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Ärzte und Verbände einig gegen Idee neuer Praxisgebühr

veröffentlicht am 12.12.2011 um 14:53 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:34 Uhr

Hameln (CK). Die Deutschen sind Weltmeister beim Arztbesuch: Durchschnittlich 18 Mal pro Jahr suchen sie einen Mediziner auf, viel häufiger als in anderen europäischen Ländern üblich. Sind wir deshalb ein Volk von Kranken? Oder von Hypochondern (also eingebildeten Kranken)? Wie auch immer – um diese Zahl einzudämmen, plant die Regierungskoalition (auf jeden Fall aber die CDU) eine neue Praxisgebühr. Statt der wie bisher üblichen zehn Euro pro Quartal sollen es dann fünf Euro pro Arztbesuch sein. Aber ist das wirklich ein probates Mittel, um die Kassen wirksam zu entlasten?

Dr. Markus Hedemann, Sprecher der heimischen Kassenärzte, hält davon überhaupt nichts. Schon jetzt müsse er zu Anfang eines Quartals immer sein Personal verstärken, um den mit der bisherigen Zehn-Euro-Gebühr verbundenen bürokratischen Aufwand bewältigen zu können. Im Übrigen hält Hedemann eine neuerliche Gebühr auch nicht für ein geeignetes Steuerungsinstrument. Viele Ältere, vor allem chronisch Kranke mit einer kleinen Rente, seien heute schon von der Gebühr befreit, insofern laufe so ein Vorstoß weitgehend ins Leere.

„Total verfehlt“, so bewertet Herbert Huth, Vorsitzender des Stadtverbands Hameln des Sozialverbandes (früher Reichsbund), den Vorstoß. Die derzeit geltende Gebühr von zehn Euro pro Quartal sei bereits zu viel, und immer betreffe es die „Kleinen“, als alte oder arme Menschen“, meint er. Und die Möglichkeiten einer Befreiung, wie von Dr. Hedemann angeführt, seien viel zu gering.

Auch Helena Höxter, gelernte Arzthelferin, die sich im Seniorenbeirat engagiert, hält „gar nichts“ von den Plänen aus Berlin und glaubt nicht, dass eine neuerliche Gebühr Leute vom Arztbesuch abhalten wird, „die das aus Gewohnheit machen, weil sie es psychisch brauchen“.



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