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„Fast egal, wer der Eigentümer ist“: e.on Westfalen Weser feiert das Wesertal-Jubiläum

100 Jahre – und viele offene Fragen

Hameln (fh). Es ist eine schwierige Zeit für Slogans. „100 Jahre Stromversorgung für die Region“ steht auf der Leinwand über der Bühne, darunter: „e.on Westfalen Weser“. Zum Start in die Feierlichkeiten zum Wesertal-Jubiläum wird in der Netzwerkstatt von e.on Westfalen Weser ein drei Jahre alter e.on-Film gezeigt. Titel: „Zukunft hat Herkunft“. Nun steht aber eben die Zukunft des Unternehmens e.on Westfalen Weser – knapp neun, nicht 100 Jahre alt – derzeit in den Sternen. Der Verkauf an die Kommunen ist absehbar. Die hiesigen Stromnetze werden, trotz eines sich abzeichnenden juristischen Tauziehens, an die Stadtwerke Hameln gehen: Stromversorgung, Zukunft – heikle Themen bei e.on.

veröffentlicht am 30.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 01:41 Uhr

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Doch gefeiert wird unter dem Dach der offenen Wellblechhalle letztlich auch kein e.on-, sondern ein Wesertal-Fest. „Keine schwere, keine trübsinnige Feier“ solle es werden, sagt als Gastgeber der Vorstandsvorsitzende von e.on Westfalen Weser, Henning Probst, zur Begrüßung. Er bezieht sich jedoch nicht auf Ungewissheiten rund um sein Unternehmen, sondern auf das Aus der Nationalmannschaft bei der Fußball-EM am Vorabend. „100 Jahre Industriegeschichte“ gelte es zu feiern wie auch „die Menschen, die hier arbeiten“. Dass sie es noch lange tun, davon zeigt sich Probst überzeugt: „Es gibt so viel zu tun im Netz, da ist fast egal, wer der Eigentümer ist.“ Und die Frage, ob der Vorstand am Ende noch Arbeit habe, berühre die meisten wohl nicht so sehr, sagt Probst mit einem Schmunzeln.

Die Belegschaft quittiert die beruhigenden Worte mit Applaus. Die Angestellten bilden den Großteil der Festgesellschaft. Hinzu kommen geladene Gäste, auch der eine und andere Bürgermeister. Die Stadt Hameln ist nicht vertreten, für den Landkreis Hameln-Pyrmont steht der stellvertretende Landrat Karl-Heinz Brandt auf der Gästeliste. Auch Susanne Treptow, Geschäftsführerin der Stadtwerke Hameln und im Dauerclinch mit e.on Westfalen Weser, ist zu Gast. Sie spricht höflich von einer „schönen Geburtstagsfeier“.

Der Name Wesertal ist kein totes historisches Relikt, wird an diesem Vormittag immer wieder deutlich. Günter Hundertmark von der Netzwerkstatt fordert die Mitarbeiter auf, den Namen in Ehren zu halten: „Wenn wir den Namen Wesertal nicht mehr in unseren Köpfen haben, wissen wir nicht mehr, was wir einmal hatten.“ Seine Kollegen applaudieren heftig. Viele von ihnen fühlen sich offenbar nach wie vor als „Wesertaler“.

Diese Identifikation sei immer da gewesen, sagt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Norbert Kinast. Die sich abzeichnende Rekommunalisierung sehe die Belegschaft positiv, auch, wenn man gegenüber e.on keineswegs negativ eingestellt sei, versichert er sogleich. „Vielleicht hilft es, wenn das Feindbild e.on nicht mehr da ist“, blickt Kinast in eine Zukunft, die der Wesertal-Vergangenheit ähneln könnte. Durch dieses Feindbild sei in den vergangenen Jahren bei manchem „die Sachlichkeit etwas zu kurz gekommen“.

Arbeit gibt es genug, versichert Henning Probst, Vorstandsvorsitzender von e.on Westfalen Weser, den Angestellten. Rechts: Moderator Edgar Schroeren, links: Gesamtbetriebsratsvorsitzender Norbert Kinast.

Foto: Wal



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