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Was Sie schon immer über die Zahnmedizin wissen wollten

veröffentlicht am 31.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 02:41 Uhr

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Daniel F. (39) aus Hameln fragt: Das Problem mit den Zahnärzten ist ja, dass sie meist bohren und schleifen, aber meist wenig erklären. Darum möchte ich in der Dewezet-Sprechstunde folgende Frage stellen: Eine ganze Reihe von Sprachfloskeln bezieht sich auf Zähne, wie zum Beispiel: „Der Zahnarzt hat mir auf den Nerv gebohrt.“ Ich kann kaum glauben, dass das wirklich so häufig geschieht. Solche und ähnliche Sprüche würde ich gern einmal erläutert bekommen.

Dr. Wolfgang Killmann antwortet: Es stimmt, es wird tatsächlich immer wieder behauptet, Zahnärzte würden Nerven anbohren. Das ist eine besonders häufige Aussage, die allerdings nur selten zutrifft. Der vorsichtige Zahnarzt wird sich stets bemühen, so schonend wie möglich vorzugehen, um „beim Bohren“ möglichst nicht „den Nerv“ (die Pulpa) zu verletzen. Wenn eine Karies sehr tief geht, ist dies aber manchmal nicht zu vermeiden. Auf jeden Fall ist das Berühren der Pulpa als Ausnahme zu sehen – und nicht als Regel. Die Regel ist, dass wir Menschen üblicherweise schon das weit von der Pulpa entfernte Bohren als großen Schmerz erleben können und nicht in der Lage sind, dieses Gefühl zu differenzieren. So kann „auf den Nerv bohren“ durchaus eine Zahnbearbeitung beinhalten, die noch mehrere Millimeter von der Pulpa entfernt ist. Das Erleben (starker Schmerz) ist aber unter Umständen das gleiche, als wenn tatsächlich die Pulpa berührt wird.

Es gibt noch eine ganze Reihe falscher Ausdrücke und Annahmen. Deshalb nutze ich diese Rubrik gern, um einige Begriffe zu erklären.

„Er hat mir den Zahn gezogen.“ – auch das ist ein üblicher, aber falscher Ausdruck. Selbst wenn ein Zahnarzt über die Kräfte eines Herkules verfügte, wäre er nicht in der Lage einen Zahn aus dem Kiefer „zu ziehen“, eher würde er den Patienten vom Behandlungsstuhl herunterziehen. Der den Zahn im Kieferknochen haltende Faserapparat ist in gesundem Zustand stärker als menschliche Muskelkraft. Jeder Zahn wird von Millionen von Faserbündeln gehalten, die nur elektronenmikroskopisch sichtbar gemacht werden können.

Deshalb wird eine spezielle Technik angewendet, bei der der Zahn langsam „luxiert“ (hin und her bewegt/gedrückt) oder auch je nach der Anatomie der Wurzel gedreht wird. Dabei reißen nach und nach die Fasern (Sharpeyische-Fasern), sodass der Zahnarzt nach einer gewissen Zeit, unter Umständen ein paar Minuten andauernd, den Zahn schließlich dem Knochen „entnehmen“ kann.

„Er hat mir den Nerv gezogen.“ – dieser Ausdruck stimmt schon eher, da der Zahnarzt (unter Betäubung) bei einer bestehenden Entzündung die Pulpa mit einer Extirpationsnadel (einer Nadel mit Widerhaken) aus dem Wurzelkanal zieht.

„Mir ist ein Zahn abgebrochen.“ – das kommt in Wirklichkeit recht selten vor. Viele Patienten wählen aber diese Formulierung, auch wenn ihnen nur eine kleine Ecke vom Zahn oder eine Füllung herausgefallen ist. Ein vitaler Zahn wird so gut wie nie vollständig im Kronenbereich abbrechen; bei einem toten wurzelgefüllten Zahn dagegen kann das schon eher mal geschehen.

„Der Augenzahn“ – die veraltete Bezeichnung bezeichnet den oberen Eckzahn, weil er „bis zum Auge“ reicht. Genau genommen reicht die Wurzelspitze fast bis zur unteren knöchernen Augenhöhle, der „orbita“. Seine Länge kann bis zu 33 Millimeter betragen.

„Die dritten Zähne“ – als erste Zähne gelten die Milchzähne, als zweite die bleibenden Zähne, mögen sie nun gesund oder überkront sein, und unter den dritten Zähnen versteht man einen herausnehmbaren Zahnersatz, der in unterschiedlichen Variationen gefertigt sein kann: als Teilprothese, die an den vorhandenen Zähnen durch Klammern, Geschiebe oder Teleskope befestigt ist oder auch als Totalprothese, wenn keinerlei eigene Zähne mehr vorhanden sind.

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