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Abschied und gute Taten

Aus! Ende! Das war’s. Das Patenboot „Hameln“ ist Geschichte – es wurde nach rund 25 Jahren außer Dienst gestellt. (Zum Glück, kurz bevor sämtliche anderen Minensucher und -jäger der Marine wegen technischer Probleme Auslaufverbot bekommen hatten.) Klar, dass der Abschied nicht ohne eine feierliche Zeremonie abging, an der mit Oberbürgermeister Claudio Griese, Bürgermeisterin Sylke Keil und SPD-Ratsherr Herbert Rode auch Vertreter der Patenstadt und auch solche der Marinekameradschaft teilnahmen. Nach Antreten an Deck und den üblichen Reden wurde die Flagge eingeholt, ein Schlepper ging längsseits und legte mit der „Hameln“ ab. Gänsehaut pur gab es für die Gäste, als die sieben im Hafen liegenden Boote des Minensuchverbandes ihre Schiffssirenen betätigten und einen schaurigen Lärm erzeugten; ihre Besatzungen waren auf der Brückennock angetreten und grüßten ein letztes Mal die aus dem Hafen gleitende „Hameln“. Und selbst der Himmel weinte: Schauerböen fegten während der gesamten Fahrt ins Arsenal über die Förde.

veröffentlicht am 20.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 18:41 Uhr

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Trotz eines langen Arbeitstages von im Schnitt 14 Stunden herrschte durchweg gute Laune beim sechsten Beschickerabend, zu dem Vorstand und Beirat der IG Weihnachtsmarkt erneut die eifrigen Budenbetreiber, aber auch Vertreter aus dem Hamelner Rat eingeladen hatte. Nur blieben an diesem Abend in der „Krone“ etliche Stühle leer: Politiker fehlten, weil zeitgleich eine Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke stattfand, andere hatten Arzttermine, darunter Alt-Marktmeister Günter Geppert oder Alt-Aktivist Bernd Blomeyer. Und auch Klaus Arnecke, Ex-Oberbürgermeister der Stadt und Rechtsbeistand der IG, hatte sich entschuldigen lassen, so dass allein Thomas Meyer-Hermann, Fraktionsvorsitzender der CDU, als Vertreter der Politik Gänsebraten beziehungsweise Rumpsteak genießen konnte. Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch, zumal IG-Vorsitzender Peter Ehlerding folgende Aussage zitieren durfte: „Parteiübergreifend sind alle dem Hamelner Weihnachtsmarkt wohlgesonnen.“

Und der Halvestorfer Thomas Meyer-Hermann macht auch in einem anderen Zusammenhang von sich reden: Der Politiker hat Stimmungen seines Heimatortes Halvestorf auf eindrucksvollen Bildern festgehalten und veröffentlicht diese in einem Wandkalender im Format A3. Vom faszinierenden Sonnenaufgang über Winter- und Frühlingslandschaften bis hin zu einem doppelten Regenbogen über dem heimischen Forst präsentiert der Kalender wundervolle Eindrücke. Er ist gerade aus der Druckerei gekommen und kostet 9,80 Euro. Von jedem verkauften Exemplar gehen zwei Euro an den Trägerverein des Waldbades Halvestorf. Zu erhalten ist der Kalender bei der Volksbank Halvestorf und natürlich auch bei Thomas Meyer-Hermann (Telefon 05158/98188).

Gefehlt haben die politischen Vertreter weitgehend beim Glühweinausschank zugunsten des Vereins „Freunde der Kinder von Brjansk“. Von mehr als 40 Ratsmitgliedern stellten sich allein Bürgermeisterin Sylke Keil, die ehemalige Ratsfrau Ute Paeschke sowie die Abgeordneten Helmut Reinecke, Carsten Meyerhoff und Gerhard Paschwitz (alle CDU) in den Dienst der guten Sache, wenn auch nur kurzzeitig; Verwaltungsvertreter waren an dem Stand erst gar nicht zu sehen. Immerhin: Bei der letzten Ratssitzung wurden noch mehr als 370 Euro für die Kinder gesammelt, die nach wie vor an den Folgen der Atomkatastrophe von Tschernobyl leiden.

