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Arbeitslosenstatistik – die Tücke liegt im Detail

4472 Menschen ohne Job werden in der Statistik versteckt

HAMELN. Eine robuste Wirtschaftslage und eine spürbare Herbstbelebung haben die offizielle Arbeitslosenquote im Weserbergland im November leicht sinken lassen. Aber: In der Statistik sind 4472 Menschen versteckt, die in der offiziellen Arbeitslosenzahl nicht mitgezählt werden, die es de facto aber sind.

veröffentlicht am 29.11.2018 um 15:53 Uhr

11 158 Arbeitslose gibt es offiziell im Weserbergland. Tatsächlich sind es aber deutlich mehr. Grafik: jöh
Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Die Statistik der Arbeitsagentur Hameln weist für den November 11 158 Arbeitslose aus – das ist ein Minus von 0,1 Prozent. Erste saisonbedingte Entlassungen und zugleich weniger Einstellungen zum Jahresende bedeuten: 974 Menschen meldeten sich neu arbeitslos, 764 Arbeitslose bekamen einen neuen Job. Im Vergleich zu November 2017 sind damit deutlich weniger Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, nämlich 625. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,7 Prozent und ist damit um 0,1 Prozentpunkte geringer als im Vormonat und 0,4 Prozentpunkte geringer als im November 2017.

Der positive Trend gilt für das gesamte Land: Deutschlandweit sinkt die Zahl der Arbeitslosen auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Dank robuster Wirtschaft und Herbstaufschwung ist die Arbeitslosenzahl in Deutschland auf ein Rekordtief gefallen. Nie seit der Wiedervereinigung waren weniger Arbeitssuchende im Land ohne Job als im November. Die Zahl der Arbeitslosen ging auf 2,186 Millionen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Das sind 18 000 Jobsucher weniger als vor einem Monat. Gegenüber dem Vorjahresmonat nahm die Zahl um 182 000 ab. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 4,8 Prozent zurück. „Das ist ein schönes Ergebnis zu Weihnachten“, sagte Chef Detlef Scheele. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit sei für diesen Monat kräftig ausgefallen. Und für 2019 sei keine Trendwende in Sicht: „Es geht weiter runter.“

So wie der Arbeitgeberverband der Unternehmen im Weserbergland bereits vor einer Woche in seiner Konjunktur-Herbstumfrage feststellte, ist die Personalnachfrage der Betriebe weiterhin recht hoch. Die Chefin der Agentur für Arbeit in Niedersachsen, Bärbel Höltzen-Schoh, sagt: „Wir haben derzeit 79 000 freie Stellen im Bestand, zehn Prozent mehr als vor einem Jahr.“ Die Qualifizierung der Job-Suchenden bleibe aber weiterhin ein ganz wichtiges Thema. Die sogenannte Unterbeschäftigung, die auch Arbeitsuchende einschließt, die in Maßnahmen, Förderungen oder Weiterbildungen stecken und gefördert werden, sank zwar gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent – liegt aber noch immer bei einer Zahl von 301 195 Personen.

Kritik an der Statistik kommt von den Linken im Bundestag. Trotz sinkender Arbeitslosenquote und wirtschaftlichen Wachstums sprach die Hamelner Bundestagsabgeordnete Jutta Krellmann (Linke) von einer „Schönfärberei bei der Arbeitslosenstatistik“. Sie sagte: „Auch in Niedersachsen werden Zehntausende Menschen einfach aus der Statistik herausgerechnet.“ Viel zu viele erwerbslose Menschen würden aufs Abstellgleis geschoben, rügt sie. Die sogenannte Unterbeschäftigung lässt sich auch aus der Hamelner Statistik herauslesen: Zu der offiziellen Arbeitslosenzahl von 11 158 kommen weitere 4472 Personen hinzu, die zum Beispiel in Maßnahmen, Weiterbildungen, Förderungen oder Bundesprogrammen stecken. Unter dem Strich liegt die tatsächliche Arbeitslosenzahl also bei 15 630 Menschen.



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