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Reaktionen auf Kandidatur-Verzicht von Susanne Lippmann / CDU will im November Namen nennen

Überrascht sind die wenigsten

Hameln. Die Ankündigung von Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann, sich im kommenden Jahr nicht erneut zur Wahl stellen zu wollen, hat in den Reihen der Politik ein unterschiedliches Echo ausgelöst. Auch wenn sich die OB über ihre Gründe für die Absage und auch den Zeitpunkt ihres Ausscheidens nicht näher erklärt hat, so scheint ihre Entscheidung für die meisten doch nicht wirklich überraschend gekommen zu sein. Außer vielleicht für die SPD, in deren Namen die parteilose Lippmann vor acht Jahren für das Amt kandidiert hatte.

veröffentlicht am 29.10.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 20:21 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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„Wir hatten eigentlich mit ihr gerechnet und geplant, denn sie hat gute Arbeit geleistet, auch wenn sie vielleicht außen nicht überall so gut angekommen ist, wie sie das verdient hätte“, bedauert der Fraktionsvorsitzende Werner Sattler. Für ihn hätten die Indizien für eine erneute Kandidatur überwogen, räumt er ein und bekennt, auch persönlich traurig zu sein. „Schließlich habe ich 2005 mit dafür gesorgt, dass Susanne Lippmann nach Hameln gekommen ist.“ Was den weiteren Zeitplan angeht: Eine Findungskommission hat sich noch am Montagabend, gleich nach Bekanntgabe von Lippmanns Absage, gegründet. Sie soll nach Sattlers Worten einen Kandidaten oder eine Kandidatin suchen – „ob regional oder auswärtig“, damit der Vorstand sich eine Meinung bilden kann. Sattler: „Und dann wird urdemokratisch durch eine Mitgliederversammlung entschieden.“ Wobei das bis Weihnachten geschehen soll, glaubt er, denn: „Falls es jemand von außerhalb wird, muss der sich ja erst mal hier bekannt machen.“

Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller war gestern permanent in Gremiensitzungen in Berlin und konnte sich offenbar nur am Rande mit dem „Fall Lippmann“ beschäftigen. „Ich bedauere die Entscheidung von Frau Lippmann. Sie hat viel erreicht für Hameln. Das wäre ihr sicher auch in Zukunft gelungen, gleichzeitig habe ich Respekt vor ihrer Entscheidung“, ließ die Abgeordnete per E-Mail aus der Bundeshauptstadt verlauten. Und weiter: „Ich bin sicher, dass die SPD eine bestens geeignete Person für die Spitze des Rathauses vorschlagen wird.“

„Ich bin von der Nachricht, dass Frau Lippmann auf eine erneute Kandidatur verzichtet, nicht wirklich überrascht worden“, sagt hingegen Claudio Griese. Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Hamelner Rat geht davon aus, dass Lippmann „ein anderes Amt zumindest schon in Aussicht hat“, dass sie derzeit nur noch nicht benenne. Nur die heimische SPD sei vermutlich in ihrem Konzept durcheinandergebracht worden durch das Vorhaben der Regierung in Hannover, vier Stellen für regionale Landesbeauftragte zu schaffen, glaubt der Christdemokrat. „Die Planung der SPD war sicher eine andere.“ Den Zeitpunkt, wann sich die CDU in der Kandidatenfrage erklärt, vermag Griese zurzeit noch nicht exakt zu benennen. Der Parteivorsitzende Michael Vietz und er als Fraktionschef halten es demnach für „guten Ton“, dass man erst abwartet, bis sich die Amtsinhaberin erklärt. Da diese das nun getan habe, werde man im November eine Vorstandssitzung einberufen und danach den Kandidaten benennen.

Susanne Lippmann will keine zweite Amtszeit als Chefin im Rathaus – viele haben offenbar schon damit gerechnet. Wal

Fast vollkommen bedeckt hält sich Ursula Wehrmann angesichts des Verzichts der Oberbürgermeisterin. „Ich nehme das zur Kenntnis. Sie wird sicherlich ihre Gründe haben“, ist so ziemlich das Einzige, was sich die Fraktionsvorsitzende der Grünen entlocken lässt. Das jedenfalls habe man zu akzeptieren und nicht zu bewerten. „Interessant“ bleibt für die Grüne aber der Zeitpunkt, zu dem Susanne Lippmann aus dem Amt scheidet. „Aber theoretisch hat sie ja noch ein ganzes Jahr.“

Schade hingegen findet die FDP Susanne Lippmanns Weggang aus Hameln. „Ich bedauere das sehr. Gleichzeitig verstehe ich es, wenn sie nach fast acht Jahren erfolgreicher Arbeit in Hameln neue Aufgaben sucht“, so der Fraktionsvorsitzende Hans Wilhelm Güsgen. Denn Erfolge habe Lippmann vorzuweisen – „auch wenn das nicht immer und von allen gewürdigt worden ist.“ Wenn es (voraussichtlich Ende Mai) zu Neuwahlen kommt, ist für Güsgen aber eines sicher: „Wir werden einen eigenen Kandidaten benennen. Sollten wir keine geeignete Persönlichkeit finden, werden wir aber keine andere Partei unterstützen.“ Schließlich seien die Wähler der FDP intelligent genug und ließen sich nicht bevormunden.

Bleibt noch die Fraktion Piraten/Linke. „Das hat sich doch schon angedeutet“, meint Peter Kurbjuweit (Die Linke) zu Lippmanns Entscheidung, die er ansonsten nicht näher kommentiert. Sein Rat: „Wir sollten gemeinsam versuchen, über Parteigrenzen hinweg eine Kandidatin oder einen Kandidaten zu finden, der gut für Hameln ist.“ Deshalb werde seine Fraktion sich die Vorschläge der anderen genau anschauen und dann entscheiden.



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