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Strecke zwischen Hameln und Emmerthal wieder frei / 2014 erneute Vollsperrung

800 Tonnen Kies sichern B 83

Hameln/Ohr. Christo hätte es nicht besser machen können. Fast schon ein wenig nach Kunst sieht das aus, was nun gegen die Stützmauer an der B 83 lehnt. Eng aneinandergereiht und aufgestapelt liegen dort 594 prall gefüllte weiße Kunststoffsäcke. Wichtiger als deren kunstvoller Aufbau ist für die Autofahrer jedoch die Funktion der Behälter. Sie dienen der Sicherheit. Nach dem Aufbau der schweren Schutzwand rollt seit gestern um 13.55 Uhr der Verkehr wieder am Ohrberg entlang. Die zwei Wochen bestehende Vollsperrung wurde aufgehoben. Durch eine Ampelanlage wird der Verkehr einspurig am nun gesicherten Straßenbereich vorbeigeführt.

veröffentlicht am 20.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 10:41 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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„Coffee Warehousing & Processing“ steht zwar auf den Säcken, doch Kaffee befindet sich nicht in den überdimensionierten Schüttgutbehältern. Gefüllt sind die sogenannten „Big Packs“ mit Sand, Kies und gebrochenem Steinmaterial. Sie stellen für den Fall der Fälle, einem nicht auszuschließenden Böschungsbruch am Ohrberg, ein Gegengewicht dar. „Sollte der Hang ins Rutschen kommen, wird die Mauer gegen die Säcke gedrückt. Die bilden durch ihr Gewicht und der Reibung auf der Straße einen solchen Widerstand, dass alles stehen bleiben wird“, erklärt Markus Brockmann, Geschäftsbereichsleiter Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Der 98 Meter lange Streckenbereich der Bundesstraße 83 war in dieser Woche der Arbeitsplatz von Bernd Ricke. Der Mann mit einer orangefarbenen Arbeitsjacke führte beim Aufbau des Stützwalls die Aufsicht. 33-mal fuhren schwere Lastwagen die Baustelle an, jeder beladen mit 18 Stück der „Big Packs“. „Die Säcke sind 1,10 Meter breit, 1,10 Meter lang und 85 Zentimeter hoch“, schildert Ricke, während ein anderer Lkw gerade die letzten Betonleitwände zur Absicherung anliefert. 800 Tonnen Gewicht lagern jetzt bis zu drei Meter hoch gestapelt vor der alten Stützmauer. Das Befüllen der Säcke sei die größte logistische Herausforderung bei der Baumaßnahme gewesen, sagt Ricke. Die Lkw habe man dagegen innerhalb einer halben Stunde entladen und die „Big Packs“ im Verbund verbauen können, so der Mitarbeiter der Bauaufsicht.

Seine letzten Aufgaben an dieser Stelle hat der Mitarbeiter der Straßenmeisterei mit der Umstellung der Ampelanlagen. „Maximal 60 Sekunden lang wird die Rotphase sein“, sagt der Mitarbeiter einer Baustellen-Absicherungsfirma, der die Ampelanlage aufstellt. „Dass die Arbeiten nur bis zum Donnerstag gedauert haben, ist für uns wirklich erfreulich“, meint Brockmann. Gehofft habe man, sie bis zum Samstag abschließen zu können, so der Behördenleiter. „Wir mussten uns mit Kritik auseinandersetzen. Das hat große Kopfschmerzen gemacht, diesen Schritt zu gehen und die Straße zu sperren“, betont der Hamelner Verkehrsexperte.

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Eine weitere Vollsperrung des Streckenabschnitts steht im kommenden Jahr an. „Wir müssen jetzt erst mal eine Stützwand entwerfen. Wahrscheinlich werden wir eine Bohrfallwand bauen, bei der große mit Beton und Stahl gefüllte Pfühle in den Boden eingebohrt werden. Unser Ziel ist es, in der ersten Jahreshälfte mit dem Bau beginnen zu können“, äußert sich Brockmann zu der erforderlichen Errichtung der Stützmauer. Die derzeitige Fahrbahnbreite von 3,45 Metern könne dann nicht eingehalten werden.

„Jetzt lohnt es sich auf keinen Fall mehr, noch die Umleitung zu fahren“, sagt Brockmann. Die Fahrer bräuchten sich nicht mehr durch Klein oder Groß Berkel zu quälen. „Durch die Ampelphasen wird man auf der B 83 relativ zügig durchkommen“, ist Brockmann überzeugt.



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