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Bahn verweist auf Reinigungsfirma – doch die wird lange nicht tätig

Ärger über Taubendreck am Bahnhof

HAMELN. Erst werden allerorten die Gelben Säcke nicht abgeholt und verunstalten die Ortschaften. Jetzt wird auch der Bahnhof nicht so saubergehalten, wie es eigentlich der Fall sein sollte. Seit mehreren Wochen vermehrt sich dort ungehindert Taubendreck.

veröffentlicht am 23.01.2019 um 16:56 Uhr
aktualisiert am 23.01.2019 um 19:00 Uhr

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Leser Wolfgang Schulz ist nahezu täglich mit der Bahn unterwegs und hat die Entwicklung der zunehmenden Verunreinigung direkt mitverfolgt. „Im Bahnhof Hameln, besonders am Bahnsteig des Gleis 1, haben die dort lebenden Tauben einen erheblichen Dreck hinterlassen“, teilt Schulz der Redaktion mit. Nicht nur, dass der Taubenkot unansehnlich sei, er sei auch gesundheitsschädlich. Deshalb habe er Anfang Dezember nicht nur die Deutsche Bahn, sondern auch das Veterinäramt des Landkreises Hameln-Pyrmont über den Missstand in Kenntnis gesetzt. Doch dies, so Schulz’ Eindruck, scheint die Deutsche Bahn offenbar nicht zu kümmern. Zumindest habe sich, auch nachdem er sich an das Beschwerdemanagement der Bahn gewandt hatte, nichts an dem beklagten Zustand geändert.

Dabei hatte die Bahn Schulz gegenüber bereits Mitte Dezember per E-Mail eingeräumt, „dass dieser Zustand inakzeptabel ist“. Normalerweise werde der Bahnhof fünfmal wöchentlich gereinigt „und darf so nicht aussehen“. Deshalb habe die Bahn die mit der Reinigung beauftragte Firma nun ermahnt „und aufgefordert, eine ordentliche Leistung zu erbringen“. Doch einen Monat später, Mitte Januar, war der Zustand immer noch der alte. „Hoffentlich wird dieser ekelerregende Zustand bald behoben“, schrieb Schulz nun abermals an die Bahn und wandte sich an die Dewezet-Redaktion.

Auf Anfrage unserer Zeitung hieß es am Dienstag vonseiten der Deutschen Bahn: „Wir haben das Problem mit der Reinigungsfirma besprochen“, so Egbert Meyer-Lovis, Pressesprecher bei der Deutschen Bahn. Er führt den Taubendreck auf eine offenbar unvollständige Taubenvergrämung zurück. „Die Anbringung der restlichen Taubenvergrämung war bereits 2018 beauftragt.“ Noch am Tag der Dewezet-Anfrage, am vergangenen Montag, sei das beauftragte Unternehmen angeschrieben worden, der Bahn mitzuteilen, wann es ihren Auftrag ausführen werde. Dann ging wohl alles sehr schnell. Die Taubenvergrämung wurde bis Mittwoch offenbar angebracht, der Taubendreck entfernt.

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Und wie war das jetzt mit dem Taubenkot und der Gesundheitsschädlichkeit? In den Mikroorganismen, die Tauben mit dem Kot ausschieden, „können sich auch krankheitserregende Organismen (Bakterien, Hefen und Pilze) befinden“, heißt es dazu auf Anfrage aus dem Kreishaus. Häufig befinde sich in Taubenkot ein Erreger der Papageienkrankheit, eine auf Menschen übertragbare Tierseuche, die bei Menschen aber nur selten auftrete. Die Übertragung eines gesundheitsschädlichen Pilzes, dem Histoplasma capsulatum, sei außerdem möglich, „in Deutschland jedoch eher unwahrscheinlich“. Trotzdem: Unter Bezugnahme auf das Institut für Schädlingskunde weist das Kreishaus darauf hin, dass in 13 bekannten Fällen Menschen an von Tauben übertragenen Krankheiten gestorben waren.

Übertragen würden Erreger über den Mund, etwa bei der Nahrungsaufnahme mit ungewaschenen Händen, und über die Atemwege, etwa bei dem Staub verursachenden Fegen von trockenem Taubenkot. „Dies stellt eine mögliche Gefahrenquelle dar, ist aber – aufgrund der in der Regel nur kurzen Aufenthaltsdauer – für Bahnreisende nur bedingt relevant“, so Kreissprecherin Sandra Lummitsch.



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