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Brandkrustenpilz hat Stamm und Wurzeln zerstört / Gefahr für den Spielplatz am Wehler Platz

60 Jahre alter Lindenbaum wird heute gefällt

Hameln (ni). Eine 60 Jahre alte Linde am Wehler Platz wird heute abgeholzt. Der stattliche Baum sieht gesund aus, steht nicht auf der offiziellen Baumfällungsliste der Stadt Hameln – und bedeutet dennoch ein Risiko für den benachbarten Spielplatz.

veröffentlicht am 02.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 19:41 Uhr

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Auf den ersten Blick scheint hier nichts zusammenzupassen: Die Blätter am Baum sind grün, nirgendwo zeigen sich kahle Äste, die auf ein Kränkeln schließen ließen. Auch sein Alter spricht nicht für die Radikalkur: mit 60 Jahren haben Linden ihren Zenit noch lange nicht überschritten. Und Kleinholz aus einer belaubten Krone zu machen, in der zu dieser Jahreszeit noch Vögel brüten könnten, gehört im Prinzip in die Kategorie der verbotenen Aktionen. Doch was sich dem Laien als schlimmer Frevel darstellt, ist im Auge des Experten eine unumgängliche Maßnahme. Die Linde muss der Kettensäge zum Opfer fallen, weil sie sonst von allein umfallen würde.

Standfestigkeit ist nicht mehr gegeben

Bei einer routinemäßigen Kontrolle hat der städtische Baumfachmann den Schaden entdeckt: Die Linde ist vom „Brandkrustenpilz“ befallen. Das Tückische an diesem Schädling: Er vollbringt sein Werk der Zerstörung zunächst im Verborgenen. Bereits in einem frühen Befallsstadium zersetzt er den zentralen Wurzelbereich und den Kern des unteren Stammteiles. Die Krone wird währenddessen weiter mit Nahrung versorgt und täuscht solange über den wahren Gesundheitszustand des Baumes hinweg. Mit der Folge, dass vermeintlich vitale Bäume bei plötzlich auftretendem Wind genauso plötzlich brechen.

Auch dem Nachbarn geht es an die Äste

Bei der Linde am Wehler Platz weist der Stammfuß einen fortgeschrittenen Befall auf, was darauf schließen lässt, dass auch knapp die Hälfte der Wurzeln in Mitleidenschaft gezogen ist. „Die Standfestigkeit ist daher nicht mehr gegeben“, zitiert Hamelns Pressesprecher Thomas Wahmes aus der Expertise des Baumfachmannes. Die Konsequenz: „Wir müssen schnell handeln, um Gefahr zu vermeiden.“

Ein zweite Linde, zur gleichen Zeit gepflanzt aber wegen des offensichtlich zu geringen Abstandes zum jetzt kranken Nachbarbaum deutlich schwächer entwickelt, muss im Zuge der Fällung wahrscheinlich auch noch Äste lassen. Ihre Krone ist zu einer Seite wesentlich schwächer ausgebildet als zur anderen. Das dadurch entstandene Ungleichgewicht birgt ohne den Schutz des großen Baumes das Risiko, dass auch diese Linde bei stärkerem Wind umkippt. Laut Wahmes soll darum auch das kleinere Exemplar beschnitten und eingekürzt werden – „um so die Windlast zu verringern“.

Sieht gesund aus, ist aber krank: die Linde am Wehler Platz.



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