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Pläne für sozialen Wohnungsbau stoßen in Ortschaften auf Kritik / Bürger sammeln Unterschriften

„90 Prozent der Haverbecker lehnen das ab“

Hameln. Scharfer Gegenwind kommt Stadtbaurat Hermann Aden beim geplanten sozialen Wohnungsbau (wir berichteten) entgegen. Der Gegenwind kommt von Bürgern, die in der gestrigen Ausschusssitzung für Stadtentwicklung ihrem Ärger Luft machten. „90 Prozent der Bürger in Haverbeck lehnen diesen sozialen Wohnungsbau ab“, sagt Holger Steinhoff, und übergibt eine Liste mit 300 Unterschriften. Der Grund: Haverbeck sei mit der Integrationsleistung überfordert. 16 Wohneinheiten für Familien sollen auf dem Baugebiet Auf dem Berge entstehen. Man vertraue nicht darauf, dass – wie ursprünglich geplant – nur ein Drittel mit Flüchtlingen belegt werde, so Steinhoff. „Das könnte zum sozialen Brennpunkt werden.“ Auch aus Hastenbeck und Tündern waren Bürger gekommen, um zu diskutieren. Dabei ging es auch darum, ob die Bürger früher und intensiver als üblich eingebunden werden sollten. Die SPD-Fraktion legte einen entsprechenden Antrag vor: Die Verwaltung solle die Ortsräte beziehungsweise Ortsvorsteher bei der Planung von „maßgeblichen Veränderungen, die einen Ortsteil betreffen, beteiligen“. Beratung und Beschlussfassung dieser Gremien sollen abgewartet werden, so der Wunsch. Schließlich gehe es darum, die Bevölkerung bei Projekten „mitzunehmen“.

veröffentlicht am 11.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:41 Uhr

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Aden verwies auf die Anhörung der Ortsräte, die „im weiteren Verlauf“ geschehen werde. Separate Bürgerversammlungen zu dem Thema seien aber „noch nicht geplant“. Er nehme aber zur Kenntnis, dass „die Sorge vor dem Fremden“ überwiege, machte aber auch deutlich, dass die Unterbringung der Flüchtlinge allein in der Kernstadt keine Alternative sein könne. „Wir werden nicht umhinkommen, die ganze Stadt damit zu behelligen, sagte er angesichts steigender Zuweisungen von Flüchtlingen an die Stadt, auf die man keinen Einfluss habe.

Aden: Großteil der

Flüchtlinge in der Kernstadt untergebracht

Wurden im Jahr 2015 613 Asylbewerber in Hameln aufgenommen, werden es bis Ende März 2016 schon 417 sein. Für 80 dieser Menschen hoffe man noch, in den nächsten Wochen Wohnungen zu finden, so Aden. Ob es der Stadt gelingt, alle rechtzeitig unterzubringen, ist noch offen. Was aber passiert nun, wenn Monat für Monat immer mehr Flüchtlinge kommen – und die Stadt nicht schnell genug ist, Wohnraum zur Verfügung zu stellen? Im schlimmsten Fall müsse man eine „zwei- bis dreigeschossige Anlage auf den Tönebönplatz stellen“, prophezeit Aden. „Das kann uns passieren.“ Das Ziel aber müsse sein, die Konzentration von Flüchtlingsunterkünften zu vermeiden – so die einhellige Meinung. Dennoch hakt es hier und dort: Werner Sattler (SPD) sieht zum Beispiel die Grundstückspreise in neuen Baugebieten in Gefahr, die Ortschaften befürchten überforderte Schulen – fast jeder hat ein Argument. Dabei macht Aden deutlich: Es ist ohnehin vor allem die Kernstadt, in der die Flüchtlinge unterkommen, allen voran die Nordstadt.ant



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