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Ameos-Klinikum Hameln in Krankenhausplan aufgenommen / Hoffen auf Tagesklinik für Kinder

32 Stationsbetten für psychiatrische Versorgung

Hameln (HW). Menschen mit Depressionen können künftig auch in Hameln stationär behandelt werden und brauchen zwecks einer Therapie nicht mehr den weiten Weg nach Hildesheim auf sich zu nehmen. Das Ameos- Klinikum Hameln ist mit 32 vollstationären Betten und 15 tagesklinischen Plätzen vom Landesministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration in den niedersächsischen Krankenhausplan aufgenommen worden. „In Zukunft wird die psychiatrische Versorgung der Einwohner des Landkreises Hameln-Pyrmont ambulant, teilstationär und stationär am jetzigen Standort in der Wilhelmstraße erfolgen“, freute sich gestern Michael Dieckmann, der als Vorstandsmitglied der Ameos Gruppe eigens aus Zürich in die Rattenfängerstadt gekommen war, um die Botschaft, die für den gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont von Bedeutung ist, im Rahmen einer Pressekonferenz zu verkünden. Durch umfangreiche Umbaumaßnahmen wird das ehemalige Krankenhausgebäude derzeit modernisiert und an die Ansprüche einer zeitgemäßen psychiatrischen Versorgung angepasst.

veröffentlicht am 04.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 21:21 Uhr

Wird zu einem Gesundheitscampus umgebaut und soll bald auch mit
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Spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2011 sollen dann im derzeit errichteten Gesundheitscampus am Standort Wilhelmstraße zwei allgemeinpsychiatrische Stationen mit jeweils 16 Betten und eine Tagesklinik mit 15 Plätzen vorgehalten werden. 35 Arbeitsplätze werden damit in Hameln neu geschaffen.

Bereits seit dem Jahr 2005 liegt dem Krankenhausplanungsausschuss Niedersachsens auch ein Antrag auf Bewilligung von 14 tagesklinischen Plätzen im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie vor. „Wir sind enttäuscht, dass dieses wichtige Projekt so langsam vorangeht. Das lange Warten ist uns ein völliges Rätsel. Gerade für die kleinen Patienten ist es besonders wichtig, dass Eltern und Familie mit in die Therapie einbezogen und weite Wege vermieden werden. Unsere Behandlung integriert die Eltern-Kind-Beziehung und regionale Angebote der Erziehungshilfe. Belastende Trennungen von Kindern und Eltern durch einen stationären Aufenthalt in Hildesheim könnten durch ein klinisches Angebot in Hameln vermieden werden“, sagte Dr. Dieter Felbel. Der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Ameos Klinikum Hildesheim geht aber davon aus, dass der Antrag auf Genehmigung der Kindertagesklinik Hameln noch in diesem Jahr entschieden wird. Entsprechend seien die Planungs- und Umbauarbeiten ausgerichtet.

Das Ameos-Klinikum für Psychiatrie und Psychotherapie in Hildesheim versorgt bisher die Stadt Hildesheim sowie die Landkreise Hildesheim, Hameln-Pyrmont und Holzminden und damit rund 620 000 Einwohner. „Die Größe dieses Versorgungsgebietes führt dazu, dass Patienten und Angehörige Anfahrtszeiten von über einer Stunde mit dem Auto, bei Inanspruchnahme öffentlicher Verkehrsmittel sogar deutlich mehr, hinnehmen müssen. Dies entspricht nicht den Prinzipien einer adäquaten modernen psychiatrischen Versorgung, zu der auch die gemeindenahe Ausrichtung im Lebensumfeld zählt“, unterstrich Professor Dr. Detlef E. Dietrich, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Hildesheim und Hameln. Depressive scheuten oft weite Wege und der therapeutische Erfolg des Patienten sei ohne Einbeziehung des familiären und auch beruflichen Umfeldes häufig begrenzt und nicht nachhaltig genug.

Hoffen auf die Tagesklinik für Kinder: Dr. Dieter Felbel, Michae
  • Hoffen auf die Tagesklinik für Kinder: Dr. Dieter Felbel, Michael Dieckmann, Prof. Dr. Detlef E. Dietrich, Dr. Alexander Pain und die Direktorin der Hildesheimer Ameos Klinik, Birgit Hörske (v. li.). Foto: Wal

Die nun angestrebte Leistungserweiterung habe viele positive Konsequenzen für Betroffene und Angehörige aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont: Weite Anfahrtswege fielen weg und eine therapeutische Einbeziehung des sozialen Umfelds sei wesentlich erleichtert. Zudem helfe eine Behandlungsmöglichkeit vor Ort, Schwellenängste bei den Betroffenen abzubauen. Dietrich: „Wir sind daher sehr froh über die zukünftige differenzierte Behandlungsmöglichkeit von kranken Menschen in der Region Hameln-Pyrmont.“

Mindestens fünf Millionen Euro investiert die Sana AG in die Errichtung des Gesundheitscampus an der Wilhelmstraße. „Knapp die Hälfte der zur Verfügung stehenden 10 000 Quadratmeter ist inzwischen vermietet. Wenn wir mit allen, die Interesse haben, Verträge schließen, sind wir voll“, sagte gestern der Projektleiter Marco Kempka. Neben der Ameos Klinik und dem kinderpsychologischen Dienst des Landkreises sowie einigen Arztpraxen werde auch der gesamte ambulante OP-Bereich im Gesundheitscampus integriert. Hinzu kämen unter anderem ein Sanitätshaus mit Werkstattbereich, ein Radiologe, eine Fußpflegeeinrichtung und ein Heilpädagoge.



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