weather-image
16°
×

Geräte für Testphase angeschafft

62 Luftfilter für Hamelner Schulen und Kitas

Von Fördergeld für Luftfilteranlagen in Schulen und Kitas war in den vergangenen Wochen oft die Rede. Die Stadt Hameln startet nun auf eigene Rechnung: 62 mobile Anlagen wurden angeschafft – zu Testzwecken.

veröffentlicht am 30.08.2021 um 15:13 Uhr
aktualisiert am 30.08.2021 um 20:40 Uhr

Frank Henke

Autor

Reporter zur Autorenseite

Erneute Schulschließungen und Szenarienwechsel – A, B oder doch C? – möchten wohl Lehrende wie Lernende, Eltern wie Schulträger im neuen Schuljahr nur zu gerne verhindern. Vor den Sommerferien wurde darum auch in der Hamelner Politik über die Anschaffung oder den Einbau von Luftfilteranlagen in Hamelner Schulen und Kitas diskutiert. Auch über Fördermittel, die Bund und Land in Aussicht stellten. Am Montag meldet nun die Stadtverwaltung Vollzug – auf eigene Kosten.

Die Stadt Hameln statte nun noch vor Unterrichtsbeginn am Donnerstag ihre Grund-, Real-, Oberschulen und Gymnasien sowie alle Kindertagesstätten in städtischer Trägerschaft mit insgesamt 62 mobilen Anlagen aus. Drei Grundschulen hätten freiwillig auf eine Filteranlage verzichtet. Die Integrierte Gesamtschule (IGS) verfügt über ein fest eingebautes Lüftungssystem. In den Kindertagesstätten kommt zunächst jeweils ein Gerät pro Einrichtung zum Einsatz, die Schulen erhalten mindestens ein Gerät pro Jahrgang.

Bis Ende Dezember würden die Luftfilter zunächst getestet, dann entschieden: „Haben sie den gewünschten Effekt? Stören die entstehenden Geräusche oder die Zugluft den Unterricht? Wie wartungs- und reparaturanfällig sind die Geräte?“ Denn über den tatsächlichen Nutzen von Filteranlagen für Klassenräume war bereits im Vorfeld bundesweit gestritten worden, sogar das Umweltbundesamt hatte die mobilen Anlagen nur „mit Einschränkung“ empfohlen.

„Eines ist schon jetzt klar“, wird Dirk Kuhfuß, Leiter des Fachbereichs Bildung, Familie und Soziales bei der Stadt, zitiert: „Regelmäßiges Lüften bleibt auch mit Luftfiltern Teil des Schulalltags.“ Die Geräte gelten zwar als sehr wirksam, führen aber weder Feuchtigkeit noch Kohlendioxid ab und ersetzen demnach das Lüften nicht, sondern stellen nur eine Ergänzung dar.

Nach Ende der Testphase will die Stadt entscheiden, ob weitere oder andere Geräte angeschafft werden. Von einer finanziellen Förderung durch den Bund und das Land Niedersachsen profitiert die Stadt Hameln dabei nicht: „Gefördert werden können nur Anlagen für Räume, die nicht oder nicht ausreichend belüftet werden können“, sagt Kuhfuß. Dies treffe aber auf keine der Hamelner Einrichtungen zu. Zudem sei insbesondere die Förderrichtlinie des Landes Niedersachsen noch nicht veröffentlicht, die Förderbestimmungen seien so noch immer sehr vage. Auch von Miete oder Leasing wurde abgesehen: zu teuer im Vergleich zum Kauf, so das Fazit der Verwaltung. Der Kaufpreis liege je nach Größe zwischen 1200 und 2000 Euro, insgesamt rund 79 000 Euro.

In den Grundschulen Hastenbeck und Tündern wurden zudem ausgewählte Fenster mit in die Glasscheibe eingebauten Ventilatoren ausgestattet, ebenfalls zu Testzwecken, heißt es.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Anzeige

Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

Immobilien mieten

Immobilien kaufen

Anzeige