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258000 Euro Nachschlag fürs Museum noch nicht bewilligt

veröffentlicht am 10.09.2009 um 20:25 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Hameln (ni). Die Verwaltung musste gestern Nachmittag eine Schlappe einstecken: Weil sie nicht plausibel darlegen konnte, warum die Modernisierung des Hamelner Museums plötzlich um 258  000 Euro teurer wird als ursprünglich geplant, hat die Politik den beantragten Nachschlag für das Vier-Millionen-Projekt vorerst verweigert.
 „Die Ausstellung soll die nächsten 20, 30 Jahre stehen“, deshalb sei ein Standard von „gewisser Qualität“ gefordert, bemühte sich Museumsleiterin Dr. Gesa Snell, die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses von der Sinnhaftigkeit einer Aufstockung des Budgets um eine weitere Viertel Million Euro zu überzeugen. Eine Luxusausstattung habe man dabei keineswegs im Auge, sondern sei mit den jetzt neu kalkulierten Kosten „im unteren Mittelstandard angekommen“.
 Wolfgang Meier von den Grünen gab sich damit nicht zufrieden, sondern erinnerte vielmehr an den Ratsbeschluss, mit dem die Politik am 31. März 2007 grünes Licht für den Umbau des Museums gegeben und dabei eine Ausgabenbremse eingebaut hatte: „Eine Kostenobergrenze für die bauliche Ertüchtigung der Gebäudesubstanz, die Modernisierung einschließlich der Erneuerung der Ausstellung von 4,0 Millionen Euro (Brutto) ist einzuhalten“, steht in dem Beschluss. Und „den, dachte ich, halten wir auch ein“, so Meier. Statt finanziell weiter draufzusatteln, empfahl er, „Prioritäten zu setzen und in der Ausstellung nur das zu zeigen, was sich von den vier Millionen auch finanzieren lässt“.
 Und statt einfach nur mehr Geld zu fordern, hätte er als Alternative auch Vorschläge erwartet, an welcher Stelle gespart werden könnte, um mit dem bewilligten Budget auszukommen. Insgesamt sei ihm „unklar, um welche Kosten es sich eigentlich handelt“. Ganz ähnlich argumentierte Walter Kinast (CDU). Sein  Fraktionskollege Thorsten Sander präzisierte die Erwartung der CDU an die Verwaltung: Sie möge bitte „die Kosten detailliert darstellen, damit die Politik weiß, wie sie sich zusammensetzen“.
 Auch die Bürgerliste sperrte sich gestern gegen die Bewilligung weiterer Mittel aus dem städtischen Haushalt.  

Warum die Verwaltung nicht in der Lage war, ihre Forderung nach mehr Geld für die Ausstellung mit konkreten Zahlen zu untermauern, blieb im Verlauf der Sitzung nebulös. Snell sprach von Zahlen, die sie öffentlich nicht nennen könne und der Erste Stadtrat Eckhard Koss von Informationen, die er den Fraktionen gern im vertraulichen Gespräch zur Verfügung stellen wolle. Ob die von Sander verlangte Aufschlüsselung der Kosten am Ende ein gut gehütetes Geheimnis bleibt oder auch die Bürger davon erfahren dürfen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.



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