zur protestantischen Kirchenmusik geschaffen. Einige davon werden erklingen. König war Herausgeber des wichtigsten Gesangbuchs der Barockzeit und Telemanns Mitarbeiter. Kreiskantor Vanselow ist ausgewiesener König-Spezialist und leitet das solistisch besetzte Ensemble aus Miriam Meyer (Sopran), Stefan Kunath (Altus), Tobias Hunger (Tenor), Tobias Berndt (Bass). Außerdem spielt das Ensemble Antico.


7. Mai: Jazz@MWW – Sarah Kaiser „Freiheit – auf den Spuren Martin Luthers“. Liebfrauenkirche Ottenstein.


14. Mai: Familienkonzert mit Gerhard Schöne und heimischen Kinderchören. Martin-Luther-Kirche Hameln. Gerhard Schöne gehört zu den ganz wenigen ostdeutschen Liedermachern. Seine Lieder waren zu DDR-Zeiten Hoffnungsträger für viele, geprägt von Menschlichkeit, getragen vom christlichen Glauben, nicht unpolitisch und doch vor allem unaufdringlich unterhaltsam. Gerhard Schöne ist ein Meister der leisen Töne, der seine Worte lebt.


21. Mai: Heinrich Schütz, Symphoniae Sacrae III (1650). Klosterkirche Amelungsborn. Heinrich Schütz hat die Bibel in Martin Luthers deutscher Fassung „in Musik übersetzet“, wie er es selber nannte, und brachte damit auf eine bis dahin unerhörte Weise Musik zum Sprechen. Der dritte Teil seiner „Symphoniae Sacrae“, sein letztes gedrucktes Opus, gehört zu den bedeutendsten musikalischen Werken des 17. Jahrhunderts.


28. Mai:Sinfoniekonzert zum Reformationsjubiläum; Wagner, Brahms, Mendelssohn. St. Augustinus Hameln. Als Zeichen der ökumenischen Verbundenheit erklingen in Hamelns katholischer Hauptkirche bekannte Orchesterwerke der Romantik mit Bezug zu Martin Luther. Die Ouvertüre der auf der Wartburg spielenden Oper „Tannhäuser“ von Richard Wagner erinnert an Luthers epochale Leistung der ersten vollständigen deutschen Bibelübersetzung. Einen Gegenpol zu diesen optimistischen Werken bilden die grüblerischen „Vier ernsten Gesänge“ des Protestanten Johannes Brahms. Dazu hört man Vertonungen zentraler Bibelstellen in Luthers wortgewaltiger Sprache. Diese sind in der farbenreichen Orchesterfassung des zeitgenössischen Komponisten Detlev Glanert zu hören.


4. Juni: Wandelkonzert: Luthers Laute und ihre Ursprünge; Kammermusik bei Luther. Kirche zu Oberbörry und Kirche zu Niederbörry. Luthers Lieblingsinstrumente stehen im Zentrum eines Kammermusik-Wandelkonzerts der besonderen Art: Das Duo al Oud präsentiert eine west-östliche Begegnung der beiden kulturgeschichtlich bedeutsamen, uralten Saiten-Instrumente Laute und Oud.


11. Juni: Vivaldi – die vier Jahreszeiten; Orchester-Suiten von Bach und Telemann. Rittergut Westerbrak. Vivaldis vier weltbekannte Violinkonzerte präsentieren ein Kaleidoskop effektvoller Programmmusik. Das Ensemble Antico mit seiner Konzertmeisterin Annika Yildiz bietet eine ungewöhnliche, besonders reizvolle Aufführung mit vier verschiedenen Solisten.


18. Juni: Credo, Messvertonungen von Bach bis Pärt. Klosterkirche St. Marien Kemnade. Johann Sebastian Bachs „Lutherische Messe“ A-Dur bildet den Ausgangspunkt des Abschlusskonzerts der Musikwochen. Gegenübergestellt wird ihr die 1990 vertonte „Berliner Messe“ des Komponisten Arvo Pärt, die auf einfachste musikalische Bausteine setzt.

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