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Ängste abbauen

Die Idee von Innenminister Uwe Schünemann, mehr Einfluss auf Vorbeter zu nehmen, klingt gut. Aber wird sie sich auch umsetzen lassen? Noch ist es so, dass Imame vom türkischen Staat für vier Jahre nach Deutschland geschickt werden. Erst einmal müsste dieses System verändert werden.

veröffentlicht am 27.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 00:41 Uhr

Autor:

Ulrich Behmann
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Denn: Ändert sich nichts, wird es in den Moscheen auch keine Arbeit für die in Deutschland ausgebildeten Vorbeter geben. Und es müsste gelingen, dass die islamischen Gemeinden die wohl eher liberalen Imame als einen der Ihren akzeptieren.

Islamunterricht in deutscher Sprache für muslimische Schüler an deutschen Schulen, aber auch Predigten auf Deutsch können dazu beitragen, dass Ängste und Vorurteile abgebaut werden – denn: Die Sprache ist ein Schlüssel zur erfolgreichen Integration.

Wer in Deutschland aufgewachsen ist und deshalb weiß, wie Deutsche denken und an was sie glauben, kann sie auch verstehen. Nur wer weiß, wie junge Deutsch-Türken unter den Einflüssen des Westens aufgewachsen sind, wird auch mit ihnen ins Gespräch kommen. Ein Vorbeter sollte eine Brücke zwischen den Kulturen bauen, er kann aufklären und für ein friedliches Miteinander der Religionen werben. Er kann aber auch mit falschen Vorstellungen aus seiner Heimat nach Deutschland kommen, Einfluss nehmen – und mit Worten Unheil anrichten.

Beunruhigend klingt, was eine Untersuchung des Duisburger Sozialwissenschaftlers Rauf Ceylan ergeben hat: Islamische Prediger, die aus der Türkei nach Deutschland geschickt werden, seien nur unzureichend auf ihren Aufenthalt in Deutschland vorbereitet und könnten daher kaum zur Integration türkischer oder arabischer Migranten beitragen. Zudem gehörten bis zu 20 Prozent von ihnen einer fundamentalistisch-konservativen Strömung an. Wenn das stimmt, ist Schünemann auf dem richtigen Weg.

u.behmann@dewezet.de



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