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Ärger beim Einfädeln auf der Hochstraße

HAMELN. Die Berichte über Hamelns neue Mini-Kreisel sind für Torsten Schulz Anlass, auf einen weiteren Punkt aufmerksam zu machen, an dem sich nicht alle Autofahrer so verhalten, wie es vorgeschrieben ist: Nach der Thiewallbrücke, am Ende der Hochstraße, wird der Verkehr seit etwa vier Jahren von zwei Spuren auf eine gelenkt. Einfädeln lassen alias Reißverschlussverfahren ist das Gebot der Stunde. Doch mancher, der rechts fährt, sieht gar nicht ein, dem von der linken Spur kommenden, Einlass zu gewähren – so Schulz’ Erfahrung.

veröffentlicht am 18.09.2018 um 14:49 Uhr

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Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Er selbst fahre oftmals in der linken Spur, direkt bis an das Ende, schreibt Schulz der Dewezet. Dabei sei es ihm schon „sehr oft passiert, dass andere Autofahrer sich hiervon anscheinend provoziert fühlen, oder was auch immer, und geben hinter einem auf der rechten Spur schon von weitem (im Rückspiegel zu sehen), ordentlich Gas und überholen auf der rechten Seite“. Manchmal sei er schon regelrecht abgedrängt worden, so dass ein gefahrloses Einschränken gar nicht möglich sei. Er habe schon Vollbremsungen ausführen müssen, um einen Unfall zu verhindern.

Andere Autofahrer machen an derselben Stelle die umgekehrte Erfahrung: Fahrer, die noch schnell von rechts nach links ziehen, Gas geben, sich längst nicht an die Vorgabe „50“ halten, um dann am Ende wieder einzufädeln. Auch Markus Brockmann, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Geschäftsbereich Hameln, kennt beide Verhaltensweisen, sieht persönlich an dieser Stelle jedoch kein Problem. Der Spurverlauf sei damals geändert worden, um den Unfallpunkt am Ende der Hochstraße zu entschärfen. Dort mussten die Fahrer, die auf die Pyrmonterstraße einbiegen wollten, den von der Hochstraße kommenden Fahrzeugen Vorfahrt gewähren – was nicht immer berücksichtigt wurde. „Die neue Streckenführung wirkt unfallvermeidend und basiert auf einer davor liegenden Entscheidung der Verkehrsunfallkommission“, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Die Unfallzahlen bei Einfädelung aus dem Brückenkopf seien zurückgegangen. „Die neue Verkehrsführung hat sich aus Sicht der Stadt bewährt.“

Doch Markus Brockmann räumt ein: Grundsätzlich stünden viele Verkehrsteilnehmer mit dem Reißverschlussverfahren auf Kriegsfuß. Da sei der auf der rechten Spur dann sauer auf jenen, der links vorbeifährt – was er ja aber darf und soll. Weil das längst nicht immer reibungslos funktioniert, sei man in Baustellenbereichen auf Autobahnen schon dazu übergegangen, die Trennlinien zwischen den Spuren frühzeitig durchzuziehen, so dass „im Einfädelungsbereich nicht mehr gewechselt werden kann“. Dort muss derjenige auf der linken Spur dann bis zum Ende fahren und kann sich dann einfädeln. Ähnliches für die Thiewallbrücke und die Hochstraße vorzunehmen, hält Brockmann nicht für angebracht. Grundsätzlich gilt: Ordnen sich alle zu früh ein, in diesem Fall auf der rechten Spur, führt das eher zu Staus.

Der ADAC gibt diese Hinweise zum Reißverschlussverfahren:
Der Wechsel der Fahrspur sollte erst unmittelbar vor Ende des Fahrstreifens erfolgen; Autofahrer, die bis zum Hindernis fahren, verhalten sich also korrekt.
Autofahrer auf der weiterführenden Spur müssen die anderen Verkehrsteilnehmer einfädeln lassen.
Und für die Autofahrer, die links noch einmal Vollgas geben um an den anderen vorbeizuziehen, gilt wie für die anderen: 50.



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