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Autofahrer rasen / Badende lassen ihren Müll liegen

Ärger an den Kiesteichen: Eigentümer will Schranke installieren

TÜNDERN. Ende Gelände, Schluss mit lustig, den Autofahrern wird jetzt ein Riegel, genauer eine Schranke, vorgeschoben: Sie soll künftig die Durchfahrt am Ende der Brandenburger Straße zu den Kiesteichen in Tündern verhindern. „Da rasen Autos über die Feldwege, so dass Fußgänger ins Gras springen müssen“, beschreibt der Vorsitzende des Realverbandes, Karl-Friedrich Meyer, die Zustände.

veröffentlicht am 20.08.2018 um 14:29 Uhr
aktualisiert am 20.08.2018 um 18:00 Uhr

Karl-Friedrich Meyer, Vorsitzende des Realverbandes, lässt nun diese Schranke an der Durchfahrt zu den Kiesteichen installieren. Foto: wal
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Stadt und Realverband sehen sich nun gezwungen, zu handeln, erklärt der Pressesprecher der Stadt Hameln, Thomas Wahmes.

Bereits Mitte dieser Woche soll die Schranke montiert werden. Auch ohne sie ist es verboten, die Wirtschaftswege bis zu den Kiesteichen zu befahren. Doch an die Verbotsschilder hätten sich manche Autofahrer nicht gehalten, erklärt Wahmes und beruft sich auf das Ordnungsamt. Selbst nachts seien Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit über die Feldwege gefahren, berichtet Karl-Friedrich Meyer. Er spricht von einer „unhaltbaren Situation“.

„Eine andere Möglichkeit, den Fahrzeugverkehr auf den Wirtschaftswegen zu verhindern, sehen wir nicht“, heißt es aus der Verwaltung über die Schranke. Außerdem will der Realverband an den Zufahrten im Bereich des Weserradweges Sperrpfosten installieren, damit der Fahrradverkehr ungehindert rollen kann. Sämtliche Wege in diesem Gebiet befinden sich im Eigentum des Realverbandes und dürfen daher nicht von privaten Autofahrern genutzt werden. Nur die Mitglieder des Realverbandes, die Mitarbeiter der Kiesabbauunternehmen, die Mitglieder des Angelvereins und der anderen Sportvereine als Pächter von Wasserflächen dürfen dort fahren.

Wenn sich alle an die Spielregeln hielten, würde ja keiner was sagen.

Karl-Friedrich Meyer, Vorsitzender Realverband Tündern

Ein weiteres Problem bereitet den Verantwortlichen Sorgen: Aufgrund des heißen Wetters der vergangenen Wochen waren die Kiesteiche – wie in jedem Jahr – Ziel zahlreicher Badegästen. „Die Gefahren sind sehr groß“, warnt Meyer und verweist auf den laufenden Kiesabbau, der in dem Gebiet weiterhin Priorität habe. Das Badeverbot bestehe daher nicht ohne Grund. Meyer: „Uns ist es wichtig, die Badenden zu warnen und auf die Gefahren hinzuweisen.“

Und noch etwas ärgert nicht nur die Offiziellen: der Müll, den die ohnehin nur geduldeten Gäste dort hinterlassen. Auf Facebook sind Bilder zu sehen, die haufenweise Glasflaschen, Verpackungen und anderen Müll zeigen. In den Kommentaren regen sich die Nutzer über so viel Gedankenlosigkeit auf. Meyer kennt das Problem. Früher, als die Angler die Teiche gepachtet hatten, hätten sie sich letztlich darum gekümmert, dass die Hinterlassenschaften Fremder entsorgt werden. Doch derzeit würde die Pachtverlängerung erst noch ausgehandelt, so Meyer. Er hoffe jetzt, dass die Schranke auch dazu führt, dass die Leute dort weniger mit hinschleppen und somit weniger liegenlassen können, wenn sie nicht mehr mit dem Auto kommen.

„Wenn sich alle an die Spielregeln hielten“, sagt Meyer, „würde ja keiner was sagen“, nicht einmal zum Baden, obwohl es verboten ist. Aber das klappt offensichtlich nicht. Und „wenn man dann was sagt, kriegt man noch’nen dummen Spruch“, so Meyer über seine Erfahrung. Das ärgere ihn am meisten, „dass die Leute nicht einsichtig sind“.

Information

Kiesteiche sind Thema im Ortsrat

Auch im Ortsrat Tündern am Mittwoch, 22. August, wird das Thema „Kiesteiche“ behandelt. Die CDU-Fraktion stellt den Antrag, dass die zuständigen Fachbereiche der Stadt Hameln an den Teichen verstärkt kontrollieren, ob die geltenden Regeln eingehalten werden. Die Politiker beklagend, dass dort zu schnell gefahren, wild geparkt, Müll liegengelassen und trotz Brandgefahr sogar gegrillt werde. Ebenfalls auf der Tagesordnung steht die Parkregelung entlang der Emmerthaler Straße, ein Sachstandsbericht zur städtischen Unterkunft an der Tündernschen Straße 6 und die Einrichtung einer Großtagespflegestelle in Tündern.Beginn der Sitzung ist um 19 Uhr im Kommunikationsraum der Sporthalle Tündern.

Mein Standpunkt
Birte Hansen
Von Birte Hansen-Höche

Macht mich das wütend: Warum nur fällt es manchen Menschen offenbar so schwer, ihren eigenen Dreck (oder den ihrer Hunde) so zu entsorgen, dass andere damit keine Scherereien haben? Diese „Mir-doch-egal-ich-hab’-Spaß-Haltung“ ist zum Heulen. Rücksichtnahme ohne Selbstaufgabe ist möglich.



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