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Ulrich Watermann (SPD) überrascht mit neuer Idee

Übungsplatz statt Auenwald auf Briten-Gelände?

HAMELN. Eine neue Idee für das ehemalige Briten-Gelände „Wouldham“ steht im Raum: Ulrich Watermann (SPD), Landtagsabgeordneter und Mitglied im Kreistag, schlägt vor, den Platz an der Weser als Übungsgelände für Katastrophenschutz und Sicherheitskräfte zu nutzen. Die Stadt Hameln hatte bislang andere Pläne für Wouldham. Sie wollte dort einen naturgeschützten Auenwald anlegen und hatte entsprechende Pläne gefasst.

veröffentlicht am 21.03.2017 um 18:12 Uhr
aktualisiert am 22.03.2017 um 11:07 Uhr

Philipp Killmann

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Watermann hält Wouldham für ein „ideales Übungsgelände für Katastrophenschutz und Sicherheitskräfte“. Das Gelände stehe bereits seit Jahrzehnten in dieser Tradition: erst durch das britische Militär, dann durch Technischen Hilfswerk (THW) oder die Diensthundestaffel der Polizei. Letztere führen auf dem Gelände heute beispielsweise Tests und Übungen durch. „Es wäre schade, wenn man das Gelände so nicht weiter nutzen würde“, meint Watermann.

Der Übungsplatz sollte nicht nur den regionalen Einheiten zur Verfügung stehen, sondern auch den Katastrophenschützern und Sicherheitskräften jenseits der Kreisgrenze. „Ich kann mir vorstellen, dass das Gelände auch gut von Hundertschaften der Polizei in Hannover genutzt werden könnte“, führt Watermann aus.

Das Areal an der Ohrschen Landstraße könnte größtenteils so belassen werden, wie es ist, so der SPD-Politiker. Dies gelte auch für die Gebäude, Betonflächen und Brücken, die das britische Militär dort hinterlassen hat und teilweise schon heute etwa von THW und Polizei genutzt würden. Rückbauten, wie sie für den von der Stadt vorgesehenen Auenwald nötig wären, wären Watermann zufolge dann weitestgehend überflüssig.

Ulrich Watermann.

Überhaupt sieht er die Pläne der Stadt kritisch. Für einen Auenwald würde die Stadt zwar auf Fördermittel des Landes zurückgreifen können. Die Kosten für den Rückbau für einen Auenwald würden bis zu 200 000 Euro betragen. Gut 90 Prozent davon könnten vom Land getragen werden. Mit Blick auf den bereits bestehenden Übungsplatz sähe Watermann es lieber, wenn diese Gelder an anderer Stelle im Land, wo sie vielleicht nötiger wären, investiert würden. Deshalb zöge er es auch aus wirtschaftlichen Gründen vor, Wouldham als Übungsplatz zu erhalten. Dazu komme, dass das Gelände in seinen Augen in seinem jetzigen Zustand im Hinblick auf den Naturschutz nicht viel her mache. „Da müsste man erst mal was anlegen“, meint Watermann.

Mit Landrat Tjark Bartels, ebenfalls SPD, hat er bereits am Montag über diese Idee gesprochen. Der begrüßt Watermanns Vorschlag. „Ich finde diese Idee gut“, sagt Bartels im Gespräch mit der Dewezet. „Jetzt müssen wir uns kurzfristig mit der Stadt sowie mit der Polizei und dem THW zusammensetzen und darüber sprechen, ob noch Änderungen möglich sind.“

Es wäre schade, wenn man das Gelände so nicht weiter nutzen würde.

Ulrich Watermann (SPD)

Der Landkreis Hameln-Pyrmont war schon bis 1996 Sitz einer bedeutenden Zivilschutzeinrichtung. Jahrzehntelang wurden in der Schule des Bundesverbandes für den Selbstschutz (BVS) in Voldagsen vor allem Mitarbeiter von Kommunen und der damaligen Bundespost ausgebildet. Das einzigartige Übungsgelände auf dem früheren Rittergut bei Coppenbrügge nutzten regelmäßig auch Feuerwehren und das Sondereinsatzkommando der Polizei.

Die Stadtverwaltung wusste bis Dienstagabend noch nichts von Watermanns Idee, wie ein Sprecher der Stadt auf Anfrage bestätigt. Eine Stellungnahme von Oberbürgermeister Claudio Griese war bis Redaktionsschluss nicht zu bekommen.

In dem Auenwald, so der Plan der Stadt, könnten sich Vögel, wie Weißstroch, Schwarzstorch oder Seeadler ansiedeln, in den Flachwasserzonen der Weser Insekten und Amphibien heimisch werden. Zuletzt hatte sich abgezeichnet, dass das Projekt zusätzlich vom „Blauen-Band-Programm“ mitfinanziert werden könnte (wir berichteten). Mit dem Aktionsprogramm will die Bundesregierung Flüsse, die nicht mehr für den Gütertransport bestimmt sind, aufwerten und wieder natürlicher werden lassen.



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