6 Bilder
Einen Spendenscheck und Kinderpunsch: Bürgermeister Bernhard Wagner, die stellvertretende Kindergartenleiterin Ingrid Bergmann und Cord Grabbe von der Aerzener Weihnachtsmarkt-Initiative (hi. v. li.). sbr

Gute Taten sind ja vor Weihnachten regelmäßig angesagt, und da macht auch unser Stadtmanager keine Ausnahme: Nachdem die Stadt dem Leierkastenmann Fritz Riedel, früher eine bekannte Größe beim DRK, untersagt hatte, während des Weihnachtsmarktes auf seiner Drehorgel Musik zugunsten der Krebshilfe zu machen (die Gema-Gebühren!), hat Dennis Andres ein gutes Wort für den Mann eingelegt. Unbürokratisches Ergebnis: Riedel darf heute in Begleitung einiger Politiker eine Stunde lang spielen und eventuell Geld für den guten Zweck damit einsammeln.

Apropos Andres: Dieser „Kümmerer“ freut sich nicht nur darüber, dass die Online-Redaktion der Zeitschrift „Geo“ den Hamelner Weihnachtsmarkt unter den zehn schönsten in Deutschland auf Platz vier listet, sondern hat auch sonst noch Grund zur Freude, nämlich morgen seinen 36. Geburtstag. Da es kein runder ist, wird nicht groß gefeiert, sondern man wird ihn vermutlich mit weiblicher Begleitung auf der Eisbahn am Lütjen Markt treffen. Zeitgleich lädt CDU-Ratsherr Gerhard Paschwitz ein paar Freunde anlässlich seines 68. Geburtstages zum Rotenberg ein (falls ihm eine Niederlage von Hannover 96 nicht die Stimmung verhagelt). Und bereits gefeiert haben am letzten Sonntag Harald Wanger, Geschäftsführer der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT), und zwar den 53., sowie Ernst-Wilhelm Holländer, nämlich den 77. „Erwi“, wie Freunde den ehemaligen Hotelier nennen dürfen, war viele Jahre lang das Gesicht des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) und ist nach wie vor berühmt für seine Fähigkeiten, alles mögliche in Verse zu kleiden.

Aerzens Bürgermeister Bernhard Wagner hat eine Schuld eingelöst: Er hatte gewettet, dass es die Aerzener Weihnachtsmarkt-Initiative nicht schafft, 300 stimmgewaltige Sänger am zweiten Adventssonntag auf dem Kirchplatz zu versammeln, die das spanische Weihnachtslied “Feliz Navidad“ schmettern. Doch weit gefehlt: Es fanden sich weit mehr ein, und so gab sich der Bürgermeister als fairer Verlierer. Sein Wetteinsatz: Vorlesen in den Kindergärten Pöhlenstraße und Tannenweg. Kurz vor den Weihnachtsferien war es nun soweit, und die Kleinen lauschten den Geschichten um Tomte Tummetott sowie den fürchterlich schrecklichen Dreien. Die Weihnachtsmarkt-Initiative um Cord Grabbe nutzte die Vorlesestunde, um ihre Spende in Höhe von 250 Euro an den Kindergarten Pöhlenstraße zu überreichen.

Allen Geburtstagskindern der Woche einen Glückwunsch von dieser Stelle! Den anderen wird noch nicht im Vorfeld gratuliert, denn das soll bekanntlich Unglück bringen. Einen schönen Tag wünschen darf man ihnen aber allemal. Und allen anderen Lesern wünsche ich eine fröhliche Weihnacht!

christa.koch02@gmail.com

Abschiedszeremonie an Deck: Das Patenboot der Stadt Hameln ist Geschichte – es ging ins Arsenal.pr

Blatt aus dem Kalender von Thomas Meyer-Hermann (li). Ein Teil des Verkaufserlöses geht ans Waldbad.



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