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Erst Knall, dann Feuer – Brummi-Kapitän behält die Nerven und verhindert Schlimmeres

40-Tonner brennt beim Tanken

Hameln. Er ist gerade dabei, seinen 40-Tonner zu betanken, als er einen ohrenbetäubenden Knall hört. Wie bei einer Explosion wirbelt plötzlich jede Menge Staub auf, eine graue Wolke hüllt den Truck ein: Einer der sechs Reifen des mit 25 Tonnen Gerste beladenen Aufliegers ist gerade geplatzt. Der Brummi-Kapitän denkt im ersten Moment, ein Flugzeug habe soeben die Schallmauer durchbrochen („Es hat sich angehört wie ein Überschallknall“). Der Mann schaut nach dem Rechten, sieht, dass ein Reifen in Flammen steht. Der 45-Jährige aus dem Flecken Salzhemmendorf verliert nicht die Nerven – er zieht sofort den Schlauch aus dem Tank, setzt sich hinter das Steuer seiner Iveco-Zugmaschine und fährt den brennenden Sattelzug rückwärts vom Tankstellen-Gelände über den Hastenbecker Weg (B 1) in die Marienthaler Straße. „Bloß weg von den Zapfsäulen“, habe er in diesem Moment nur gedacht, erzählt der Mann, der seit 1979 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Benstorf ist. Eine Überwachungskamera filmt die dramatischen Sekunden. Zu sehen ist, wie auf dem Tankstellengelände brennende Teile des zerplatzten Pneus zurückbleiben.

veröffentlicht am 23.04.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 04:41 Uhr

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Autor:

VON ULRICH BEHMANN
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Stephan Kernchen, Junior-Chef der Firma Ebbmeyer, die die freie Tankstelle betreibt, lobt das Verhalten des Lkw-Fahrers: „Was er getan hat, war vorbildlich. Er hat nicht den Kopf verloren, stattdessen super reagiert und sicher Schlimmeres verhindert.“

Ersthelfer eilen dem Lkw-Fahrer zu Hilfe, versuchen den Reifen-Brand mit Pulverlöschern zu ersticken – ohne Erfolg. Kein Wunder: Die Hitze ist dermaßen groß, dass sogar ein zentimeterdicker Träger aus Aluminium schmilzt, die Außenwand weich wird und sich nach außen wölbt. Um 2.39 Uhr ruft jemand die Feuerwehr. Der Löschzug der rund um die Uhr besetzten Wachbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr erreicht schon nach fünf Minuten den Einsatzort. Mit Wasser aus dem Tanklöschfahrzeug werden die Flammen, die an dem Sattelanhänger hochzüngeln, gelöscht. Der Auflieger muss längere Zeit mit Wasser gekühlt werden. Allerdings habe sich das Metall immer wieder erwärmt, berichtet Hauptbrandmeister Bodo Kauert. Vermutet wird, dass sich in der Getreideladung Glutnester gebildet haben. Die Feuerwehr fordert einen Radlader und Mulden an. Die Polizei lässt die Straße vom Bauhof sperren.

Der Lkw-Fahrer wollte nach Cloppenburg fahren – er hatte den beladenen Sattelzug an der Kuhlmannstraße abgeholt und war lediglich zwei Kilometer bis zur Tankstelle gefahren. Warum sich der hintere rechte Reifen auf dieser kurzen Strecke entzündet hat, ist zunächst ein Rätsel. Doch Kraftfahrzeug-Meister wie Hamelns Ortsbrandmeister Emil Burose sagen, das sei durchaus möglich, denn: „Wenn zum Beispiel eine Bremse festsitzt, drücken die Bremsbeläge gegen die Bremstrommel aus Gusseisen. Da entsteht sehr schnell große Hitze.“

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Als die Stahlcontainer von einem Muldenkipper abgesetzt worden sind, öffnen die Feuerwehrmänner zunächst die Schotten des Lkw-Anhängers und später die Heckklappe. „Wir haben etwa zehn Kubikmeter Getreide weggeschaufelt und auf der Ladefläche verkohlte Gerste entdeckt“, berichtet Burose.

Die Marienthaler Straße ist bis nach 5 Uhr voll gesperrt.

Das Video der Überwachungskamera finden Sie auf dewezet.de

Als wäre der Sattelzug auf eine Mine gefahren: Es knallt, der 40-Tonner wackelt, Staub wirbelt auf. Die Szene hält die Überwachungskamera der Tankstelle fest.

Kurze Zeit später löscht ein Feuerwehrmann den Reifenbrand. Die Hitze war so groß, dass dicke Metallträger geschmolzen sind. Da auf der Ladefläche Getreide angebrannt ist, müssen die Löschmannschaften einen Großteil der Gerste in Mulden schaufeln.ube



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