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Überstunden, zu wenig Personal, Erschöpfung - am Sana Klinikum gibt es Verbesserungsvorschläge

veröffentlicht am 20.12.2011 um 13:18 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:34 Uhr

Hameln (bha). Am Sana Klinikum Hameln gibt es Verbesserungsbedarf, wenn es um die Zufriedenheit der Patienten mit der Pflege geht. Berichte von totaler Überbelastung des Personals sind online zu lesen oder davon, dass die Pflegekräfte „wie am Fließband“ arbeiten mussten und entsprechend erschöpft und überfordert gewesen seien. Dabei werden die Pflegekräfte selten direkt kritisiert, sondern die personelle Ausstattung.

„Es gibt definitiv viel zu wenige“, meint ein Mitarbeiter des Klinikums an der Weser, der nicht genannt werden möchte. Auch die Gewerkschaft ver.di ist mit den Gegebenheiten nicht glücklich. Sabine Prenzlow, ver.di-Ansprechpartnerin für die Krankenhaus-Angestellten in Hameln, spricht von „horrenden Überstundenzahlen“. Gemessen daran, müssten „mindestens zwölf zusätzliche Stellen besetzt sein“, sagt Prenzlow. Eine Hamelner Besonderheit allerdings sei das nicht. „Sana befindet sich in schlechter Gesellschaft“, beschreibt Prenzlow die Zustände in der deutschen Krankenhauslandschaft. In den vergangenen Jahren wurde massiv Pflegepersonal abgebaut – der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe gibt an, dass „nach Berechnungen von Experten circa 70 000 Pflegekräfte“ in den Krankenhäusern fehlen – bei steigenden Patientenzahlen.

Die Krankenhäuser selbst stecken in einer „Sandwich-Position“, weiß Sabine Prenzlow. Budgetierung von oben, Ansprüche von unten. Ein Problem sei auch, dass die Länder ihrer Verpflichtung, für Investitionen in Geräte und Bauten zu zahlen, nicht nachkämen und viele Kliniken diese auch noch selbst finanzieren müssten – manche zulasten des Personals.

Etwa acht Prozent weniger Pflegekräfte als noch vor fünf Jahren arbeiten laut Personalleiter Norbert Reelsen inzwischen im Hamelner Krankenhaus. Heute sind noch 496 Männer und Frauen in der reinen Pflege beschäftigt, hinzu kommen 132 Pfleger im Funktionsdienst wie OP-Saal oder auf der Intensivstation. 50 Prozent sind Teilzeitkräfte. „Wir merken, dass etwas getan werden muss“, sagt Sana-Geschäftsführer Marco Kempka über den Pflegebereich in Hameln.

Mit welchen Probleme das Sana Kinikum in Hameln zu kämpfen hat, welche Strategien eingeschlagen werden sollen und wie die „Primäre Pflege“, ein aus den USA stammender Ansatz („primary nursing“), die Pflege-Situation verbessern soll, das lesen Sie in der Dewezet.



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