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48 Jahre alter Mann unter Verdacht / 80 bis 100 Kubikmeter Schutt illegal entsorgt

Abgerissene Schule ins Grüne gekippt?

veröffentlicht am 08.09.2016 um 17:08 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Es geschah immer nachts – im Schutz der Dunkelheit: Der Täter fuhr in die Feldmark und kippte dort große Mengen Bauschutt ab. Vor allem im Flecken Coppenbrügge, aber auch in der Nähe von Hasperde. Am Ende lagen 80 bis 100 Kubikmeter Betonputz, Fliesen, Rigipsplatten, Elektrokabel, Glaswolle, aber auch Asbest, verpackt in 600 bis 800 große schwarze Müllsäcke, an Wegen und Äckern. Das sind zehn Lkw-Ladungen. Einen ähnlich gelagerten Fall in dieser Dimension hat es im Weserbergland wohl noch nicht gegeben.

Die Polizei nahm Ermittlungen auf, das Ordnungsamt bat um Hinweise aus der Bevölkerung, Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka setzte sogar eine Belohnung aus. Der entscheidende Hinweis kam aus Hameln. Ein anonymer Anrufer, der von dem Umweltfrevel in der Dewezet gelesen hatte, teilte mit, er habe solche Kunststoffsäcke auf dem Gelände der ehemaligen britischen Schule gesehen. Teile der seit Jahren leerstehenden „Hastenbeck Primary School“ waren im Februar 2013 ein Raub der Flammen geworden. Danach sah es dort wüst aus.

Nachforschungen von Polizei und Ordnungsamt ergaben: Der Schutt stammt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von dort. Der ehemalige Eigentümer steht im Verdacht, den Abfall illegal entsorgt zu haben. Oberkommissar Carsten Netsch hat gegen den 48 Jahre alten Mann, der lange Zeit in Hameln wohnte und inzwischen nach Holzminden gezogen ist, schon sechs Verfahren eingeleitet. Der Tatverdächtige bestreitet, den Schutt in die Landschaft gekippt zu haben. Er behauptet, er habe einer Firma aus Hannover den Auftrag erteilt, den Abfall zu entsorgen. „Das Unternehmen scheint es nicht zu geben“, sagt Ermittler Netsch. Unter der angegebenen Adresse befindet sich ein Wohnhaus. Der Verdächtige soll dort als Vermieter tätig sein.

Große Schuttberge in der Feldmark – Arbeiter des Bauhofes und der Müllabfuhr waren am Donnerstag stundenlang mit schwerem Gerät im Einsatz. Sie transportierten den Abfall ab. Der Bauschutt soll von der ehemaligen britischen Schule in Hastenbeck stammen (kleines Bild). Foto: ube

Es deutet inzwischen vieles darauf hin, dass der 48-Jährige die alte Schule im Grünen entsorgen wollte, um Kosten zu sparen und einen großen Reibach zu machen.

Der Mann soll mit dem neuen Eigentümer des Geländes einen Vertrag geschlossen haben. Darin gehe es um die ordnungsgemäße Entsorgung des Schutts, heißt es. Vermutlich hat der Verdächtige anfangs noch Abfall zu einer Deponie in Holzminden gebracht. Jedenfalls hat er Nachweise vorgelegt. Später soll er auf andere Ideen gekommen sein.

In dem Fahrzeug, mit dem der Mann unterwegs ist, wurden Rollen mit Müllsäcken gefunden – exakt von der Sorte, die an mindestens neun Stellen, gefüllt mit Schutt, gefunden wurden.

Am Donnerstag rückten Arbeiter des Bauhofes der Gemeinde Coppenbrügge und der Müllabfuhr des Landkreises mit Radlader und Riesencontainern an. An den Ablageorten wurde der Abfall weggebaggert. Die Gemeinde werde dem Verdächtigen die Kosten in Rechnung stellen“, kündigt Gerrit Ziech vom Ordnungsamt an.



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