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55 000 Euro mehr für atomfreien Strom

veröffentlicht am 30.05.2011 um 12:06 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:35 Uhr

Hameln (HW). „Fünf Unterschriften – so einen Antrag hatten wir noch nicht.“ Gruppensprecher Uwe Schoormann (SPD) ist stolz, dass das von der Mehrheitsgruppe eingereichte Papier die Unterschriften aller im Rat vertretenen Fraktionschefs trägt. SPD, FDP, Grüne auf der einen sowie CDU und Bürgerliste auf der anderen Seite haben sich einhellig dafür ausgesprochen, die Energieversorgung der städtischen Gebäude zum nächstmöglichen Zeitpunkt auf Strom umzustellen, „der nicht aus Atomkraftwerken stammt“. Mehrkosten in Höhe von bis zu 55 000 Euro jährlich nehmen die sonst jeden Euro zigmal umdrehenden Kommunalpolitiker dafür in Kauf.

Im Gegenzug gilt für die Verwaltung, alle Möglichkeiten zu nutzen, um den Stromverbrauch durch Effizienzsteigerungen, Einsparungen und energetische Sanierungen so weit wie möglich zu verringern. „Die Richtung stimmt. Was hilft uns die Sehnsucht nach hundertprozentigen Lösungen? Was dem einen zu weit geht, geht dem anderen nicht weit genug. Es ist ein Anfang, der ausbaufähig ist,“ sagte Schoormann in Richtung Kritiker. Er betonte auch, dass dieser Antrag „sehr wohl“ einen Beitrag leiste, den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. „Für Anlagen, die in der Gegend bleiben“, erläuterte der Sozialdemokrat.

Für Claudio Griese besteht „politischer Konsens, aus der Kernenergie auszusteigen“. Der Fraktionschef der Christdemokraten vertraut zwar auf „die hohen Sicherheitsstandards am Atomkraft Grohnde, mit dem wir seit 1984 leben“, räumte jedoch ein: „Es besteht ein Restrisiko. Deshalb ist dieser fraktionsübergreifende Antrag positiv zu bewerten.“ Der Bürger müsse jedoch bereit sein, die Mehrkosten zu tragen. „Man kann nicht den Ausstieg fordern, ohne die Konsequenzen zu tragen“, unterstrich Griese.

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Ursula Wehrmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen

Für Ursula Wehrmann hat der Antrag eine Signalwirkung. „Damit haben wir eine Vorreiterrolle eingenommen und können nur hoffen, den Bürger zu sensibilisieren“, erklärte die Fraktionsvorsitzende der Grünen. Ihr liberaler Amtskollege Hans Wilhelm Güsgen verwies darauf, dass sich die Stadt Hameln beachtlich für den Klimaschutz engagiere, und bezeichnete es als „logische Konsequenz, in dieser Richtung weiterzumachen“.

Einzig Albrecht Garbe goss Wehrmut in den Freudenbecher. „Es ist technisch nicht möglich, Strom zu trennen“, monierte das Mitglied der Bürgerliste und nannte den auch von seinem Fraktionsvorsitzenden unterzeichneten Antrag „lediglich eine Absichtserklärung“. Garbe verweigerte dem Papier dann auch als einziges Ratsmitglied die Zustimmung.



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