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Geschäftsmann Robert H. war ein Einzelgänger / Soko „Phila“ sucht nach Kontaktpersonen

Über das Mordopfer ist nur wenig bekannt

Hameln (ube). Wer war Robert H.? Wen kannte er, mit wem pflegte er freundschaftliche Beziehungen? Hatte der Mann ein Hobby? Fragen, auf die es bislang keine Antworten gibt, denn: Aus dem Privatleben des ermordeten Geschäftsmannes aus Hameln ist nur sehr wenig bekannt. Ein Einzelgänger sei er gewesen, heißt es. Irgendwann einmal sei er mit einer Frau zusammen gewesen. Aber das sei lange her. 53 Jahre war Robert H., als er in seiner Eigentumswohnung an der Schillerstraße 43 brutal getötet wurde. Er lebte allein. Es gibt Leute, die sagen, Robert H. sei ein schwieriger Mensch gewesen, einer, der oft Streit hatte, einer, der auch laut und unangenehm werden konnte. Reibereien habe es auch mit anderen Hausbewohnern gegeben, weiß ein Nachbar zu berichten.

veröffentlicht am 29.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 13:41 Uhr

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Der 53-Jährige war eingetragener Kaufmann: An der Kaiserstraße 37 betrieb er die Briefmarkenhandlung „Phila Studio“. Dort, in der Südstadt, verkaufte der Hamelner seit vielen Jahren Briefmarken und Münzen. Unter seiner Wohnanschrift in der Nordstadt ist eine andere Firma, die „Jurex-Internethandel und Unternehmensberatung“, verzeichnet. Mit seinen Geschäften, die er in der realen, aber auch in der virtuellen Welt abwickelte, habe sich der Hamelner nicht nur Freunde gemacht, sagt einer, der mit ihm zu tun hatte. „Seine sozialen Kontakte hielten sich wohl in Grenzen“, meint Kommissar Dirk Barnert. Offenbar spielte sich das Leben des Robert H. überwiegend in seinem Laden an der Kaiserstraße ab. Die meiste Zeit saß er auf einem braunen Ledersessel an seinem Schreibtisch und wartete auf Kunden.

Die Mordkommission „Phila“ hat nur wenige Hinweise aus der Bevölkerung erhalten. Nach der Veröffentlichung eines Phantombildes, das einen Mann zeigt, der als Täter in Frage kommt, meldeten sich bislang lediglich sechs Anrufer. „Wir sind noch dabei, die Informationen zu überprüfen“, sagt der Erste Kriminalhauptkommissar Axel Brünger, der die 21-köpfige Moko leitet. Die Ermittler haben gestern ein Bild des Opfers veröffentlicht. Sie hoffen, dass sich bei ihnen Personen melden, „die das persönliche Umfeld des Robert H. aufhellen können“. Wäre ja möglich, dass es Menschen gibt, die den Unternehmer nur unter einem Spitznamen kennen. Wer mit dem 53-Jährigen Kontakt hatte, wer etwas über sein Leben weiß, wird gebeten, sich mit der Mordkommission in Verbindung zu setzen. Die Beamten sind rund um die Uhr unter der Rufnummer 05151/933-222 zu erreichen.

Das Motiv der Gewalttat ist immer noch ungeklärt. Raubmord ist theoretisch möglich; diese These wird aber durch nichts belegt. Ob in der Wohnung etwas fehlt, wissen die Ermittler nicht. Ebenso unbekannt ist, ob Kriminaltechniker bei der Durchsuchung des in Tatortnähe sichergestellten Hausmülls wirklich auf Blutspuren gestoßen sind. Die Untersuchungen laufen noch.

Es sieht so aus, als sei der Briefmarkenhändler am Sonntag, 21. November, getötet worden. Am Abend dieses Tages verließen gegen 19.30 Uhr zwei dunkle Gestalten das Sechs-Parteien-Haus an der Schillerstraße. Die etwa 30 Jahre alten und 1,80 Meter großen Männer, die aus Osteuropa stammen könnten, verhielten sich höchst sonderbar – sie wollten auf keinen Fall gesehen werden.

Von dem getöteten Robert H. hat die Mordkommission nur dieses eine Bild. Die Ermittler suchen Personen, die das Umfeld des Geschäftsmannes aufhellen können.



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