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Seit gestern greift wieder die Einbahnstraßenregelung / Viele Anwohner wünschen sich die Aufhebung

Öffnung der Gartenstraße bleibt Dauerbrenner

Hameln (kar). Die Gartenstraße sorgt weiter für Diskussionsstoff: Nach der monatelangen Öffnung des nur knapp 300 Meter langen Teilstückes zwischen Süntelstraße und Feuergraben gilt dort jetzt wieder die Einbahnstraßenregelung. Seit dem 25. Juni war diese wegen der Erneuerung der Hamel-Brücke und einer damit verbundenen Vollsperrung am Feuergraben aufgehoben worden. Zur Freude vieler Anwohner der Nebenstraßen und des Scharnhorstviertels, die sich dank dieser zeitsparenden Abkürzung den großen Bogen über Mertensplatz, Erichstraße und Kastanienwall sparen konnten. Da es in dem Teilstück während der Öffnung zu keinen Zwischenfällen oder brenzligen Situationen gekommen ist, denkt man bei der Stadt inzwischen über eine Aufhebung der Einbahnstraßenregelung nach: „Wir prüfen, ob wir dieses Teilstück der Gartenstraße dauerhaft öffnen können“, hatte Stadtsprecher Thomas Wahmes Ende Oktober gesagt und damit erneut eine Pro- und Contra-Diskussion bei betroffenen Hamelnern ausgelöst.

veröffentlicht am 16.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 04:41 Uhr

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„Wir haben sowohl positive als auch negative Zuschriften bekommen“, stellt Wahmes fest. In den Leserbriefen, die zwischenzeitlich bei der Dewezet eingingen, neigt sich die Waagschale zugunsten einer dauerhaften Öffnung. So beklagen vor allem Bewohner des Scharnhorstviertels das Fehlen einer „vernünftigen Infrastruktur“ – von Norden her kommend. Durch eine erneute Einbahnstraßenregelung des kurzen Teilstückes der Gartenstraße würde das Scharnhorstviertel wieder abgehängt werden, kritisiert beispielsweise Karl-Heinz Heymer und rügt, dass bei der Planung des Neubaugebietes Scharnhorstviertel die Verantwortlichen offenbar über die verkehrsmäßige Anbindung nicht nachgedacht haben.

Auch Anwohner der Luisenstraße befürworten die Öffnung: „Es kam in der Zeit der Aufhebung der Einbahnstraßenregelung zu keinem höheren Verkehrsaufkommen, da in der Hauptsache Anlieger die Gartenstraße benutzten“, hat Claus Jäger beobachtet und würde sich im Falle einer dauerhaften Öffnung wünschen, „auf der Süntelstraße auch eine Linksabbiegerspur für die Fahrzeuge einzurichten, die von der Nordstadt in die Gartenstraße einfahren wollen.“

Die gab es auch während der Öffnung nicht, die meisten Autofahrer haben dies allerdings ignoriert und sind „verkehrswidrig“ abgebogen, wie Wahmes berichtet. Zu Problemen kam es trotzdem nicht.

Die Vorteile einer dauerhaften Öffnung liegen für viele Autofahrer klar auf der Hand: Statt über die Süntelstraße und die Abkürzung Gartenstraße ins Scharnhorstviertel zu gelangen, müssen sie bei der Einbahnstraßenregelung jetzt wieder den Umweg über Mertensplatz, Erichstraße und Kastanienwall mit drei bis vier Ampeln in Kauf nehmen. Die Folge: Zeitverlust, mehr Spritverbrauch und höhere Schadstoffbelastung durch Wartephasen an den Ampeln.

Noch entkrampfter wäre die Verkehrslage an den Knotenpunkten Mertensplatz, Erichstraße und Kastanienwall, wenn es bei einer Öffnung des Teilstücks auch eine Linksabbiegerspur von der Süntelstraße in die Gartenstraße gäbe. Dann könnten nämlich auch Bewohner der Nordstadt die Streckenabkürzung nutzen. „Das gilt es im Fall einer dauerhaften Öffnung zu prüfen“, sagt der Stadtsprecher, stellt aber gleichzeitig fest: „Bevor eine endgültige Entscheidung gefällt wird, bedarf es einer Abwägung der unterschiedlichen Interessen.“ Schließlich seien Wohnquartiere möglichst vom Durchgangsverkehr freizuhalten. Und es gebe ja auch Stimmen, die sich vehement gegen eine Öffnung des Teilstücks wehren. So befürchtet beispielsweise Eberhard Kretschmar, dass sich dadurch das Verkehrsaufkommen ganz wesentlich erhöhen könnte.

Dem widersprechen allerdings Zahlen, die eine städtische Erhebung während der Öffnung ergeben hat: „Demnach haben innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich circa 1000 Fahrzeuge die Straße genutzt“, berichtete Wahmes Ende Oktober.

Das sei für innerstädtische Bereiche nicht viel und auch für Wohnviertel akzeptabel, hatte der Stadtsprecher damals gesagt.

Die Stadt will jedenfalls in den nächsten Monaten eine weitere Erhebung in Angriff nehmen und zählen, wie sich die Verkehrsströme entwickeln, nachdem das Teilstück wieder Einbahnstraße geworden ist.

Damit ist es seit gestern vorbei: Die Öffnung der Gartenstraße ist wieder aufgehoben. Autofahrer müssen jetzt wieder große Umwege in Kauf nehmen. Wie das aussieht, zeigt die nebenstehende Grafik mit dem Beispiel Finanzamt als Startpunkt und Parkplatz Steigerturm als Ziel.



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