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Überlegungen fürs nächste Pflasterfest laufen bereits

Scanner zählen 104 200 Besucher

HAMELN. Das Internet ist voller Begeisterung für das Pflasterfest am vergangenen Wochenende. Bands und Gäste überschlagen sich auf Facebook. Das Konzept des Stadtmarketings scheint offenbar aufgegangen zu sein. Erstmals lässt sich das auch anhand konkreter Besucherzahlen belegen, die von fünf Laserscanner in der Innenstadt erfasst wurden.

veröffentlicht am 28.08.2017 um 14:37 Uhr
aktualisiert am 28.08.2017 um 19:50 Uhr

Gut gefüllt: Der Münsterkirchhof bot eine ganz besondere Atmosphäre beim Pflasterfest. Foto: nls
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Einige Bands konnten bereits am Sonntag schon wieder schreiben, andere legten Montag auf ihren Facebook-Seiten nach: „Vielen Dank, Hameln“, „Es war der absolute Hammer mit euch!“, „War das wieder ’ne Sause, „Geiles Publikum in Hameln“. Und ein Gast schreibt im Internet: „Schade, jetzt sind sie wieder vorbei, die drei tollen Tage im August.“ Die Vorfreude kann beginnen…

Es sind kleine Drehungen an den Stellschrauben, die Stadtmanager Dennis Andres gedanklich schon einmal vornimmt. Während der Veranstaltung sei die beste Gelegenheit, um über mögliche Veränderungen nachzudenken. Genau hingeguckt wird auf die Besucherströme – „wo sind die Leute vielleicht schon früher weggegangen“ sei ein Anhaltspunkt, um am Programm zu feilen. Tatsächlich schweigt Andres auf die Frage, was nächstes Mal anders laufen sollte, zunächst. Dann geht er gedanklich einige Bands durch, die in seinen Augen gut wieder dabei sein können. Eine Auswahl: „Erwin und Edwin – die kamen fantastisch an“ mit ihren eigenen Sachen. Während des Auftritts dieser Funky-Electro-Brass-Musiker war am frühen Samstagabend an der Hochzeitshausterrasse „kein Durchkommen mehr“. „Es ist toll, wenn man was ausprobiert und sieht, dass das gut ankommt“, sagt Andres.

Auch „realtime“, die am Samstagabend am Münsterkirchhof gespielt hätten, seien unglaublich gut gewesen und sind nach Andres Ausführungen fürs nächste Jahr ein potenzieller Kandidat für die Hauptbühne. Ebenfalls ein Erfolg: Die Bühne 6 auf dem Pferdemarkt, die im vergangenen Jahr noch Lücken aufgewiesen hatte und in diesem Jahr von der Tanzschule Für Sie bestückt wurde, zog diesmal die Menschen mit verschiedenen Programmpunkten an. Dieser Bereich sei ganz wichtig, um einen Rundgang hinzubekommen und von dem dann die dortigen Stände profitieren können. Die „Moorings“ waren eine weitere Band, die Andres überzeugt haben, ebenso „Percival“ – „der war fantastisch“, neben vielen, vielen anderen.

„Nichts hat gefehlt“, resümiert Andres, gefragt nach möglichen Genres, die noch dazu kommen könnten. Er sei zwar ein paar Mal angesprochen worden auf eine „Bühne für ältere Leute“, erzählt er, aber „was soll das sein – ,ältere Leute’…?“ Spielraum gibt es dagegen vielleicht noch bei den „DJ Areas“ und beim Kinderprogramm – aber sämtliche Überlegungen stehen, natürlich, erst am Anfang.

Sitzgelegenheiten sind in diesem Jahr, wie angekündigt, vor allem am Münsterkirchhof erweitert worden, das könne noch an anderen Plätzen gesteigert werden, ohne den Cafés zu sehr Konkurrenz zu machen; der Plan, die Bands auf der Hochzeitshausterrasse während des Glockenspiels pausieren zu lassen, ist manchmal aufgegangen, manchmal nicht.

Erstmals wurden zur Schätzung der Besucher die Ergebnisse herangezogen, die fünf Laserscanner bereitstellen. Sie waren im Juli in der Altstadt installiert worden. Laut Andres gebe es dabei verschiedene Methoden, die Passantenzahlen zu ermitteln; die, die jetzt gewählt worden sei, liefere diese Zahl: 104 200 Besucher. Alle anderen Methoden hätten einen ähnlichen, aber höheren Wert ergeben. In den vergangenen Jahren sei die Besucherzahl immer auf 100 000 Besucher geschätzt worden, sagt Andres. „Schön, dass das jetzt bestätigt wurde. Das lässt vermuten, dass wir bei anderen Veranstaltungen auch nicht so falsch lagen.“ Er freue sich, dass in Zukunft genaue Vergleiche möglich seien.

Ob sämtliche Kosten gedeckt werden konnten, vermag Andres noch nicht zu sagen. Das kurzfristig verschärfte Sicherheitskonzept, das etwa 15 000 Euro kostete, konnte in der Kalkulation nicht von Beginn an berücksichtigt werden. Dass aber das Pflasterfest so oder so im kommenden Jahr wieder stattfinden soll, daran besteht nach Andres Aussage überhaupt kein Zweifel: „Es gibt ja überhaupt keine Ermüdungserscheinungen“, sagt er. Und schickt das ins Auge gefasste, voraussichtliche (!) Datum hinterher: 24. bis 26. August 2018.

Mein Standpunkt
Birte Hansen
Von Birte Hansen-Höche

„Typisch Hameln“ – wer im Internet surft, dem begegnet dieser abfällige Kommentar an allen Ecken. Und dann hält die Stadt da mit diesem irren Fest gegen, das drei Tage lang Menschenmassen anzieht, bei dem und auf das sich Zehntausende freuen und das bei so vielen Menschen gute Laune verbreitet. Das Pflasterfest ist auch typisch Hameln – und richtig gut!



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