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Städtische Einnahmen steigen

Ärger über Parkgebühren hält an

HAMELN. Ein Jahr lang wollte die Stadt die 2017 erhöhten Parkgebühren am lebenden Objekt testen und dann Ergebnisse vorlegen. Noch bevor diese öffentlich sind, regt sich bei den Händlern erneut Unmut über eine Regelung, die sie stets abgelehnt haben. Streitpunkt damals wie heute: Wer möglichst innenstadtnah zum Beispiel an der Baustraße parken möchte, darf das höchstens eine Stunde lang und muss dafür zwei Euro zahlen. „Zu kurz, zu teuer“, lautet seit jeher die Kritik.

veröffentlicht am 14.08.2018 um 16:32 Uhr
aktualisiert am 14.08.2018 um 18:50 Uhr

Die Parkvorgänge in diesem Bereich an der Baustraße sind laut Stadtverwaltung weniger stark gesunken als in anderen. Stattdessen wurde hier im Betrachtungszeitraum erheblich mehr Geld eingenommen als in den Vorjahren. Gleiches gilt für die Parkplätze
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Die Zeit ist abgelaufen, jetzt wird abgerechnet. Ein Jahr lang wollte die Stadt die 2017 erhöhten Parkgebühren am lebenden Objekt testen und dann Ergebnisse vorlegen. Noch bevor diese öffentlich sind – am Donnerstag beschäftigt sich die Politik damit –, regt sich bei den Händlern erneut Unmut über eine Regelung, die sie stets abgelehnt haben. Streitpunkt damals wie heute: Wer möglichst innenstadtnah zum Beispiel an der Baustraße parken möchte, darf das höchstens eine Stunde lang und muss dafür zwei Euro zahlen, wenn er die gesamte Zeit nutzt. „Zu kurz, zu teuer“, lautet seit jeher die Kritik. Zum Vergleich: Die erste Stunde am Steigerturm kostet 30 Cent, in der Tiefgarage am Rathausplatz 80 Cent.

Angefangen hatte die Stadt in der sogenannten Zone 1 mit einer Maximalparkdauer von 30 Minuten – wogegen die Einzelhändler und Kunden mit Erfolg protestierten: Die maximale Parkdauer wurde auf 60 Minuten erhöht, für die seitdem zwei Euro fällig werden. Aus städtischer Sicht ein Erfolg. Zum einen rappelt’s in der Kasse, zum anderen seien die Parkvorgänge zurückgegangen, so Ralf Wilde, Leiter des Fachbereichs Umwelt und technische Dienste.

Fast 136 000 Euro hat die Stadt im Jahr 2017 über die Parkautomaten in der Zone 1 eingenommen – rund 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Dass sie sich nicht analag zu den Gebühren verdoppelt haben, liege an der gesunkenen Anzahl der Parkvorgänge. Im Vergleich zu 2015 fallen die Veränderungen der Einnahmen weniger drastisch aus (plus 14,11 Prozent).

2016 hatte die Stadt die Regelung eingeführt, dass innenstadtnah längstens eine halbe Stunde geparkt werden darf. Welche Gründe letztlich zu einem deutlichen Rückgang der Einnahmen 2016 (um 18 Prozent im Vergleich zu 2015) geführt hatten, vermag Ralf Wilde jedoch nicht zu sagen, wie er auf Anfrage erklärt. Das Jahr sei als „Ausreißer“ zu bewerten. Die höchsten Einnahmen im vergangenen Jahr wurden laut Statistik am Kopmanshof erzielt (24 000 Euro nach 15 700 im Vorjahr und knapp 21 000 im Jahr 2015) und in einem Abschnitt der Baustraße (23 700 Euro nach knapp 13 000 Euro und 16 000).

Wenn es nach Ute Hapke ginge vom Brautmodenstudio Fee an der Osterstraße, würde die Höchstparkzeit für Kunden wieder hochgesetzt. „Mindestens zwei Stunden müssten möglich sein“, findet die Geschäftsinhaberin. So, wie es jetzt ist, sei es „kundenunfreundlich“. Auch der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands Hameln-Pyrmont und Geschäftsführer des gleichnamigen Modehauses, Holger Wellner, ist mit der Entwicklung in Hameln nicht glücklich. Grundsätzlich seien die Frequenzen im Einzelhandel rückläufig. Das sei ein Trend, der seit Jahren beobachtet werde und der verschiedene Gründe habe. Umso wichtiger sei es, „dass die Stadt gegen den Frequenzrückgang“ gegensteuere, um den Kundenzustrom zumindest stabil zu halten. Parkgebühren senken und die Parkdauer erhöhen, sei wünschenswert.

Die Stadt dagegen sieht ihre Ziele erreicht, die sie ursprünglich mit dem Parkraumbewirtschaftungskonzept erreichen wollte: Für Kurzparker Parkplätze vorzuhalten und jene, die länger in der Stadt bleiben möchten, in die günstigeren Parkhäuser zu lotsen. Ob Letzteres allerdings gelungen ist, muss Ralf Wilde erst noch eruieren. Es habe offenbar Kommunikationsprobleme mit den Stadtwerken gegeben; verlässliche Zahlen, die eine Zunahme der Parkvorgänge in den Parkhäusern belegen, lägen (noch) nicht vor. „Die Möglichkeit, einen Parkplatz zu finden, hat sich erhöht“, sagt Wilde und verbucht das als Erfolg.

Eigentlich soll der Umweltausschuss am Donnerstag darüber beraten und eine Empfehlung abgeben, dass die Gebührenordnung so, wie sie jetzt ist, beibehalten wird, doch Wilde will nach eigener Aussage empfehlen, den Testzeitraum noch einmal zu verlängern, um auch hinsichtlich der Parkhausauslastung verlässliche Zahlen zu erhalten.

Mein Standpunkt
Birte Hansen
Von Birte Hansen-Höche

Ein Thema, dessen Ausgestaltung nie allen gerecht werden kann. Händler und Kunden hätten am liebsten (kostenfreie) Parkplätze vor der Geschäftstür, Umweltschützern und Stadtplanern wäre eben das ein Gräuel. Am Ende steht ein Kompromiss – der in jeder Ratsperiode neu diskutiert werden kann.



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