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Symrise AG mit 2017 sehr zufrieden

270 Millionen Euro Jahresüberschuss

HOLZMINDEN. Höhere Rohstoffkosten haben im vergangenen Jahr die Profitabilität des Aromen- und Duftstoffherstellers Symrise leicht beeinträchtigt. Die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag mit 21 Prozent einen halben Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert, teilte das Holzmindener Unternehmen in Frankfurt mit.

veröffentlicht am 14.03.2018 um 23:30 Uhr

Eine Mitarbeiterin der Symrise AG stellt im Labor mit zahlreichen Duftproben einen Parfümduft her. Foto: dpa/Archiv

Autor:

Michael Schilling und Klaus Klemens
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Für das laufende Jahr rechnet Symrise mit einem weiteren Rückgang, gibt sich aber insgesamt zuversichtlich. Die Börsenanleger reagierten dennoch verstimmt: Die Aktie gehörte gestern zu den größten Verlierern im M-Dax der Frankfurter Börse; sie verlor gut 5 Prozent. Die Dividende soll um 3 Cent auf 88 Cent steigen.

Unter dem Strich blieben bei Symrise 2017 mit gut 270 Millionen Euro rund 2 Prozent mehr hängen als im Jahr zuvor. Der Umsatz im Geschäft mit Duftstoffen für die Parfüm- und Kosmetikindustrie war rückläufig. In den beiden anderen Unternehmensbereichen lief es hingegen dank guter Geschäfte mit Aromen etwa für Süßwaren und Getränken sowie mit Zusätzen für Heimtiernahrung besser. Der Konzernerlös wuchs daher um 3,2 Prozent auf 2,996 Milliarden Euro. Bereinigt um Portfolio- und Währungseffekte, legte Symrise organisch um 6,3 Prozent zu.

2018 will Symrise schneller wachsen als der Markt, der laut Unternehmensangaben um 3 bis 4 Prozent zulegen dürfte. Der Konzern geht von einer weltweit guten Wirtschaftsentwicklung aus. „Wir haben einen dynamischen Jahresstart hingelegt und sehen uns dank unserer starken Marktposition, unserer erweiterten eigenen Rohstoffversorgung und des gezielt eingeleiteten Kapazitätsausbaus sehr gut aufgestellt“, sagte Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram. 2017 habe die Symrise AG habe ihre Ziele im vollen Umfang erreicht.

„„Wir sind zum zwölften Mal in Folge erfreulich bei Umsatz und Ergebnis gewachsen. Dr. Heinz-Jürgen Bertram Vorstandsvorsitzender Symrise
  • „„Wir sind zum zwölften Mal in Folge erfreulich bei Umsatz und Ergebnis gewachsen. Dr. Heinz-Jürgen Bertram Vorstandsvorsitzender Symrise

Symrise profitiert insbesondere von der dynamischen Entwicklung der Segmente Flavor und Nutrition sowie einer guten Nachfrage in Europa, Afrika, Mittlerer Osten und Lateinamerika. Trotz Währungseffekten und Investitionen in die Erweiterung von Kapazitäten erhöhte der Konzern das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um ein Prozent auf 630,3 Millionen Euro. Mit einer Marge von 21,0 Prozent übertreffe Symrise die angestrebte Größenordnung und gehöre erneut zu den profitabelsten Unternehmen der Branche, heißt es. „Wir sind zum zwölften Mal in Folge erfreulich bei Umsatz und Ergebnis gewachsen“, sagte Bertram. „Besonders kräftig haben wir organisch zugelegt.

Die stärkste Umsatzentwicklung realisierte der Konzern in Lateinamerika mit einem Plus von 7,6 Prozent. In Nordamerika lag der Umsatz, bedingt durch den im Dezember 2016 getätigten Verkauf der Pinova-Industriesparte, um 4,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Region Asien/Pazifik verzeichnete ein Umsatzwachstum von 1,4 Prozent. Die Region Europa, Afrika, Mittlerer Osten und Lateinamerika zeigte mit einem Umsatzwachstum von 7,4 Prozent eine noch dynamischere Entwicklung als im Vorjahr. Der Umsatzanteil der Schwellenländer am Gesamtumsatz des Konzerns ist mit 44 (2016: 43) Prozent leicht gestiegen. Insgesamt verbesserte Symrise den Umsatz in diesen Ländern währungsbereinigt um 7,6 Prozent.

Die Nettoverschuldung inklusive Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen verringerte sich zum Bilanzstichtag um 49,2 Millionen auf 1921,6 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 36,4 auf 37,8 Prozent. Symrise verfüge damit über „eine solide Kapitalausstattung, um die zukünftige Entwicklung des Geschäfts nachhaltig voranzutreiben“.

Der Umsatz des Segments Scent & Care belief sich auf 1,26 (2016: 1,31) Milliarden Euro. Er lag aufgrund des im Dezember 2016 getätigten Verkaufs der Pinova-Industriesparte und einer schwächeren ersten Jahreshälfte 3,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bereinigt um Portfolio- und Wechselkurseffekte, zeigte das Segment laut Symrise „ein gutes organisches Wachstum“ von 3,9 Prozent – dazu habe insbesondere das starke vierte Quartal mit einem Plus von 5,8 Prozent beigetragen. Der Geschäftsbereich Cosmetic Ingredients expandierte am stärksten.

Scent & Care erwirtschaftete 248,1 Millionen Euro, 2016 waren es normalisiert 257,8 Millionen gewesen. Der Rückgang um 3,8 Prozent spiegele die höheren Rohstoffkosten, den Verkauf des Pinova-Industriegeschäfts sowie Forschungsaufwendungen wider.

Flavor steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz auf 1,10 (2016: 1,02) Milliarden Euro. Das Segment ist mit einem Plus von 8,5 Prozent sehr stark gewachsen. „Bereinigt um den Portfolioeffekt aus der Akquisition Cobell und Währungseffekten, belief sich das organische Wachstum auf sehr gute 9,3 Prozent“, berichtet das Unternehmen. Am stärksten expandierten die Anwendungsbereiche Süßwaren und Getränke aufgrund von Neugeschäften mit Vanille-Aromatisierungen.

Das Ebitda des Segments Flavor betrug 242,9 (2016: 233,8) Millionen Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Die Ebitda-Marge lag bei 22 (2016: 23) Prozent. Im Segment Nutrition stieg der Umsatz um 9,6 Prozent auf 631,3 (2016: 576,0) Millionen Euro und übertraf den Wert des Vorjahres deutlich. Ohne Berücksichtigung der Portfolio- und Währungseffekte belief sich das organische Umsatzwachstum auf 6,5 Prozent. Der Anwendungsbereich Heimtiernahrung war erneut einer der stärksten Wachstumstreiber. In allen vier Regionen wurde in lokalen Währungen ein prozentual hohes einstelliges oder sogar zweistelliges Umsatzplus erzielt. Das Segment erhöhte das Ebitda um 4,3 Prozent auf 139,4 (2016: 133,7) Millionen Euro. Die Marge erreichte mit 22,1 (2016: 23,2) Prozent „ein sehr hohes Niveau“.



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