weather-image

Von Geburtstagen im Schaltjahr und wie der 29. Februar die Menschen noch beeinflusst

56 Jahre alt - und doch erst 14

Hameln. Harry Grote freut sich auf 2016. Denn für den Hamelner bietet das Jahr etwas Besonderes, das ist schon jetzt absehbar: Zum 14. Mal kann er dann an seinem Geburtstag feiern – dabei wird er schon 56! 2016 ist ein Schaltjahr und bietet damit – wie alle vier Jahre – einen 29. Februar. Damit dürfte auch die Spannung bei allen werdenden Eltern groß sein, deren Baby in etwa zwei Monaten den errechneten Geburtstermin hat. Die Frage ist nur: Sollen sie ihrem Kind den Schalttag als skurriles Geburtsdatum wünschen, nach dem Motto: „So etwas haben nur wenige“? Oder lebt es sich mit einem „normalen“ Geburtstag besser?

veröffentlicht am 30.12.2015 um 19:21 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 00:21 Uhr

270_008_7815816_Harry_Grote.jpg

Autor:

Marc Fisser und FRank Neitz
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Als Kind war es schon etwas komisch, seinen Geburtstag an einem anderen Tag feiern zu müssen“, sagt Grote. Das ist dann üblicherweise der 1. März, manche Gratulanten melden sich aber auch bereits am 28. Februar, also eigentlich einen Tag zu früh. Der Unternehmensberater hat festgestellt, dass sein Geburtstag, wenn er denn tatsächlich auf den 29. Februar fällt, von Freunden und Bekannten eigentlich nie vergessen wird. „Da rufen auch welche an, die man jahrelang nicht gesehen hat“, erzählt Grote. Und für ausgefallene Geschenke biete sich der alle vier Jahre wiederkehrende Jahrestag allemal an, meint er. Als der ehemalige Hessisch Oldendorfer 24 Jahre alt wurde – oder doch erst sechs? – schenkten ihm Freunde eine Schultüte. Der Inhalt: Schnapsfläschchen und Zigaretten.

Für die meisten der jetzt angehenden Mütter und Väter wird mit Blick auf die Geburt am Ende wahrscheinlich nur eines gelten: „Es kommt, wie es kommt. Hauptsache, das Kind ist gesund.“ Die 2016 geborenen Mädchen können laut Statistik damit rechnen, deutlich über 80 Jahre alt zu werden, die Jungen liegen etwas darunter. Wer am 29. Februar 2016 das Licht der Welt erblickt, muss sich allerdings mit einer Tatsache abfinden: Im Jahr 2100, zum 84. Geburtstag, wird es keinen 29. Februar geben. Denn dann greift die Spezialregel im Kalender, dass in 100er-Jahren nicht „geschaltet“ wird, es sei denn, die Jahreszahl ist durch 400 teilbar. So hat Harry Grote im zahlentechnisch reizvollen Jahr 2000 seinen 40. am korrekten Datum begießen können. Sein nächster „Runder“ an einem 29. Februar steht 2020 an, für den 75. muss hingegen ein „Ersatztermin“ genommen werden.

Die ganze Trickserei mit den Schalttagen ist nötig, weil die Erde die Sonne nicht in 365 Tagen umkreist, sondern dafür fünf Stunden, 48 Minuten und rund 46 Sekunden mehr benötigt. Ohne die Anpassungen würden sich die Jahreszeiten langsam, aber doch irgendwann spürbar durch den Kalender schieben. Wobei dieser Endruck ja auch schon an Weihnachten 2015 entstanden ist, als die Temperaturen österliches Niveau erreichten.

Schaltjahre sind nicht bei jedem beliebt. Schließlich muss einen Tag länger gearbeitet werden, in der Regel für das gleiche Geld. Das lässt sich aber auch andersherum betrachten: Üblicherweise überweist der Arbeitgeber im kurzen Februar den gleichen Lohn wie im langen März. Und in den Fabriken kann der 29. Februar, diesmal ein Montag, helfen, dass die Bestellungen entspannter abzuarbeiten. Wenn Wirtschaftsforscher auch errechnet haben, dass ein Arbeitstag mehr im Jahr das deutsche Bruttosozialprodukt um 0,2 Prozent steigert: 2016 schiebt der 29. Februar den Feiertag zur Deutschen Einheit am 3. Oktober sowie den zweiten Weihnachtstag jeweils von Sonntag auf Montag und hebt den Effekt damit auf. Andererseits: Ausgerechnet der „Tag der Arbeit“ am 1. Mai wird nun am arbeitsfreien Sonntag begangen. Und der Jahreswechsel 2016/17 kommt wegen des langen Februars als unverlängertes Wochenende daher. Wer in dieser Zeit keinen Urlaub nehmen will oder kann, muss sich mit seinen Silvester-Vorbereitungen und mit der Erholung an Neujahr beeilen. Ein ganz kleiner Trost: Beschäftigte, die für Heiligabend und Silvester sonst je einen halben oder sogar ganzen Tag freinehmen müssen, können diesen Urlaubs- oder Überstundentag dann anders einsetzen. Zum Beispiel als Brückentag nach Himmelfahrt: Das beschert Anfang Mai ein Vier-Tage-Wochenende.

Niedersachsens Schüler und Lehrer müssen sich in diesem Schuljahr sputen – da hilft auch der Zusatztag im Februar nicht. Der Unterricht hat erst am 3. September begonnen, am 22. Juni gibt es bereits Zeugnisse. Die Familien in Niedersachsen sind bundesweit die ersten, die in den Sommerurlaub starten können. Ob das ein Vorteil ist oder sich das heiße Wetter erst nach dem schulischen Wiederanpfiff Anfang August einstellt, lässt sich nicht vorhersagen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt