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Geld für Kita und Sozialarbeiterin

310.000 Euro für die Integration

HAMELN. Die Rattenfängerstadt ist besonders stark von sogenannter Sekundärmigration betroffen und erhält daher Fördermittel in Höhe von 310 000 Euro vom Land Niedersachsen. Mit diesem Geld soll eine neue Sozialarbeiterin eingestellt werden, das Gros der Summe in die mobile Raumlösung für die Kita am Aubuschweg fließen.

veröffentlicht am 02.01.2019 um 14:50 Uhr
aktualisiert am 02.01.2019 um 18:20 Uhr

Am Hamelner Aubuschweg soll in naher Zukunft eine Kindertagesstätte errichtet werden. Ein Teil der Fördersumme, die das Land Niedersachsen für die Integration von Flüchtlingen bereitstellt, wird laut Stadt in die Einrichtung fließen. Foto: dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Wenn Migranten von einem EU-Staat in einen anderen oder auch innerhalb Deutschlands von einem Bundesland in ein anderes ziehen, dann ist von Sekundärmigration die Rede. Diese ist in Hameln höher als in anderen Kommunen. Das heißt in diesem Fall, dass verhältnismäßig viele Migranten ihren Wohnsitz von anderen deutschen Städten an die Weserstadt verlegen. Was macht Hameln für Migranten so attraktiv? „Es gibt in Hameln eine gut funktionierende Community von gut integrierten Geflüchteten, die sich mit anderen Migranten, Familienangehörigen oder Freunden, die in anderen Städten aufgenommen wurden, austauschen und ihnen von ihren positiven Erfahrungen bei der Eingliederung in Hameln erzählen“, erklärt Integrationsmanagerin Suna Baris auf Anfrage der Dewezet. Infolgedessen würden viele nach Hameln ziehen, zumal auch die bestehende Community an sich ihnen Stabilität gebe.

Es gibt in Hameln eine Community von gut integrierten Geflüchteten, die sich mit Migranten in anderen Städten austauschen.

Suna Baris, Integrationsmanagerin

Ein Argument, das mehrere Geflüchtete gegenüber Baris genannt hätten, sei, dass in kleineren Städten wie Hameln es zwar weniger Angebote als in einer Großstadt gebe, „die Möglichkeiten insgesamt aber übersichtlicher“ seien, um sich in der neuen Umgebung einzufinden.

Um den Aufgaben, die mit der Sekundärmigration einhergingen, zu entsprechen, unterstützt die Landesregierung Hameln und andere vergleichbar betroffene Städte wie etwa Laatzen, Nienburg oder Stadthagen mit Fördermitteln. So habe sich in Hameln nicht zuletzt durch den Zuzug von Migranten in den vergangenen Jahren die Anzahl von Kindern erhöht, die einen Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung haben. Deshalb hat der Rat der Stadt 2018 einen Kita-Neubau auf dem Linsingen-Gelände sowie eine mobile Kita am Aubuschweg beschlossen. Es sei daher folgerichtig, einen Teil der Fördersumme in die Kita am Aubuschweg zu investieren. „Angebote der frühkindlichen Förderung sind definitiv ein wesentlicher Baustein für eine gelingende Integration, weitere Platzangebote müssen in den kommenden Jahren definitiv geschaffen werden, weshalb diese Förderung für die Stadt Hameln eine große Unterstützung darstellt“, sagt Stadträtin Martina Harms dazu.

Um auch die Erwachsenen zu erreichen, werde die übrige Summe in Höhe von 90.000 Euro in die Bildungsberatung investiert werden, für die eine Sozialarbeiterin eingestellt werden soll. „Insbesondere Familien, deren Kinder die Kita beziehungsweise die Grundschule besuchen, sollen hier Unterstützung erfahren“, so Harms. „Neben einer persönlichen Beratung sollen insbesondere nachhaltig Maßnahmen aufgebaut werden, durch die Eltern Kenntnisse über das Bildungssystem, Regularien des Systems et cetera erhalten sollen.“ Für diese Aufgabe habe eine städtische Mitarbeiterin gewonnen werden können.

Die Förderung geht auf ein 2017 aufgelegtes Programm der Landesregierung zurück, das besonders stark von Sekundärmigration betroffene Kommunen über zwei Jahre mit insgesamt 10 Millionen Euro unterstützt. Die Kommunen müssen einen Eigenanteil in Höhe von 10 Prozent beisteuern. 310 000 Euro gehen an Hameln.

Mein Standpunkt
Philipp Killmann
Von Philipp Killmann

Wenn Flüchtlinge aus anderen deutschen Städten nach Hameln ziehen, dann kann das auch ein Zeichen dafür sein, dass die von Stadt, Landkreis, Verbänden und Ehrenamtlichen geleistete Integrationsarbeit auf fruchtbaren Boden fällt. Diese Arbeit zu unterstützen und die Fördermittel in Kindererziehung und Bildungsberatung zu investieren, klingt vernünftig.



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