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Lebenshilfe dreht Drama ums Tierheim

Abenteuer Film hat begonnen

Hameln. „Jetzt werden aus euch richtige Schauspieler“, ruft Christine Gleiss. Sofort kehrt Ruhe ein. Manche der Anwesenden reiben sich vor Aufregung vergnügt die Hände. Frank wirft schnell nochmal einen Blick auf sein Sammelsurium an Kugelschreibern. Gesa steckt sich zur Beruhigung einen Keks in den Mund, und Michael strahlt vor Freude mit den grellen Lampen der Videokamera von Heiko Görner um die Wette.

veröffentlicht am 06.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 08:41 Uhr

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Autor:

Christiane Stolte
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„Ich wollte schon immer mal Schauspieler sein“

Spannung pur im „Integrativen Café“ der Lebenshilfe. Auf diesen Moment haben zwölf Bewohner der betreuten Wohnstätten lange gewartet. Gleich erfahren sie, welche Rolle sie in dem bisher einmaligen Spielfilmprojekt „Nicht mit uns“ übernehmen werden, dessen Premiere am Freitag, 27. November, im Kultur- und Kommunikationszentrum „Sumpfblume“ mit rotem Teppich und allem, was zu einer echten Filmpremiere gehört, gefeiert werden soll.

Christine Gleiss verteilt die Rollen. „Jeder wird nach seinen Stärken und Vorlieben in den Film eingebunden“, sagt die Projektleiterin. Manuela beispielsweise misst gern Blutdruck. Also wird das auch im Film ihr Part sein. Frank kann die von ihm gesammelten Kugelschreiber beliebig einsetzen, und Matthias darf in die Rolle von „Rocky“, einem Hausmeister, schlüpfen. „Super, da freue ich mich“, ruft der „Hausmeister-Krause-Fan“ und reibt sich vergnügt die Hände. Auch die anderen sind zufrieden mit ihren Rollen. „Ich wollte schon immer mal ein Schauspieler sein“, meint Frank.

Mittlerweile ist „Havanna“ eingetrudelt. Sofort wird der zehn Jahre alte Hundemischling von seinen „Schauspielerkollegen“ liebkost und zum absoluten Star auserkoren. Havannas Frauchen ist die Leiterin des Hamelner Tierheims, das in dem Film eine wichtige Rolle spielt. Laut Drehbuch steckt das Tierheim in finanziellen Schwierigkeiten. Die Bewohner der betreuten Wohnstätten wollen helfen und veranstalten ein Sommerfest. Der Erlös reicht aber gerade mal für das Tierfutter. Die Bewohner gehen zur Bank und bitten um einen Kredit. Indes wird im Tierheim ein Hund „gestohlen“. Auch ein Tierschänder treibt sein Unwesen. „In der fiktiven Handlung, die wir gemeinsam mit den Darstellern erarbeitet haben, ist alles drin. Wie im richtigen Leben“, verrät die Projektleiterin. Den pädagogischen Hintergrund des Films erläutert Eckard Witte. „Mit diesem kreativen Angebot soll die Persönlichkeit der Bewohner gestärkt werden. Darüber hinaus wollen wir die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass behinderte Menschen durchaus Texte lernen und die ihnen zugeteilten Rollen umsetzen können und in der Lage sind, ihre eigenen Vorstellungen einzubringen“, so der Leiter für den Bereich Wohnen der betreuten Wohnstätten.

Der Film soll etwa 45 Minuten dauern. „Bis Oktober sind mindestens 15 Proben vorgesehen. Auch im Hamelner Tierheim werden wir drehen“, so die Projektleiterin, die unterstützt wird durch die pädagogische Mitarbeiterin Angela Wehrhahn und weiteren Mitarbeitern.

Gemeinsames Fazit nach dem ersten Drehtag: „Wir freuen uns riesig auf den nächsten Drehtag.“

Mischlingshund Havanna ist ganz klar der Superstar im Filmteam der Lebenshilfe. Foto: sto



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